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Thursday, October 8, 2026

Künstlerischer Nachlass – Wann kommt Kunst am Bau weg?

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Die Zeit hat der Schlangenbrücke von Künstler Bruno Weber zugesetzt. Nun wird sie saniert. Andere Werke verschwanden.

Farbenfrohe Fabelwesen, fantastische Gebäude und ein Teich mit Drachenbrücke inmitten eines Parks mit vielen Bäumen: Das ist der Bruno Weber Park zwischen den Gemeinden Spreitenbach AG und Dietikon ZH.

Künstler Bruno Weber baute den Park rund um sein Wohnhaus ab den 60er-Jahren stetig aus. Seine Figuren und Bauten erinnern an den Stil des Spaniers Antoni Gaudi. Heute ist die Anlage ein Ausflugsziel.

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  • Bild 1 von 5. Das Wohnhaus von Bruno und Maria Anna Weber in Spreitenbach. Sie erweiterten die Anlage seit den 60er-Jahren stetig. Bildquelle: SRF.

    Ornamentaler Turm mit gotischen Elementen vor bewölktem Himmel.
  • Bild 2 von 5. Der Teich im Bruno Weber Park mit der begehbaren Drachenbrücke. Bildquelle: SRF.

  • Bild 3 von 5. Überall im Park finden sich Kunstwerke. Bildquelle: SRF.

  • Bild 4 von 5. Auch das Interieur wurde von Bruno Weber gestaltet. Bildquelle: SRF.

  • Bild 5 von 5. Bad inklusive Wanne des Künstlers. Bildquelle: SRF.

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Neben dem Park arbeitete Bruno Weber auch im Auftrag von Firmen und Gemeinden. In Wien schuf er Eulenskulpturen für die Technische Universität, in Klingnau baute er die Schlangenbrücke, die zwei Schulhäuser über einen Bach verbindet.

Originalgetreue Sanierung

1981 wurde diese Brücke mit einem grossen Fest eröffnet, erinnert sich die Witwe des Künstlers, Maria Anna Weber: Kinder als Schlangen verkleidet, Brot in Schlangenform und ein Schlangen-Gedicht des Stadtammanns.

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  • Bild 1 von 3. Die Brücke in leuchtendem Gelb und Orange nach der Fertigstellung vor 45 Jahren. Bildquelle: Maria Anna Weber.

  • Bild 2 von 3. Heute ist die Brücke in Klingnau sanierungsbedürftig. Sie soll bald instandgestellt werden. Bildquelle: SRF.

  • Bild 3 von 3. Künstler Bruno Weber bei einem Fernsehinterview 1976. Er wurde zu einem Rechtsstreit in seinem Park befragt. Die rechtliche Situation der Anlage war lange umstritten. Bildquelle: SRF.

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Heute befindet sich die Brücke aber in einem desolaten Zustand. Wind und Wetter haben dem Bau zugesetzt, die Farbe ist ausgebleicht oder abgeblättert. Für die Gemeinde stellte sich die Frage, wie sie mit dem Werk eines Künstlers umgehen soll, wenn dieser nicht mehr lebt. Bruno Weber verstarb 2011.

Dass die Brücke saniert und erhalten werden muss, sei ausser Frage gestanden, sagt Kuno Schumacher. Der Architekt war bis Ende 2025 Vizeammann von Klingnau und betreut die Sanierung weiter. Die Brücke soll gereinigt und wieder bemalt werden. «Wir wollen sie eins zu eins wieder erstellen.»

Achtung Urheberrecht

Bald steht die Schlangenbrücke also wieder gelb und orange leuchtend da. Bei jeder anderen Farbwahl hätte sich Maria Anna Weber eingeschaltet: «Es geht ums Urheberrecht. Es muss nicht auf den Zentimeter stimmen. Aber wenn es nicht korrekt herauskäme, könnte man theoretisch dagegen vorgehen.» Diese Befürchtung hat Weber aber nicht: «Sie werden sicher mit viel Feingefühl dahintergehen.»

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  • Bild 1 von 3. Maria Anna Weber würde sich wehren, falls mit der Schlangenbrücke nicht sorgfältig umgegangen würde. Bildquelle: SRF.

  • Bild 2 von 3. Diese Spinnenskulptur stand früher auf dem Uetliberg. Nun ist sie Teil des Bruno Weber Parks. Bildquelle: KEYSTONE/Anthony Anex.

  • Bild 3 von 3. Architekt Kuno Schumacher begleitet die Sanierung der Schlangenbrücke. Bildquelle: SRF.

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Andernorts sind Kunstwerke von Bruno Weber verschwunden. Eine Rutschbahn in Form eines Drachens in der Stadt Biel ist nicht mehr auffindbar. Und eine Spinnenskulptur hatte auf dem Uetliberg keinen Platz mehr. Sie steht nun im Park in Spreitenbach.

Werke, die Künstler überdauern

Dasselbe Schicksal ereilte das Werk anderer Künstler an der Kantonsschule Baden. Die «Exacte Landschaft» musste für ein Schulraumprovisorium an der Kanti weichen. Wie die Schlangenbrücke in Klingnau handelte es sich dabei um Kunst am Bau. Bund, Kantone und teilweise Gemeinden sind dazu verpflichtet, solche Kunst je nach Bausumme an öffentlichen Bauten umzusetzen.

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Auf kantonaler Ebene überprüft dies im Aargau die «Kommission Kunst im öffentlichen Raum», der Kuno Schumacher lange angehörte. Sie ist auch zuständig, wenn ein Kunstwerk abgebrochen werden soll, und klärt urheberrechtliche Probleme oder den künstlerischen Wert: «Hat es sich abgelebt oder hat es weiterhin einen zeitgemässen Wert?»

Im Fall des Kunstwerks an der Kanti Baden sei die Kommission tätig geworden. Die Fläche des Werks sei der einzige planerisch erlaubte Platz gewesen, auf welchem ein Provisorium erstellt werden konnte. Man habe die Künstler kontaktiert. «Sie hatten keine Freude», sagt Schumacher. Das sei verständlich: «Man hofft, dass einen ein Kunst- oder Bauwerk überdauert.»

In Klingnau stellte sich diese Frage aber nicht. Der Dorfmaler wird die Schlangenbrücke mit jenen Farben und Techniken neu bemalen. Und dann erstrahlt sie wieder wie 1981.

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