«Er fiel 1500 Meter»: Sturz von Wolfgang W. gibt Rätsel auf

- Der Deutsche Wolfgang W. (57) ist beim Abstieg von der Ama Dablam in Nepal rund 1500 Meter in den Tod gestürzt.
- Sein Bergführer hatte ihn für wenige Minuten allein gelassen und fand ihn danach nicht mehr im Zelt.
- Das Suchteam fand den Toten auf rund 4500 Metern, die genauen Umstände sind ungeklärt.
Ein 57-jähriger Wolfgang W. aus Deutschland ist am Montagmorgen beim Abstieg von der Ama Dablam in Nepal zu Tode gestürzt. Den 6814 Meter hohen Gipfel, der auch als Matterhorn des Himalaja bekannt ist, hatte er am Sonntag erreicht. «Er ist 1500 Meter tief gefallen», sagt Gokul Thapa, Leiter des Trekking-Unternehmens Real Himalaya, der Deutschen Presse-Agentur. Thapa kannte den Mann seit Jahren und hatte für ihn schon andere Touren organisiert.
Nach dem Gipfelerfolg war die Seilschaft am Abend zurück ins Hochlager auf rund 6100 Metern gestiegen – und blieb dort über Nacht. Schlafsack und weitere Ausrüstung liehen sich die beiden von anderen Bergsteigern aus.
Nur wenige Minuten allein
Am Montagmorgen bereiteten sie den weiteren Abstieg vor. Der nepalesische Bergführer bat den Deutschen zu warten und brachte die geliehene Ausrüstung zurück. Als er wenige Minuten später zurückkam, war der Mann verschwunden. «Er hat ihn nicht mehr im Zelt gesehen», sagt Thapa. Das Wetter sei gut gewesen.
Seine Steigeisen lagen noch im Lager. Das deutet laut dem Bergsteigerportal «Explorersweb» auf einen Sturz ohne Vorzeichen hin. Die genauen Umstände sind nicht geklärt.
Ein Suchhelikopter wurde aufgeboten, am Nachmittag fand das Suchteam den Toten auf rund 4500 Metern. Die Leiche wurde geborgen und nach Kathmandu geflogen, wo sie obduziert werden soll.
Über 200 Menschen auf dem Gipfel
Die Ama Dablam liegt in der Khumbu-Region, rund 20 Kilometer vom Mount Everest entfernt. Sie gilt als einer der schönsten Berge der Welt – und ist neben dem Manaslu der beliebteste Herbstberg Nepals.
Für diese Saison haben über 300 ausländische Bergsteigerinnen und Bergsteiger eine Genehmigung beantragt. Seit Mitte Oktober die Fixseile gelegt sind, rollt eine Gipfelwelle: Lokale Medien schätzen, dass bereits mehr als 200 Personen oben waren. Fast alle sind von einem oder zwei Sherpas geführt.
Trotz Seilen und Verankerungen bleibt der Berg gefährlich: Ein Sturz an seinen steilen Flanken endet fast immer tödlich. Es ist der erste gemeldete Todesfall an der Ama Dablam in dieser Saison.
Trauerst du oder trauert jemand, den du kennst?
Hier findest du Hilfe:
Seelsorge.net, Angebot der reformierten und katholischen Kirchen
Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147
Pro Senectute, Beratung älterer Menschen in schwierigen Lebenssituationen
Konstantin Furrer (fur) arbeitet seit 2017 für 20 Minuten. Seit 2022 Newsdesk-Leiter, daneben Blattmacher und Mitglied der Redaktionsleitung.
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