Riss im Apfel

Vom ersten Verkaufstag an macht das neue iPhone Duo Probleme. Eine Bewährungsprobe für den neuen CEO John Ternus, wie Thomas Benkö kommentiert.
Publiziert: vor 12 Minuten
Thomas BenköJournalist & AI Innovation Lead
Steve Jobs würde sich im Grab falten.
Apple hat sein erstes «Foldable» lanciert, und im Netz reissen die Horrormeldungen nicht ab. Das Problem: Das Display geht kaputt.
Und das unter John Ternus (51). Der neue Apple-Chef gilt als Hardware-Guru. Als einer, der jede Schraube kennt und bei dem jedes Detail stimmen muss. Und ausgerechnet unter ihm gehen die Pixel flöten. Die Spur führt zum Scharnier.
Die Fälle häufen sich. Ein Käufer schaffte es gerade noch vom Laden ins Auto. Dort war das Display kaputt. Bei einem anderen hielt es fünf Minuten. Ein Australier meldete den Riss nach sechs Stunden; er hatte sein Duo keine 20-mal aufgeklappt.
Im Netz macht der Hashtag #Crackgate die Runde.
Apple pflegte stets das Selbstbild eines Perfektionisten. Lieber später auf den Markt, dafür als Bester. Man kommt, wenn die Technik reif ist.
Ternus selbst nannte in einem Interview frühere Falthandys der Konkurrenz «cheap and crappy». Billig und mies. Jetzt bricht ein iPhone, das 1999 Franken kostet.
Eigentlich sollte Ternus Apple bei der künstlichen Intelligenz aufholen lassen. Nun ist er zurück beim Scharnier. Und das lässt sich nicht einfach per Softwareupdate flicken.
Klar, Apple spricht von einer «kleinen Anzahl» betroffener Geräte und tauscht sie aus.
Noch ist kein Konstruktionsfehler nachgewiesen. Am Montag legt Apple die Quartalszahlen vor und Ternus stellt sich erstmals als CEO den Analysten. Die Duo-Umsätze sind darin noch nicht enthalten. Fragen zu den Displayproblemen dürften trotzdem kommen.
Der Schaden ist angerichtet. Wenn ich das Klapp-iPhone anschaue, frage ich mich inzwischen weniger, was es kann. Sondern, wie lange es hält.
Ich bin bei vielen Neuheiten ein Early Adopter. Beim Duo lasse ich anderen den Vortritt – und bleibe solo.
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