Das weiss man über Michał O. (24), den Schützen von Krakau

- Der 24-jährige Michał O. hat auf dem Hauptmarkt in Krakau sechs Menschen erschossen und mindestens 15 verletzt.
- Zuvor soll er in der Wohnung seine Familie getötet haben: Vater (52), Mutter und Schwester.
- Innenminister Marcin Kierwiński sagt, der Mann habe «ultranationalistische» Ansichten vertreten.
Nach ersten Erkenntnissen soll Michał O. zunächst seine Familie getötet haben. Anschliessend sei er mit dem schwarzen Subaru seines Vaters zum historischen Hauptmarkt von Krakau gefahren. Videos zeigen, wie das Auto mit hoher Geschwindigkeit durch die Slawkowska-Strasse raste. Dabei soll der 24-Jährige aus dem Wagen heraus geschossen haben.
Der mutmassliche Schütze trug militärähnliche Kleidung, eine Schutzweste und eine Langwaffe militärischer Bauart. Nachdem er mit einem weissen Auto kollidiert war, eröffneten Polizisten das Feuer. Der Mann schoss demnach zurück. In seinem Fahrzeug fanden die Ermittler weitere Waffen und Munition.
Michal O. im kritischen Zustand im Spital
Stunden später entdeckten Einsatzkräfte in seiner Wohnung drei Leichen. Nach ersten, noch unbestätigten Angaben handelt es sich um den 52-jährigen Vater, die Mutter und die Schwester des 24-Jährigen.
Am Samstagnachmittag tötete dann der Mann auf dem Hauptmarkt sechs Menschen und verletzte mindestens 15 weitere. Er selbst wurde schwer verletzt und befindet sich in kritischem Zustand im Spital. Auf Aufnahmen in sozialen Medien ist offenbar zu sehen, wie Polizisten den Verdächtigen stellen. Ein Beamter näherte sich dem am Boden liegenden Mann und konnte ihn trotz eigener Verletzung ausser Gefecht setzen. Erst danach brach der Polizist zusammen.
Schaulustige fragten währenddessen offenbar, ob es sich um Dreharbeiten handle. Andere reagierten entsetzt, als der verletzte Beamte langsam zu Boden sank.
Er hatte «ultranationalistische Ansichten»
Wie die Zeitung «Echo Dnia» unter Berufung auf inoffizielle Quellen berichtet, besuchte Michał O. das Zentrum für Berufs- und Weiterbildung in Ostrowiec Świętokrzyski. Der 24-Jährige soll Anhänger des lokalen Fussballclubs KSZO Ostrowiec gewesen sein und am Freitag noch das Derby zwischen Cracovia und Wisła Krakau besucht haben. Nachbarn beschrieben die Familie als «ruhig» und «normal». Der 24-Jährige selbst habe bei Anwohnern jedoch für Verunsicherung gesorgt.
Innenminister Marcin Kierwiński sagte, der Mann habe «sehr radikale» und «ultranationalistische» Ansichten vertreten. Alles deute darauf hin, dass er von rechtsextremen Ideologien fasziniert gewesen sei. Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz bezeichnete die Tat als «Terrorakt».
Michał O. soll über eine Waffenbesitzkarte für sportliche Zwecke verfügt haben. Sein Vater soll eine Waffengenehmigung besessen und elf Schusswaffen gehabt haben.
Karin Leuthold (kle), Jahrgang 1968, arbeitet seit 2005 für 20 Minuten und ist derzeit am Newsdesk tätig.
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