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Sunday, November 1, 2026

Fussgänger gegen Velo – Luzerner Bahnhofstrasse – Zwist zwischen Velos und Fussgängern

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Die Bahnhofstrasse in der Stadt Luzern verläuft vom Bahnhofplatz entlang der Reuss und führt an der Jesuitenkirche vorbei. Mit dem Fluss, den historischen Gebäuden und den Brücken lädt sie zum Flanieren und Verweilen ein.

Genau so war es gedacht – die Bahnhofstrasse soll ein attraktiver Begegnungsort sein. Die Stadtluzerner Bevölkerung sagte vor rund 13 Jahren Ja zur Umgestaltung und zur Befreiung vom Autoverkehr.

Aber seit der Neueröffnung im Mai 2026 häufen sich hier die Konflikte zwischen Fussgängerinnen und Velofahrern. Denn auch für den Veloverkehr ist die Bahnhofstrasse seit jeher attraktiv. Sogar die nationale Veloroute führt hier vorbei. Ohne Autos sollten deshalb auch die Velos mehr Platz bekommen.

Ich fühle mich nicht wohl mit dem Velo und auch nicht als Fussgängerin.

Achteinhalb Millionen Franken hat die Umgestaltung gekostet. Bei den Passantinnen und Passanten kommt die neue Bahnhofstrasse unterschiedlich gut an. Optisch gefällt sie den meisten. Was die Verkehrsführung angeht, sieht das jedoch anders aus. «Ich fühle mich nicht wohl mit dem Velo und auch nicht als Fussgängerin», sagt Janine Bürkli. «Es sollte eine klare Trennung geben.»

Wir beobachten viele heikle Situationen. Irgendwann wird es einen Unfall geben.

Ein Mann, der regelmässig auf dem Wochenmarkt Lebensmittel verkauft, sagt: «Vor allem E-Bikes halten die Höchstgeschwindigkeit von 20 Kilometern pro Stunde nicht ein. Wir beobachten viele heikle Situationen. Irgendwann wird es einen Unfall geben.»

Die Politik muss über die Bücher

Auch in den Leserbriefspalten der lokalen Zeitungen wurde über Konflikte zwischen Velofahrerinnen und Fussgängern geschrieben.

Wir haben mit Rückmeldungen gerechnet, aber dass sie so intensiv ausgefallen sind, hat uns überrascht.

«Wir haben mit Rückmeldungen gerechnet, aber dass sie so intensiv ausgefallen sind, hat uns überrascht», sagt der zuständige Luzerner Stadtrat Marco Baumann. Die Verkehrssicherheit an der Bahnhofstrasse war inzwischen auch Thema im Luzerner Stadtparlament und sogar im Kantonsparlament.

Tatsächlich laufen Fussgänger sehr gerne auf der asphaltierten Fläche, auf der auch die Velos unterwegs sind.

Die neue Bahnhofstrasse ist nur noch zum Teil asphaltiert. Ein breiter Kiesstreifen mit zusätzlichen Bäumen wurde angelegt. Die Idee war, dass Fussgänger auf dem Kies gehen und Velofahrerinnen auf dem Asphalt fahren. «Tatsächlich laufen Fussgänger sehr gerne auf der asphaltierten Fläche, auf der auch die Velos unterwegs sind», sagt Sibylle Lehmann. Sie ist Co-Leiterin Mobilität bei der Stadt Luzern.

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  • Bild 1 von 6. So sah die Bahnhofstrasse vor der Umgestaltung aus. Bildquelle: Keystone / Urs Flüeler.

    Fahrräder an einem Gehweg entlang einer Strasse geparkt.
  • Bild 2 von 6. Strasse und Trottoirs waren klar getrennt. Autos verkehrten auf der Bahnhofstrasse. Bildquelle: Keystone / Urs Flüeler.

  • Bild 3 von 6. Ein Teil der Bahnhofstrasse ist jetzt entsiegelt und mit Kies bedeckt. Bildquelle: SRF / Sämi Studer.

  • Bild 4 von 6. Eine zusätzliche Baumreihe wurde gepflanzt. Bildquelle: SRF / Sämi Studer.

  • Bild 5 von 6. Im vorderen Bereich der Bahnhofstrasse nehmen parkierte Velos viel Platz ein. Bildquelle: SRF / Sämi Studer.

  • Bild 6 von 6. Im hinteren Bereich der Bahnhofstrasse, vor der Jesuitenkirche, schlängeln sich Velos durch die Fussgängerinnen und Fussgänger. Bildquelle: Keystone / Urs Flüeler.

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«Wir versuchen nun, besser aufzuzeigen, wo die Velos fahren», sagt Lehmann. Grundsätzlich hätten Fussgängerinnen in dieser Begegnungszone Vortritt. Es sei aber an allen, Rücksicht zu nehmen. Ob auf dem Velo oder zu Fuss.

Dass Fussgänger den Kiesstreifen meiden, liege auch daran, dass dort teilweise viele Velos parkiert seien. Die Veloparkplätze würden deshalb künftig neu angeordnet. Generell dauere es aber bis zu zwölf Monate, bis sich die Bevölkerung an neue Infrastruktur gewöhnt habe.

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Regionaljournal Zentralschweiz, 27.10.2026, 17:30 Uhr ;  stus/rign;thon;rama

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