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Friday, October 23, 2026

Nach monatelanger Untersuchung: Urologie-Chef verlässt USZ

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  • Daniel Eberli, Leiter der Urologie am Zürcher Universitätsspital (USZ), verlässt das Spital nach einer Administrativuntersuchung.
  • Ihm werden organisatorische Fehler und Mängel bei der Dokumentation vorgeworfen. Hinweise auf Behandlungsfehler fand die Untersuchung nicht.
  • Mehrere Fachleute halten das Vorgehen des USZ für unverhältnismässig, Urologe Roger Gablinger spricht von einem «Systemfehler».

Nach einer monatelangen Untersuchung und einem sechsmonatigen Operationsverbot steht nun fest: Daniel Eberli, Leiter der Urologie am Zürcher Universitätsspital (USZ), verlässt das Spital. Ihm werden organisatorische Fehler und Mängel bei der Dokumentation vorgeworfen, heisst es in einer Medienmitteilung des USZ vom Donnerstag.

Gleichzeitig fand die Untersuchung keine Hinweise darauf, dass die Behandlungen oder die Sicherheit der Patienten beeinträchtigt waren. Ein wesentlicher Kritikpunkt für mehrere Fachleute: Sie halten das strikte Vorgehen gegen Eberli angesichts der Ergebnisse für unverhältnismässig, wie die NZZ zuerst berichtete.

2025: Verweis statt Rücktritt

Die Vorwürfe gegen Eberli wurden im Mai 2025 öffentlich. Er soll einem leitenden Arzt bei der Anmeldung zu einer Fachprüfung geholfen haben. Obwohl diesem die vorgeschriebene Anzahl an Operationen fehlte, um die Zulassungsvoraussetzungen zu erfüllen, bestätigte Eberli die Angaben des Arztes mit seiner Unterschrift.

Die Konsequenz: Nach einer internen Untersuchung erteilte das USZ sowohl Eberli als auch dem betroffenen Arzt einen Verweis. Beide durften jedoch weiterarbeiten.

Daniel Eberli gilt als renommierter Urologe. 2025 und 2026 kürte das US-Magazin «Newsweek» die Urologie des USZ zur besten der Schweiz.

Daniel Eberli gilt als renommierter Urologe. 2025 und 2026 kürte das US-Magazin «Newsweek» die Urologie des USZ zur besten der Schweiz.USZ

Damit zeigte sich Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli nicht zufrieden. In einer Kantonsratssitzung machte sie deutlich, dass sie «langsam genug habe von Klinikdirektoren, die für Negativschlagzeilen sorgen», und legte Eberli einen Rücktritt nahe. Das USZ stand damals bereits wegen eines anderen Falls in der Kritik: Unter der Leitung des ehemaligen Herzchirurgen Francesco Maisano war es zu einer Übersterblichkeit bei Herzoperationen gekommen.

2026: Kritiker spricht von «Systemfehler»

Rund sechs Monate später, im März 2026, wurde er nach neuen Meldungen erneut freigestellt. Es folgte eine zweite Untersuchung – und ein sechsmonatiges Operationsverbot.

«Hier trifft es den falschen Mann.»

Roger Gablinger, Gründer und Chefarzt des Gesundheitsunternehmens Uroviva

Ein zentraler Vorwurf dieses Mal: Unter Eberlis Leitung hätten Ärzte Operationen durchgeführt, für die ihnen die nötige Qualifikation gefehlt habe. Der Untersuchung zufolge entstand für Eberli dadurch jedoch kein Vorteil. Ausserdem war korrekt dokumentiert, wer die Operationen tatsächlich durchgeführt hatte.

Für den Urologen Roger Gablinger steht hier ein «Systemfehler» im Vordergrund. Seiner Ansicht nach wurden auch einfache Routineeingriffe als besonders schwierige Operationen eingestuft. Für solche Eingriffe seien keine zusätzlichen Qualifikationen nötig, sagt er gegenüber der NZZ. Sein Fazit: «Hier trifft es den falschen Mann.»

Das sagen USZ und Gesundheitsdirektion

Das Spital nimmt die Untersuchungsergebnisse nach eigenen Angaben «sehr ernst». Über mehrere Jahre seien organisatorische und dokumentarische Vorgaben nicht konsequent eingehalten worden. Deshalb habe man die internen Kontrollen sowie die Führungs- und Dokumentationsprozesse angepasst.

Auch die Gesundheitsdirektion betont gegenüber der WOZ, dass von Ärzten und Klinikdirektoren höchste Sorgfalt und Integrität erwartet werden dürfe. Die Reputation des USZ leide unter allen Klinikdirektoren, die für Negativschlagzeilen sorgten – «ob sie Maisano, Eberli oder anders heissen», heisst es in der Stellungnahme.

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Josephine Schertenleib

Josephine Schertenleib (jos), Jahrgang 2001, arbeitet seit September 2024 für 20 Minuten und ist Teil des Regionen-Teams.

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