Economiesuisse-Präsident – «Es tut weh, wenn sehr gut ausgebildete Junge keinen Job finden»

Für Jung-Akademiker und -akademikerinnen wird es zunehmend schwieriger, eine Stelle zu bekommen. Dies, da typische Einstiegsjobs häufig auch von künstlicher Intelligenz erledigt werden können. «Dieses Thema treibt mich sehr um. Es tut mir persönlich weh, wenn sehr gute ausgebildete Junge keinen Job finden», sagt Silvan Wildhaber, der neue Präsident von Economiesuisse, dem Dachverband der Wirtschaft, der rund 100'000 Unternehmen vertritt. «Da ist die Wirtschaft gefordert und muss ein Angebot machen.»
Ähnlich wie in der Berufslehre, nur später.
Wie Wildhaber in der Samstagsrundschau ausführte, laufen Diskussionen in Richtung einer Akademie im Anschluss an ein Studium. Diese Akademie würde von mehreren Unternehmen getragen und würde Uni-Abgängern und -Abgängerinnen einen Mix aus Praxis in einem Betrieb und Weiterbildung im Hinblick auf einen Beruf bieten – «ähnlich wie in der Berufslehre, nur später.» Anschliessend komme man dann im Beruf in eine Funktion, in der «die KI die menschliche Kompetenz, die Erfahrungskompetenz nicht hat.» Bei den Wirtschaftsprüferinnen und -prüfern gebe es etwas Ähnliches bereits.
Zurzeit sei dies aber erst eine Idee, betont Wildhaber. Lösungen möchte er auch für ältere Arbeitnehmende finden, die nach einer Entlassung schwerer als Jüngere wieder eine Arbeit finden. «Wir Unternehmer sind gefordert. Beide Themen sind mir persönlich sehr wichtig.»
Die Wirtschaftsverbände und der Bauernverband streben auch fürs kommende Wahljahr wieder eine Allianz an. Dies kündigte Economiesuisse-Präsident Silvan Wildhaber in der Samstagsrundschau an. Die Präsidenten der beteiligten Verbände hätten sich darauf verständigt. Bedingung sei jedoch, dass auch die Landwirtschaftskammer, das Parlament der Bauern, dem Freihandelsabkommen mit Mercosur zustimme.
Die gemeinsame Kampagne «Perspektive Schweiz», auch als «Geld-und-Gülle-Allianz» bekannt, hatten Economiesuisse, der Arbeitgeber-, Gewerbe- und Bauernverband vor den eidgenössischen Wahlen 2023 gegründet. So wollten sie mit vereinten Kräften Personen ins Bundeshaus bringen, die wirtschafts- und landwirtschaftsfreundlich politisieren.
Die Bauernvertreter hatten sich dann aber mehrfach nicht hinter die Wirtschaftsanliegen gestellt. So liessen sie zum Beispiel das Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Staaten im Nationalrat zuerst scheitern. Erst gegen eine «Abfederung» von über 500 Millionen Franken stimmten sie schliesslich zu. «Wir testen das jetzt noch ein zweites Mal», so Wildhaber. «Bis jetzt sagen wir, es ist besser, wenn wir miteinander gegen linke Anliegen vorgehen.»
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.