Duma-Wahl in Russland endet: Der Wahlsieger steht wohl jetzt schon fest
Stand: 20.09.2026 • 05:29 Uhr
Drei Tage lang haben die Russen ein neues Parlament gewählt, ab 20 Uhr werden die Stimmen ausgezählt. Ein Sieg der Regierungspartei gilt als sicher. Wahlbeobachter berichten von Manipulationsversuchen und anderen Regelverstößen.
In Russland endet heute die dreitägige Parlamentswahl. Nach dem Ausschluss der Opposition will sich Präsident Wladimir Putin seinen Kriegskurs gegen die benachbarte Ukraine offiziell bestätigen lassen. Trotz Wirtschaftskrise, Kriegsmüdigkeit und weit verbreiteter Unzufriedenheit im Volk soll auch diesmal wieder eine Zweidrittelmehrheit für die seit mehr als 20 Jahren regierende Kremlpartei "Geeintes Russland" erzielt werden.
Erste Ergebnisse zur künftigen Zusammensetzung des Parlaments sollen nach Schließung der letzten Wahllokale in Kaliningrad (früher Königsberg) um 20.00 Uhr deutscher Zeit verkündet werden.
Auch in den besetzten Gebieten der Ukraine wurde gewählt
Die Wahl wird trotz Protesten der Ukraine erstmals auch in den von Russland kontrollierten Teilen der annektierten ukrainischen Regionen Luhansk, Donezk, Saporischschja und Cherson abgehalten. Auf der schon 2014 annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim wird ebenfalls wieder abgestimmt.
Die ukrainische Führung sprach von einer Stimmabgabe mit vorgehaltenen Sturmgewehren und will das offizielle Ergebnis in den besetzten Gebieten nicht anerkennen. Auch andere Kritiker weisen darauf hin, dass von einer fairen und demokratischen Wahl keine Rede sein könne.
Die zehn Parteien auf dem Wahlzettel gelten durchweg als kremlnah und unterstützen den 2022 von Putin befohlenen Angriffskrieg. Für einen Friedensschluss eintretende Oppositionskräfte wurden nicht zur Wahl zugelassen.
Manipulationsversuche und andere Regelverstöße
Unabhängige Wahlbeobachter meldeten zudem verschiedene Manipulationsversuche und andere Regelverstöße. Medienberichten zufolge wurden einige von ihnen an der Überwachung des Wahlprozesses gehindert. So seien Beobachter der von der Wahl ausgeschlossenen Antikriegspartei Jabloko in Perm und St. Petersburg nicht in Wahllokale gelassen oder gar von der Polizei festgenommen worden.
In St. Petersburg stimmten Wahlprotokolle demnach nicht mit der Zahl der bei der Stimmabgabe gezählten Wähler überein. In mehreren Wahllokalen sei zudem gefilmt worden, wie vorab ausgefüllte Stimmzettel in die Wahlurne geworfen wurden. Der russischsprachige Dienst der BBC berichtete, dass Staatsangestellte in Provinzregionen zur Stimmabgabe gedrängt worden seien.
Soldaten überwachen Einwurf von Stimmzetteln
Die Chefin der Zentralen Wahlkommission versprach, den Vorwürfen nachzugehen. Ihren Worten nach verlief die Wahl aber im Großen und Ganzen ordnungsgemäß. Zwar habe es in Moskau Cyberattacken auf das elektronische Abstimmungssystem gegeben, diese seien jedoch abgewehrt worden.
Dass im besetzten Gebiet Donezk bewaffnete Soldaten den Einwurf von Stimmzetteln überwachten, diente nach Darstellung russischer Behörden dem Schutz der Wähler.
Wahl gilt als Referendum über Putins Krieg
Kremlchef Wladimir Putin hatte die Russen aufgefordert, mit ihrer Stimmabgabe einen Beitrag zum Sieg des Landes im Angriffskrieg gegen die Ukraine zu leisten. Die Wahl gilt deshalb vor allem als Referendum über die Fortsetzung der seit mehr als viereinhalb Jahren andauernden Invasion. Dabei gibt es im fünften Kriegsjahr zunehmend Probleme.
Die westlichen Sanktionen haben das Leben in Russland extrem verteuert. Die Menschen klagen nicht nur über hohe Inflation, sie ärgern sich auch darüber, dass Sprit an Tankstellen entweder gar nicht verfügbar ist oder streng rationiert ist. Durch die ukrainischen Drohnenangriffe auf Ölraffinerien herrscht in vielen Teilen des Landes eine Treibstoffkrise.
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.