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Tuesday, October 20, 2026

Krösches stilvoller Abschied als neue Chance

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Wann hat Markus Krösche zuletzt in Diensten von Eintracht Frankfurt so emotional geredet? Die Mitgliederversammlung in der Jahrhunderthalle, stilecht im Adlerlook hergerichtet, nutzte der Sportvorstand, um sich einen Tag nach seiner Freistellung persönlich zu verabschieden. Normalerweise sei er ein "ruhiger, eher kalter Typ", räumte der gebürtige Hannoveraner ein, doch die mehr als fünf Jahre gingen nicht spurlos an ihm vorüber. Immer wieder stockte seine Stimme am Montagabend.

"Ihr habt mir so viel gegeben. Ihr habt mir gezeigt, was es bedeutet, ein Traditionsverein zu sein und was man als Traditionsverein, als Eintracht Frankfurt schaffen kann", rief der 46-Jährige aus.

Ich war in den vergangenen Jahren ein Eintrachtler und werde immer ein Eintrachtler bleiben.

Markus Krösche

Fast logisch, dass Standing Ovations folgten. Dazu gab es einen Blumenstrauß und viele Umarmungen für den smarten Macher, der wohl bald weiterzieht. Offenbar will der AC Mailand die bereits für den Sommer geplante Verpflichtung des 46-Jährigen jetzt noch durchziehen.

Die gemeinsame Erfolgsgeschichte war auserzählt

Letztlich haben die Hessen eine saubere Trennung hinbekommen, mit der beide Seiten das Gesicht wahren konnten. Als der Manager Krösche die notwendigen Veränderungen am aufgeblähten und überteuerten Kader nur zögerlich umsetzte und ein Immobiliendeal mit der Frau eines Spielerberaters für Irritationen sorgte, war allen klar, dass eine Zusammenarbeit bis Vertragsende 2028 niemand mehr nützen würde.

Es oblag Aufsichtsratschef und Präsident Mathias Beck, nun lieber Krösches Verdienste zu betonen: "Mit deinem Namen immer verbunden bleiben wird der Gewinn der Euro League in Sevilla 2022. Mit deinem Namen immer verbunden bleiben wird der Einzug in die Champions League als Höhepunkt von vier internationalen Teilnahmen in Folge."

Mit deinem Namen werden immer verbunden bleiben die großen Transfers für diesen Klub.

Mathias Beck, Präsident von Eintracht Frankfurt

Doch munkelte man zuletzt intern, dass Krösche zwar ein exzellenter Verkäufer, aber ein eher mittelmäßiger Einkäufer ist, zumal die Konkurrenz die Transferpolitik mit jungen Perspektivspielern längst kopiert hat. Sein Nachfolger sollte neben einem gewissen Charisma, einem guten Netzwerk auch über einiges Durchsetzungsvermögen verfügen. Denn aktuell hat der Klub nur noch einen starken Mann, der alle Macht auf sich vereint: Axel Hellmann, in einem Vierteljahrhundert zu "Mister Eintracht" aufgestiegen. Der Jurist verantwortet als Vorstandsvorsitzender interimsmäßig auch den sportlichen Bereich. Davon wollte der 55-Jährige eigentlich immer die Finger lassen.

Wieso funktionieren manche Transfers nicht? Im sportstudio-Gespräch erklärt Eintracht-Boss Krösche die Wichtigkeit des Faktors "Mensch".

25.03.2026 | 0:47 min

Es braucht ein neues Geschäftsmodell

Doch ist der Kostenapparat vor allem im Lizenzspielerbereich für Berater und Gehälter ausgeufert. Die Eintracht ist nach zwei Spielzeiten mit gehörigen Verlusten gefordert, ihr Geschäftsmodell ohne Einnahmen aus dem internationalen Geschäft anzupassen. Nicht mal die Erlöse aus der Königsklasse reichten, um den hohen Aufwand zu stemmen.

Sportlich fällt die Zwischenbilanz bei Eintracht Frankfurt nach sechs Spieltagen eher durchwachsen aus. Elfter mit acht Punkten ist nicht das, was sich Trainer Adi Hütter erhofft hatte. Der Rückkehrer pflegte denn auch ein distanziertes, geschäftsmäßiges Verhältnis zu Sportvorstand Markus Krösche. Sein Kader wirkt an einigen Stellen unrund, gerade die Außenverteidigerpositionen sind nicht optimal besetzt. Zuletzt gegen den 1. FC Köln (1:0) steigerte sich das Team im Defensivverhalten. Nun steht das Topspiel bei Borussia Dortmund am Samstagabend (18:30 Uhr/ab 23:30 Ausschnitte im ZDF-Sportstudio) an.

Dazu bedarf es findiger Lösungen. Es darf ruhig wieder ein bisschen bodenständiger zugehen, vielleicht liefert auch der eigene Unterbau mal wieder eine Lösung, wo mit Niko Ilicevic ein Toptalent heranreift, das Ende Oktober 16 Jahre alt wird. Viele wünschen sich, dass die alte Eintracht-DNA wiederbelebt wird. Warum nicht auch mal wieder Spieler aus der zweiten Liga entwickeln?

Markus Krösche, Sportvorstand von Eintracht Frankfurt, spricht im sportstudio-Interview mit Jochen Breyer über Transferstrategien und die veränderte Marktlage im Fußball.

21.03.2026 | 17:26 min

Erste Kandidaten machen die Runde

Erste Namen fürs Sportressort machen die Runde: Während Pirmin Schwegler (VfL Wolfsburg) und Fredi Bobic (vereinslos) keine Rolle spielen, könnten die Fährten zu Christopher Spycher (Young Boys Bern), Joti Chatzialexiou (1. FC Nürnberg) und Benjamin Weber (FC Augsburg) heißer werden.

Der Schweizer Spycher ging schon in seiner Eintracht-Zeit als loyales Sprachrohr voran, kennt überdies aus seiner Berner Zeit bestens den Trainer Adi Hütter. Chatzialexiou ist gebürtiger Frankfurter, arbeitete lange für den DFB. Weber stammt aus dem Taunus, kennt Jürgen Klopp und Thomas Tuchel. Alle drei würden vom Profil passen.

TV-Kameramann beim Fußballspiel

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Über dieses Thema berichtete das ZDF in dem Beitrag "Wohin führt der Weg von Markus Krösche?" am 19.10.2026 um 17:46 Uhr.

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