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Saturday, September 12, 2026

3000 Kilometer Abenteuer: Silas (20) radelt nach Marokko

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Silas sprach mit 20 Minuten über seine Abenteuerreise nach Marokko.Instagram/silas.xpfn

Darum gehts

  • Silas Magnin (20) aus Siselen BE radelt allein mit dem Velo von Bern nach Marokko – rund 3’000 Kilometer.
  • Der ausgebildete Wildtierpfleger schläft im Zelt, reist ohne festen Plan und finanziert die Tour mit Ersparnissen aus der Lehrzeit.
  • Nach neun Tagen liegen bereits 500 Kilometer hinter ihm; seine grösste Sorge ist, dass sein Velo bis nach Marokko hält.

Nach 500 absolvierten Kilometern und neun Tagen auf dem Velo sieht Silas Magnin in der Nähe der französischen Stadt Montpellier am Donnerstag das erste Mal den Ozean. Der 20-Jährige aus der Berner Gemeinde Siselen hat sich ein grosses Ziel gesetzt: Er will mit dem Velo bis nach Marokko fahren.

Der ausgebildete Wildtierpfleger schloss seine Lehre in diesem Jahr ab und wollte danach etwas Neues wagen. «Früher ging ich mit meiner Familie oft in Bikepacking-Ferien. Eine so lange Strecke haben wir aber nie zurückgelegt», sagt er gegenüber 20 Minuten.

«Ich fahre einfach mal drauflos»

Auf die Idee zur Reise sei er nach einem Marokko-Aufenthalt im letzten Jahr gekommen, der ihn nachhaltig beeindruckt habe. «Es hat mir sehr gefallen, deshalb habe ich mir gedacht: Wieso nicht mit dem Fahrrad dorthin reisen?» Das Velo dafür ersteigerte er sich kürzlich günstig auf Ricardo.

Magnin reist bewusst allein. «Ich möchte neue Menschen kennenlernen. Wenn ich mit jemandem unterwegs bin, habe ich dieses Bedürfnis nicht.» Das Konzept geht bereits auf: Auf den ersten Kilometern seiner Reise hat er zahlreiche Leute getroffen und sich mit ihnen ausgetauscht.

Ein festes Ziel hat er nicht. Ob Marokko die Endstation ist oder er weiter in den Süden fährt, weiss er selbst bisher nicht. «Ich mache keine genauen Pläne. Wenn mir ein Ort gefällt, bleibe ich auch eine Woche dort.» Besonders freut er sich aufs Surfen: «Das bereitet mir viel Freude und ist für mich das Highlight der Reise.»

«Die Reise kostet mich so gut wie nichts»

Finanziert wird das Abenteuer mit Erspartem aus der Lehrzeit. Die grösste Ausgabe dürften günstige Hotels sein, die er nutzt, um sich und seine Kleider zu waschen. Verpflegung kauft er unterwegs in Supermärkten. «Im Ausland ist dies eine kleine Ausgabe», sagt er. Zelt, Schlafsack und weiteres Material besass er bereits vor der Reise. «Ich bin froh, dass ich das nicht extra kaufen musste.»

Für die Navigation hat er seine Route aufs Handy geladen, ein kleines Solarpanel am Velo hält den Akku unterwegs am Laufen. Für den Empfang hat er sich zusätzlich ein Handy-Abo fürs Ausland zugelegt.

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«Die Einsamkeit wird mir zu schaffen machen»

Seit neun Tagen ist Magnin unterwegs, 500 Kilometer liegen bereits hinter ihm. Das Alleinsein macht ihm bislang nichts aus, dies auch dank der vielen Begegnungen. Sorgen bereitet ihm eher die Zukunft: «Ich denke, die Einsamkeit könnte noch schwierig werden, vor allem in Spanien, weil ich die Sprache nicht beherrsche und mein Englisch nicht das Gelbe vom Ei ist.»

Mehr als die Sprache treibt ihn aber sein Velo um, das bereits jetzt seltsame Geräusche macht. «Ich hoffe, dass es bis nach Marokko hält», sagt Magnin.

Die geplante Route auf Komoot: Von der Schweiz durch Frankreich und Spanien bis nach Marokko – rund 3’000 Kilometer.

Die geplante Route auf Komoot: Von der Schweiz durch Frankreich und Spanien bis nach Marokko – rund 3’000 Kilometer.Screenshot Komoot

Auf Instagram teilt Magnin regelmässig, wo er sich befindet und wie es ihm geht, damit ihn seine Mitmenschen auf der Reise verfolgen können. «Damit auch meine Familie mich begleiten kann, habe ich mit meiner Mutter meinen Live-Standort geteilt.»

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Maurin Vonplon

Maurin Vonplon (mav), Jahrgang 2006, arbeitet seit August 2026 bei 20 Minuten als Praktikant im Ressort Bern.

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