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Sunday, October 18, 2026

USA liefern laut Selenskyj wieder Geheimdienstinformationen

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Wolodymyr Selenskyj

Ukrainischer Präsident Selenskyj Wieder Geheimdienstdaten - aber Sorge über US-Kurs

Stand: 19.10.2026 • 00:23 Uhr

Die Ukraine klagte über fehlende Aufklärung des US-Geheimdienstes zu russischen Angriffen - US-Präsident Trump widersprach. Inzwischen liefere die USA wieder, sagt Selenskyj. Angesichts des jüngsten US-Kurses zeigt er sich dennoch besorgt.

Die USA versorgen die Ukraine wieder mit Geheimdienstinformationen zur Abwehr russischer Raketenangriffe, wie der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in einem Interview mit dem US-Sender NBC erklärte. Der Austausch von Geheimdienstinformationen sei unterbrochen, aber später wieder freigegeben worden. "Wir sind dafür sehr dankbar", sagte Selenskyj.

Kurzzeitig ausgefallen seien die Frühwarndaten für den Start ballistischer Raketen. Diese Überwachungsmöglichkeiten besitze nur das US-Militär. Der Informationsstopp aus Washington habe aber lediglich drei Tage in der vergangenen Woche betragen. "Inzwischen klappt das wieder", so Selenskyj.

USA, NATO und EU widersprachen dem Stopp

Die Ukraine ist auf die US-Informationen angewiesen, um die schnell fliegenden ballistischen Raketen zu orten, die Russland in Wellen auf ihre Städte abfeuert. Selenskyj und weitere ukrainische Regierungsvertreter hatten im Laufe der Woche kritisiert, einige russische Angriffe seien ohne Vorwarnung erfolgt.

US-Präsident Donald Trump hatte aber erklärt, Washington teile weiterhin Geheimdienstinformationen. Auch NATO-Generalsekretär Mark Rutte sagte bei einem Besuch in Estland, dass Trump versichert habe, der Austausch der Informationen sei nicht gestoppt worden. Auch die EU erklärte, dass ihr "keine Anzeichen" dafür vorlägen, dass Washington die Weitergabe von Informationen eingestellt habe.

Selenskyj besorgt über US-Kurs Richtung Moskau

Selenskyj zeigte sich in dem NBC-Interview besorgt über eine mögliche Annäherung der USA an Russland: "Sollten sich die USA an die Seite Russlands stellen, können wir nicht überdauern", sagte er zu den jüngsten Schritten von US-Präsident Trump - wie etwa der Aussetzung von neuen Sanktionen oder der Ankündigung von russischen Diesellieferungen. Ein Entzug der bisherigen US-Unterstützung für Kiew wäre "ein historischer Fehler, eine große Tragödie".

"Ich glaube, es wurden Schritte unternommen, um die Ukraine zur Kapitulation zu überreden", fügte er später in einem Bloomberg-Interview hinzu. "Ich sage nicht, dass dies das erklärte Ziel unserer Partner ist", so der ukrainische Staatschef weiter. "Ich möchte nicht glauben, dass unsere amerikanischen Partner glauben, dass der Krieg schneller beendet werden könnte - auf Kosten der Ukraine. Aber danach sieht es aus."

Selenskyj klagte in beiden Interviews auch über weitere Behinderungen der ukrainischen Kriegsführung gegen Russland durch die USA. In erster Linie sei die bisherige Nutzung des Starlink-Satellitennetzes eingeschränkt worden. "Das gibt den russischen Aggressoren weitere Unterstützung“, sagte Selenskyj bei NBC. Die dadurch erfolgte Drosselung der Reichweite ukrainischer Gegenangriffe sehe er als beabsichtigt, als "Nachricht der US-Regierung".

Die Drosselung von Starlink stört den Einsatz von ukrainischen Drohnen und behindert die für Kiew entscheidende Luftverteidigung gegen den russischen Angriffskrieg.

Trump will weiter auf Verhandlungen setzen

Derweil begründete Trump die von ihm beschlossene Aussetzung von Sanktionen damit, dass er Russland am Verhandlungstisch halten wolle. "Ich bin dabei, einen Frieden im Krieg zwischen Russland und der Ukraine auszuhandeln, und möchte nichts tun, was Russland törichterweise vom Verhandlungstisch vertreiben würde", schrieb der US-Präsident auf seiner Plattform Truth Social.

Am Freitag hatte er die Aussetzung der Sanktionen noch mit einem "nationalen Sicherheitsinteresse" der USA begründet. Analysten zufolge hätten die Sanktionen die Spritpreise in den USA vor den Zwischenwahlen Anfang November weiter in die Höhe treiben und damit potenzielle Wähler von Trumps republikanischer Partei verschrecken können.

Trump kritisierte die Ukraine zuletzt wiederholt scharf für ihre Angriffe auf russische Ölanlagen. Die rapide gestiegenen Spritpreise setzen Trump vor den wichtigen Zwischenwahlen stark unter Druck. Als Hauptgrund dafür sehen Experten aber eindeutig den Iran-Krieg. Dem ukrainischen Präsidenten persönlich warf Trump vor, dass er den Krieg nicht beenden wolle und das wahrscheinlich auch nie gewollt habe.

Selenskyj äußert sich nicht zu Trumps Kritik

Selenskyj wollte sich in den beiden Interviews nicht zur Kritik des US-Präsidenten an seiner Person äußern. "Wir sind strategische Partner", sagte er. "Aber wir können nicht applaudieren, wenn sich jemand gegen die Ukraine wendet."

Zu Trumps Äußerung, dass er besser mit Kremlchef Wladimir Putin als mit Selenskyj verhandeln könne, meinte der ukrainische Staatschef nur, dass Putin "ein Killer" sei. In seinen Augen sei es besser, "einen offenen und ehrlichen Partner zu haben, als einen Killer mit einem Lächeln im Gesicht". Er hoffe sehr, dass Trump seine Haltung gegenüber Putin bald ändere.

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