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Thursday, September 24, 2026

Aufholjagd im Luftkrieg: Die Hoffnung der Ukraine heißt FP-7 und FP-9

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Aufholjagd im LuftkriegDie Hoffnung der Ukraine heißt FP-7 und FP-9

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Die Ukraine schafft es auch mit ihren begrenzten Mitteln immer wieder, Russland schmerzhafte Verluste zuzufügen. Hier brennt eine Ölraffinerie im Süden von Moskau. (Foto: picture alliance/dpa/UGC)

Um dem russischen Luftkrieg etwas entgegensetzen zu können, entwickelt die Ukraine eigene Marschflugkörper und ballistische Raketen. Das Ziel ist, Russland so stark angreifen zu können, dass es einem Waffenstillstand zumindest für Angriffe auf Energieanlagen zustimmt.

Im Luftkrieg gegen Russland war die Ukraine bisher zwar in der Lage, ihre Produktion an Langstreckendrohnen derart zu erhöhen, dass die russische Flugabwehr fast täglich unter Druck gerät. So war die Ukraine bei ihren Angriffen gegen die russische Ölindustrie und gegen große Online-Händler des Nachbarlandes mehrfach durchaus erfolgreich. Vor allem die Steigerung der Produktion vor allem durch das ukrainische Rüstungsunternehmen Fire Point dafür, dass es nach wie vor zu empfindlichen Treffern kommt.

Aber die vergleichsweise geringe Geschwindigkeit der verfügbaren Drohnen von bis zu 200 km/h ermöglicht es der russischen Luftabwehr, die Angriffe immer wieder abzuwehren - sei es durch die sogenannten mobilen Gruppen oder durch elektronische Kampfführung. Dazu kommt, dass die Flugabwehr vor allem rund um Moskau so dicht ist, dass Treffer wie der gegen die wichtige Ölraffinerie im Stadtteil Kapotnja, eine seltene Ausnahme sind. Zudem sind die Sprengköpfe der ukrainischen Drohnen, die meist weniger als 100 Kilogramm wiegen, meist nicht groß genug, um Objekten der russischen Rüstungsindustrie nachhaltigen Schaden zuzufügen.

Das Ziel: Teilwaffenstillstand in der Luft

Obwohl ukrainische Angriffe trotzdem immer stärker das russische Staatsgebiet treffen, muss Kiew dringend nach Wegen suchen, um im Luftkrieg für mehr Ausgleich zu sorgen - auch mit dem Ziel, irgendwann einen Teilwaffenstillstand in der Luft zu erreichen, der die Energieinfrastruktur der beiden Länder betreffen könnte. Trotz vieler Gesprächsrunden in den vergangenen Wochen und des Optimismus von US-Präsident Donald Trump am Rande der UN-Generalversammlung ist derzeit kaum zu erwarten, dass Moskau seine großangelegte Kampagne gegen ukrainische Stromobjekte freiwillig beendet.

Auch ist ein wirkliches Gleichgewicht bei Luftschlägen zwischen den beiden Ländern kaum realistisch. Allerdings muss Moskau seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine größtenteils selbst finanzieren, während die Ukraine trotz des Ausstiegs der USA aus direkten Lieferungen weiterhin stark vom Westen unterstützt wird. Um einen Teilwaffenstillstand zu erreichen, müssten die ukrainischen Luftangriffe auf Russland also nicht zwingend ähnlich massiv werden wie die der Russen auf die Ukraine.

Um ausreichend Druck auf Russland ausüben zu können, braucht die Ukraine jedoch ein eigenes, funktionierendes Raketenprogramm. Schließlich können weder die amerikanischen ballistischen Kurzstreckenraketen vom Typ ATACMS noch die britisch-französischen Marschflugkörper Storm Shadow/SCALP in ausreichender Stückzahl geliefert werden.

Der Flamingo ist zu lang

Seit August 2025 setzt die Ukraine den eigenen Marschflugkörper Flamingo ein, der auch als FP-5 bekannt ist und bereits international Schlagzeilen gemacht hat. Auch dieser Marschflugkörper, der einen Sprengkopf von mehr als 1000 Kilo tragen kann, wird von Fire Point produziert. Der Flamingo ist allerdings sehr lang, etwa zweimal länger als die amerikanischen Tomahawak.

Der Grund für die Länge: Für die Produktion des Flamingo wird das Flugzeugtriebwerk AI-25 verwendet, das in der Sowjetunion entwickelt wurde und eigentlich für Kurzstreckenflugzeuge gedacht ist. Damit ist der FP-5 für die Radare der russischen Flugabwehr leichter zu erkennen. Effektiv war der Flamingo deshalb bislang vor allem auf kurzen Distanzen, auch wenn der Marschflugkörper auch schon 1500 Kilometer weit geflogen ist.

Ein massenhafter Einsatz von Flamingo-Rakete, der von Fire Point mehrfach angekündigt wurde, ist bisher kaum nachweisbar. Nach Analysen des russischen Exilmediums Meduza mit Sitz in der lettischen Hauptstadt Riga gab es bis Mitte September 2026 rund zehn Fälle, bei denen eine FP-5 tatsächlich eingeschlagen ist, was nicht in jedem Fall einen Volltreffer bedeutet. Zwischen den Einschlägen vergehen zudem mehrere Wochen.

Offensichtlich ist es schwierig, den FP-5 in großen Stückzahlen zu produzieren. Die Abhängigkeit von den AI-25-Triebwerken, die vom Turbinenhersteller Motor-Sitsch aus Saporischschja hergestellt werden, ist groß, zumal die Fabriken praktisch ständig unter Beschuss stehen. Fire Point macht sich daher weltweit auf die Suche nach AI-25 und ist gleichzeitig dabei, ein neues Flamingo-Triebwerk zu entwickeln. Die Serienproduktion hat das Unternehmen für 2027 angekündigt, doch die Ankündigungen von Fire Point sollten erfahrungsgemäß mit Vorsicht betrachtet werden.

FP-7 und FP-9

Der größte Fokus von Fire Point liegt auf der Entwicklung der eigenen ballistischen Raketen, FP-7 und FP-9. Durch hohe kinetische Energie können sie Stahlbeton durchdringen. Sie haben das Potenzial, für die russische Flugabwehr zu einer Herausforderung zu werden. Denn die Raketen für die russischen Flugabwehrsysteme S-400 und S-500 können zwar theoretisch ballistische Raketen abfangen, haben dies jedoch in der Praxis kaum unter Beweis stellen müssen.

Die FP-7 wäre dabei eine die Alternative für die ATACAMS-Kurzstreckenraketen. Sie fliegt angeblich bis zu 200 Kilometer und kann wohl vereinzelt schon an die ukrainischen Streitkräfte geliefert werden. FP-9 fliegt den Angaben von Fire Point zufolge etwas mehr als 850 Kilometer und könnte damit Moskau erreichen. Sie soll allerdings größer als die russische Iskander-M-Rakete sein, auf die Russland aktuell besonders setzt.

Auch hier könnten die Ukraine vor Problemen stehen. Die Triebwerke für beide Raketen werden vom Unternehmen Juschmasch aus Dnipro produziert. Deren Werk zählt ebenfalls zu den traditionellen Zielen der russischen Luftschläge. Europäische Alternativen gibt es nicht. Hinzu kommt, dass ballistische Raketen mit Feststofftreibstoff ausgestattet werden müssen, was besonders im Falle der FP-9 große Mengen bedeutet. Eine entsprechende Produktionsanlage wird zwar in Dänemark errichtet, eine Inbetriebnahme vor 2027 ist nicht zu erwarten. Trotzdem könnte selbst eine kleine Stückzahl von FP-9 Russland vor größere Probleme stellen als Flamingo und die Drohnen FP-1 und FP-2. Angesichts des kommenden Winters ist die Ukraine auf diese Hoffnung angewiesen.

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