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Wednesday, November 4, 2026

Zwei Katastrophen in einem Jahr: Spaniens Verkehrsminister tritt nach Zugunglück zurück

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Zwei Katastrophen in einem JahrSpaniens Verkehrsminister tritt nach Zugunglück zurück

03.11.2026, 22:03 Uhr

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Bei dem Zugunglück wurden 69 Menschen getötet und 80 verletzt. (Foto: picture alliance / Anadolu)

Vor knapp einer Woche sterben 69 Menschen bei einem schweren Zugunglück in der spanischen Gemeinde Urda. Spaniens Verkehrsminister Puente schließt seinen Rücktritt anschließend aus. Bei seiner Anhörung vor dem Parlament vollzieht er nun überraschend die Kehrtwende.

In Spanien ist Verkehrsminister Óscar Puente knapp eine Woche nach dem schweren Zugunglück zurückgetreten. Er verzichte auf das Amt des Verkehrsministers und ziehe sich auch von der Liste der Kandidaten für die am 29. November stattfindende vorgezogene Parlamentswahl zurück, teilte Puente nach einer Anhörung vor dem Parlament mit.

Der von allen Oppositionsparteien geforderte Rücktritt kam überraschend, denn er war von Puente und auch von Ministerpräsident Pedro Sánchez in den vergangenen Tagen mehrfach ausgeschlossen worden. Dazu sagte Puente: "Ein Minister kann nach zwei Unglücken dieser Schwere innerhalb von weniger als einem Jahr nicht im Amt bleiben. Es ist eine Frage der politischen Würde, der Konsequenz und des politischen Einfühlungsvermögens."

Beim Zusammenprall zweier Hochgeschwindigkeitszüge in der zentralspanischen Region Kastilien-La Mancha waren am Mittwoch vergangener Woche 69 Menschen ums Leben gekommen und zahlreiche weitere verletzt worden. Ein Zug der staatlichen Bahngesellschaft Renfe fuhr von hinten auf einen stehenden Zug des privaten Betreibers Iryo auf. Den bisherigen Ermittlungen zufolge hatte ein Mitarbeiter der Zugleitstelle nach einem Ausfall des automatischen Leitsystems falsche Anweisungen gegeben.

Der Zusammenstoß der Züge war das zweite schwere Bahnunglück in Spanien innerhalb dieses Jahres. Erst im Januar waren auf derselben Trasse zwischen Madrid und Sevilla 46 Menschen ums Leben gekommen, als ebenfalls zwei Hochgeschwindigkeitszüge kollidierten.

Während im Fall von Adamuz unter anderem ein Gleisbruch als Ursache gilt, konzentrieren sich die Ermittlungen zum Unglück von Urda vor allem auf den Ausfall des Zugsicherungssystems LZB und mögliche Fehler bei den Anweisungen aus dem Kontrollzentrum des Netzbetreibers Adif.

Die Zahl der Züge zwischen Madrid und Sevilla soll so lange reduziert werden, bis dort das neue europäische Zugsicherungssystem ERTMS in Betrieb geht, wie Puente vor seinem Rücktritt erklärte. Fällt das bisherige LZB-System aus, muss zudem künftig ein zweiter Mitarbeiter im Kontrollzentrum die Anweisungen an die Lokführer überprüfen und bestätigen. Damit soll verhindert werden, dass Züge trotz unklarer Streckenverhältnisse weiterfahren.

Knapp vier Wochen vor der vorgezogenen Parlamentswahl in Spanien steht die Minderheitsregierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez wegen des Zugunglücks massiv in der Kritik. Sie hatte nur wenige Stunden vor dem Rücktritt von Verkehrsminister Puentes Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit im Bahnverkehr beschlossen. Auf der wöchentlichen Ministerratssitzung sei zudem ein Hilfspaket von 30 Millionen Euro für Opfer und Angehörige gebilligt worden, teilte die linksgerichtete Regierung nachmittags mit.

Darüber hinaus sollen die Personalstärke in den Kontrollzentren erhöht und die Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter verbessert werden. Die Regierung beschloss außerdem Preisobergrenzen für alternative Verkehrsmittel während der Sperrung der Unfallstrecke zwischen Madrid und Sevilla. Damit sollen überhöhte Kosten für Reisende infolge des Zugausfalls verhindert werden.

Alle 69 Todesopfer - 40 Männer und 29 Frauen - wurden inzwischen identifiziert, wie die Behörden mitteilten. Deutsche und Minderjährige sind demnach nicht darunter. 54 Todesopfer waren spanische Staatsangehörige, vier weitere waren US-Bürger. Je zwei stammten aus Japan und Australien, die übrigen aus Kanada, Frankreich, Tschechien, Portugal, Argentinien, Mexiko und Tunesien. 37 der insgesamt rund 200 Verletzten werden noch in Krankenhäusern behandelt.

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