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Sunday, September 27, 2026

Baby Milow sollte sterben – ein Video brachte den Wendepunkt

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  • Baby Milow (drei Monate) kämpft seit seiner Geburt mit einem schweren Herzfehler und einem Einkammerherz.
  • Nachdem Ärzte in Deutschland keine Hoffnung mehr sahen, fanden seine Eltern einen Spezialisten in Seoul.
  • Die Familie sammelt auf GoFundMe 200’000 Euro für Behandlung, Reise und Aufenthalt in Südkorea.

«Ich habe von dieser Welt bisher vor allem Spitalzimmer gesehen. Aber ich möchte noch so viel mehr von ihr kennenlernen.» Mit diesen Worten erzählt Milows Familie auf GoFundMe seine Geschichte. Der kleine Bub ist gerade einmal drei Monate alt und kämpft seit seiner Geburt um sein Leben.

Milow kam am 3. Juni mit einem schweren Herzfehler zur Welt. Er hat ein sogenanntes Einkammerherz. Vereinfacht gesagt ist nur eine seiner Herzkammern richtig ausgebildet. Dazu kommen weitere Fehlbildungen am Herzen, an den grossen Arterien und den Lungenvenen, wie seine Familie auf GoFundMe schreibt.

Ärzte sahen bereits nach der Geburt keine Hoffnung mehr

Schon kurz nach seiner Geburt begann deshalb ein Leben zwischen Intensivstation, Monitoren und bisher zwei Operationen. Dabei hatten seine Eltern zwischenzeitlich schon Abschied von ihrem Sohn genommen.

Wie Vater Dennis gegenüber «Bild» erzählt, hätten die Ärzte bereits kurz nach der Geburt keine Hoffnung mehr gesehen. «Man erklärte uns, dass Milow sterben wird.» Die Eltern stimmten schliesslich zu, die medizinischen Massnahmen zu beenden.

«Wir kämpfen weiter»

Dann bekam Dennis ein kurzes Handyvideo zugeschickt. Darauf strampelte Milow auf einem Wickeltisch und reagierte auf seine Mutter. Für seinen Vater wurde die Aufnahme zum Wendepunkt. «Schliesst alles wieder an», habe er gesagt. «Wir kämpfen weiter.»

Dennis begann gemeinsam mit einem Freund nach Ärzten zu suchen, die seinem Sohn noch helfen könnten. Die Familie kam schliesslich an die Charité nach Berlin. Doch auch dort sahen die Ärzte gemäss «Bild» nach weiteren Untersuchungen keine Möglichkeit für eine weitere Operation. Milows Behandlung wurde auf ein palliatives Konzept umgestellt.

Arzt in Seoul ist bereit, Milow zu behandeln

Für seine Eltern war die Suche damit nicht vorbei. «Doch meine Geschichte soll hier nicht enden», schreibt die Familie aus Milows Perspektive auf GoFundMe.

Und tatsächlich fanden sie neue Hoffnung – Tausende Kilometer entfernt. Ein hochspezialisierter Arzt in Seoul ist laut der Familie bereit, Milow zu behandeln. Für seine Eltern bedeutet das eine Reise auf die andere Seite der Welt und eine Behandlungsmöglichkeit, die sie in Deutschland derzeit nicht mehr haben.

«Ich habe noch nie ‹Mama› oder ‹Papa› gesagt»

Wie genau die Behandlung aussehen wird und welche Kosten die Krankenversicherung übernimmt, wird laut GoFundMe noch abgeklärt. Die Familie sammelt deshalb Spenden für nicht gedeckte medizinische Kosten, Flüge, Transporte, Unterkunft und einen möglicherweise längeren Aufenthalt in Südkorea. Das Spendenziel liegt bei 200’000 Euro.

Wie Milows Geschichte ausgeht, kann niemand versprechen. Seine Familie will ihm aber jede mögliche Chance geben. «Ich habe noch nie ‹Mama› oder ‹Papa› gesagt. Ich kenne noch keinen Kindergarten, keine aufgeschlagenen Knie und kein Fahrradfahren», heisst es auf GoFundMe.

Seine Eltern hoffen, dass Milow all das eines Tages noch erleben darf.

Hast du oder hat jemand, den du kennst, ein schwer krankes Kind?

Hier findest du Hilfe:

Pro Pallium, Begleitung von Familien mit schwerstkranken Kindern und jungen Erwachsenen

Kind+Spital, Verein für die Rechte von Kindern und Jugendlichen im Gesundheitswesen

Jasmin Steiger

Jasmin Steiger (jst) arbeitet seit 2026 für 20 Minuten. Sie arbeitet am Newsdesk und schreibt über verschiedenste Themen.

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