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Sunday, October 4, 2026

Forscher entdecken «zweiten Gardasee» bei Venedig

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  • Unter der Küstenebene Venedigs haben Forschende ein grosses Süsswasservorkommen entdeckt.
  • In 28 bis 35 Metern Tiefe enthält das Wasser nur etwa ein Gramm Salz pro Liter und ist durch eine dicke Schicht aus Ton und Schluff geschützt.
  • Intensives Abpumpen könnte Bodensenkungen verursachen und Salzwasser weiter ins Landesinnere treiben.

Unter der Küstenebene zwischen Chioggia und Cavarzere haben Forschende ein großes Süsswasservorkommen entdeckt. Deutsche Medien sprechen bereits vom «zweiten Gardasee»: Das Reservoir erstreckt sich nach ersten Untersuchungen über rund 30´000 Hektar – eine Fläche ähnlich gross wie der Gardasee.

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Gerade jetzt sorgt der Fund für Aufsehen. Die jüngste Trockenheit hat die Provinz Venedig stark getroffen: Flüsse führen weniger Wasser, Böden trocknen aus, und Salzwasser dringt zunehmend ins oberflächennahe Grundwasser ein. Für die Landwirtschaft ist das ein wachsendes Problem.

Fachleute warnen vor vorschnellem Abpumpen

Das tiefere Vorkommen liegt dagegen in 28 bis 35 Metern Tiefe. Dort enthält das Wasser nur etwa ein Gramm Salz pro Liter. Geschützt wird es durch eine mehr als zehn Meter starke Schicht aus Ton und Schluff, die das Eindringen von Salzwasser stark verlangsamt.

Während Politiker in Chioggia von einer möglichen strategischen Wasserreserve sprechen, mahnen die italienischen Fachleute zur Zurückhaltung. Das gesamte Wasservolumen sei noch nicht bestimmt, betont der Geologe Luigi Tosi vom Forschungsrat CNR. Die grosse Fläche bedeute nicht automatisch, dass sich dort auch entsprechend grosse Mengen Wasser gefahrlos fördern liessen.

Wie sollte mit neu entdeckten Wasserreserven umgegangen werden?

Denn intensives Abpumpen könnte die Lage verschlimmern. Die Küstenebene liegt teilweise unter dem Meeresspiegel; eine Absenkung des Grundwassers könnte Bodensenkungen auslösen und den Salzwasserkeil weiter ins Landesinnere treiben. Die Fachleute raten daher, das Reservoir zunächst vollständig zu schützen. Nur in extremen Dürre-Notlagen wäre nach sorgfältiger Prüfung eine begrenzte Entnahme denkbar.

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Daniela Wyler

Daniela Wyler (wy) arbeitet seit 2023 für 20 Minuten im Newsdesk als Nachtschicht vom Ausland aus.

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