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Sunday, November 1, 2026

Ausschreitungen am Abend nach friedlichen Protesten am Nachmittag

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Eine Person zerstört das Schaufenster eines Waffengeschäfts in Frankfurt/Main

Ausschreitungen nach friedlichen Protesten Randalierer plündern Geschäfte in Frankfurt

Stand: 01.11.2026 • 01:26 Uhr

Bei den Protesten am Tag ging es um bessere Bildung oder die Wehrpflicht, Zehntausende demonstrierten friedlich. Am Abend übernahmen in einigen Städten dann Krawallmacher und Extremisten. Sie hatten sich offenbar teils gezielt unter die Demos gemischt.

Nach einem friedlichen Protest Zehntausender junger Menschen ist es am Abend in einigen Städten zu gewalttätigen Szenen und Ausschreitungen gekommen - vor allem in Frankfurt am Main.

Die hessenschau berichtet, dass in der Frankfurter Innenstadt mehrere Geschäfte geplündert wurden. Teils vermummte Randalierer schlugen und traten am Abend Schaufenster ein, demolierten sie mit Schildern oder anderen Gegenständen. Turnschuhe und andere Gegenstände seien gestohlen worden. Auch ein Waffengeschäft wurde attackiert.

Einkaufsstraße Zeil abgesperrt

Einem Polizeisprecher zufolge gab es über den Tag und Abend in Frankfurt "zahlreiche Festnahmen", genaue Zahlen konnte er noch nicht nennen.

Mehrere Personen seien auch nach der Attacke auf das Waffengeschäft festgenommen worden. Beamte waren schnell vor Ort und stellten nach Polizeiangaben zwei Waffen sicher. Diese seien aus dem Laden gewesen, sagte der Sprecher. Um was für Waffen es sich handelte, war zunächst nicht bekannt. Die Polizei sperrte die Zeil, die zentrale Einkaufsstraße in der Innenstadt von Frankfurt, ab.

Angriffe auf Polizisten mit Steinen und Flaschen

Bereits zuvor hatte es in Frankfurt nach Angaben der Polizei Zusammenstöße zwischen Polizisten und Teilnehmern von Demonstrationszügen gegeben. Polizisten wurden nach eigenen Angaben mit Böllern, Steinen und Flaschen beworfen. Mehrere Beamte erlitten nach ersten Erkenntnissen des Innenministeriums Verletzungen. Über mögliche Verletzte unter den Demonstranten gab es am Abend keine Informationen.

"Ich habe immer wieder darauf hingewiesen, dass wir damit rechnen müssen, dass sich linksextremistisches Gewaltpotenzial unter diese Demonstration mischen wird, und so ist es gekommen", sagte der hessische Innenminister Roman Poseck am Abend. "Wir gehen von ungefähr 100 linksextremistisch motivierten Gewalttätern aus. Diese haben die Polizei massiv angegriffen mit Flaschenwürfen, mit Steinen und mit Pyrotechnik." Wer sich später an den Krawallen in der Innenstadt beteiligte, ist Gegenstand der Ermittlungen.

ARD-Reporter: Wohl eher keine Demonstrationsteilnehmer

Offensichtlich ist, dass die Randale am Abend in keinem Zusammenhang mit den Zielen der Protestaktionen vom Nachmittag standen, bei denen unter anderem für bessere Bildung, eine gerechtere Lastenverteilung und gegen einen Wehrdienst demonstriert worden war. Die Organisatoren von "Gen Z regelt" hatten ausdrücklich zu einem Protest ohne jegliche Gewalt aufgerufen. Aus mehreren Städten berichteten Reporter jedoch, dass sich Extremisten und Randalierer gezielt unter die friedlich Demonstrierenden gemischt hätten.

ARD-Reporter Jakob Schaumann sagte in der tagesschau, die Angriffe in der Innenstadt seien ausgegangen "von einer Tätergruppierung, wo man sich noch nicht so ganz sicher ist, wer war das eigentlich". Es seien wohl eher keine Teilnehmer aus den Demonstrationszügen gewesen. Die Angriffe seine von vielen kleinen Gruppen verübt worden. Es sei für die Polizei daher schwierig gewesen, die Lage in den Griff zu bekommen.

"Nichts anderes als Gewalt im Sinn"

In Köln hatte es rund um den Dom und den Hauptbahnhof Krawalle gegeben. Nach Berichten des WDR zogen andere Gruppen außerhalb der Gen-Z-Demonstranten nach offizieller Beendigung der Demo aber auch in die Südstadt, um dort zu randalieren.

Der Kölner Polizeipräsident Johannes Hermanns sagte, es sei "traurig und trifft mich sehr, dass junge Menschen, die friedlich für ihre Zukunft demonstrieren wollten, heute von Extremisten unterwandert wurden, die nichts anderes als Gewalt im Sinn hatten".

Demonstration am Brandenburger Tor "nahezu störungsfrei"

In Berlin wurden bei Ausschreitungen nach den Jugendprotesten nach Polizeiangaben 27 Beamte leicht verletzt worden. Ein Polizeisprecher sagte am späten Abend, bei einer Versammlung mit bis zu 3.500 Teilnehmern, die am Rosenthaler Platz in Berlin-Mitte begonnen hatte, sei es zu "zahlreichen Straftaten" gekommen. Darunter seien Sachbeschädigung, Körperverletzung sowie Verstöße gegen das Waffen- und Sprengstoffgesetz. Die eigentliche Versammlung im Rahmen von "Gen Z regelt" am Brandenburger Tor mit bis zu 5.000 Teilnehmern sei hingegen "nahezu störungsfrei" verlaufen.

Jörn Iffländer, ein Sprecher der Berliner Polizei, sagte am Abend in den tagesthemen, es habe zwar Störungen gegeben, aber "die Bilder, die vorher gezeichnet wurden, von Plünderungen oder massiven Ausschreitungen, die haben wir hier nicht in dieser Stadt."

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