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Tuesday, September 29, 2026

– Ist Kaffee nun gesund oder ungesund?

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Kaffee hatte über Jahrzehnte hinweg einen schlechten Ruf. Doch frühere Studien verurteilten ihn zu Unrecht.

Eine herrlich duftende, warme Tasse Kaffee – viele schwören auf diesen ersten Frischekick am Morgen. Dabei wurden dem Kaffee allerhand schlechte Eigenschaften nachgesagt: Er soll dem Körper Flüssigkeit entziehen, das Herz-Kreislauf-System schädigen und sogar zum Tod führen. Wie sich mittlerweile zeigt, wurde dem Kaffee damit Unrecht getan.

Jetzt beobachtet man für den Kaffeegenuss eher positive Effekte.

Grund dafür waren unter anderem Studien aus den 1970er-Jahren: Damals waren Kaffeetrinker häufig auch starke Raucher, und in den frühen Studien wurden die Auswirkungen dieser beiden Gewohnheiten nicht sauber voneinander abgegrenzt.

Nahaufnahme einer Hand, die eine Zigarette hält, neben einer Tasse Kaffee.
Legende: Rauchen und Kaffeetrinken – zwei Rituale mit unterschiedlichen gesundheitlichen Effekten. Depositphotos.com/ruramos

Kaffee-Experte Chahan Yeretzian, Gründer des Coffee Excellence Center an der ZHAW Zürich, erklärt: «Viele negative Effekte, die man dem Kaffee zusprach, waren eigentlich dem Rauchen geschuldet. Jetzt kann man diese Effekte statistisch sehr gut auseinanderhalten und beobachtet rein für den Kaffeegenuss eher positive Effekte.»

Lange fremd und verpönt

Der schlechte Ruf des Wachmachers ist auch historisch bedingt. Lange wurde der Kaffee als «Türkentrank» verpönt, war vor 200 Jahren in der Schweiz sogar verboten. Eine Kaffeeröster-Polizei spürte illegale Kaffeetrinker auf und büsste sie.

Kaffee musste importiert werden und stellte eine Konkurrenz dar.

«Kaffee ist kein Getränk aus der christlichen Kultur», erklärt Chahan Yeretzian. Er habe darum lange fremd gewirkt. «Kaffee musste importiert werden und stellte eine Konkurrenz dar. Zudem protestierten Kaffeehäuser gegen die bestehenden Machtstrukturen.»

Ausserdem bildeten sich Mythen um den Kaffee, etwa, dass er den Magen durchlöchere, impotent mache oder Lähmungen verursache.

Der widersprüchliche Ruf ist inzwischen eher ein Überbleibsel aus der Vergangenheit. Heute ist bewiesen, dass bis zu fünf Tassen Kaffee pro Tag sogar gesundheitsfördernd sind – wenn sie ohne Zucker und ohne fetthaltige Milch konsumiert werden.

Die im Kaffee enthaltenen Antioxidantien können den Körper vor Alterserscheinungen und Krebs schützen, das Koffein hilft der Konzentrationsfähigkeit.

Was Koffein mit uns macht

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Koffein ist ein Molekül, das die Blut-Hirn-Schranke fast ungehindert passieren kann. Bereits Konzentrationen im Bereich eines Hundertstelgramms wirken aufputschend. Aufmerksamkeit und Konzentrationsvermögen steigen an. Man fühlt sich wacher und energiegeladener. Man kann damit sogar vorübergehend seine Müdigkeit kaschieren.

Die Wirkung tritt etwa 15 bis 20 Minuten nach dem Trinken ein. Bis das Koffein abgebaut wird, dauert es rund vier Stunden. Deshalb sollte man abends vor dem Zubettgehen auch keinen Kaffee mehr trinken.

Nicht ganz unerheblich ist dabei, welche Art Kaffee man konsumiert:

  • Eine normale oder grosse Tasse Filterkaffee hat den höchsten Koffeingehalt.
  • Beim Espresso aus der Kapselmaschine ist der Koffeingehalt pro Milliliter zwar deutlich höher als beim Filterkaffee – man nimmt aber mengenmässig auch deutlich weniger zu sich.
  • Instantkaffee enthält etwa halb so viel Koffein wie Filterkaffee.

Kalter Kaffee schmeckt länger

Die beliebteste Kaffee-Variante in der Schweiz ist der Café crème. Im Trend liegen aber auch sogenannte Cold Brews. Hier zieht der Kaffee über 24 Stunden im Kühlschrank.

Chahan Yeretzian prüfte in seinem Labor, wie sich diese sanftere Brühmethode auf Geschmack und gesundheitliche Effekte auswirkt. Sein Fazit: In beiden Zubereitungsarten sind gleich viele Antioxidantien vorhanden.

Punkten kann der Cold Brew vor allem beim Geruch. Er habe klar eine andere Duftnote als der Café crème, fruchtiger und intensiver. «Der Cold Brew scheint mehr fruchtige Verbindungen zu haben, die länger anhalten. Vor allem auch nach dem Schlucken des Kaffees.»

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