F-35 sorgt für Ärger: Auch der Schweiz drohen teure Nachrüstungen

- Die Schweiz erhält ihre F-35-Kampfjets zunächst nur in einer abgespeckten Block-4-Konfiguration – teure Nachrüstungen drohen.
- Finnland, das die Jets Anfang Oktober in Empfang nahm, kritisiert Verspätungen und schwächere Ausstattung als vertraglich vereinbart.
- SP-Ständerätin Franziska Roth warnt: «Alleine das Upgrade der Triebwerke wird hunderte Millionen Franken verschlingen.»
Anfang Oktober hat Finnland die ersten Kampfjets des Typs F-35 mit einer feierlichen Zeremonie in Empfang genommen. Doch die Kritik mehrt sich: Die Ausstattung der Flugzeuge sei schwächer als vertraglich vereinbart, sagt der finnische Parlamentsabgeordnete Johannes Yrttiaho. Die Luftwaffe müsse deshalb teure Nachrüstungen selbst vornehmen und bezahlen, wie die «NZZ am Sonntag» berichtet.
Auch die finnische Zeitung «Helsingin Sanomat» kritisiert den Hersteller: «Der Hersteller des F-35 hat zu viel versprochen.» Grund für den Ärger ist die sogenannte Block-4-Technologie. Das entsprechende Update aus den USA verzögert sich seit Jahren. Die finnischen Maschinen werden deshalb zunächst nur eine abgespeckte Version davon erhalten.
Auch die Schweiz ist betroffen
Finnland rechnet damit, spätere Nachrüstungen selbst finanzieren zu müssen. «Wir sind bereit, die Kosten für die notwendigen Modernisierungen zu tragen», schreibt Projektleiter Henrik Elo der «NZZ am Sonntag».
Was in Finnland bereits für Unmut sorgt, könnte auch in der Schweiz zum Thema werden. Denn auch die Schweizer F-35 sollen zunächst mit einer abgespeckten Block-4-Konfiguration ausgeliefert werden. Damit die Schweiz die neue Technologie später vollständig nutzen kann, benötigen die Flugzeuge bereits nach wenigen Jahren ein Triebwerks-Upgrade.
Kosten für Triebwerks-Upgrade noch unklar
Wie teuer diese Nachrüstung wird, ist bislang offen. Der Grund: Auch die Entwicklung des Triebwerks-Upgrades ist massiv verspätet.
Die SP-Ständerätin Franziska Roth warnt vor hohen Zusatzkosten. «Alleine das Upgrade der Triebwerke wird hunderte Millionen Franken verschlingen», sagt sie der «NZZ am Sonntag». Sie bezeichnet solche Nachrüstungen als eine der «vielen gewaltigen Kostenfallen» beim neuen Kampfjet.
«Fass ohne Boden»
Die Probleme mit der Ausstattung und die drohenden Nachrüstkosten werfen auch die Frage auf, ob die Schweiz überhaupt am F-35 festhalten soll. Wie 20 Minuten bereits berichtete, fordert SP-Nationalrat David Roth, die Weitergabe der bestellten Kampfjets an ein anderes Partnerland zu prüfen und stattdessen eine Neubeschaffung ins Auge zu fassen. Er sagte: «Es zeichnet sich ab, dass die F-35 zum Fass ohne Boden wird – und trotzdem die Bedürfnisse der Schweiz nicht erfüllen kann.» SVP-Nationalrat Thomas Hurter lehnt dies ab: Eine solche Lösung würde die Lieferung weiterer Kampfjets um Jahre verzögern.
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