Putin stellt Nestlé in Russland unter Zwangsverwaltung
Schweizer Lebensmittelkonzern Nestlé in Russland unter Zwangsverwaltung
Stand: 18.09.2026 • 11:49 Uhr
Auch nach Ausbruch des Ukraine-Krieges produzierte Nestlé weiter in Russland. Nun stellt Präsident Putin das Russland-Geschäft des Schweizer Lebensmittelkonzerns per Dekret unter Zwangsverwaltung. Es ist nicht der erste Konzern, dem das passiert.
Der russische Präsident Wladimir Putin hat das Geschäft des Schweizer Lebensmittelkonzerns Nestlé in Russland unter Zwangsverwaltung gestellt. Per Dekret wurde die Verwaltung der russischen Vermögenswerte der Gesellschaft L.E.V. Management übertragen.
Nestlé teilte mit, das Unternehmen nehme den Erlass zur Kenntnis und prüfe die Situation sowie seine Optionen. Der Konzern wolle alle notwendigen Schritte unternehmen, um seine Rechte zu schützen und den Fortbetrieb im Interesse der Mitarbeiter zu sichern.
Sechs Standorte, etwa 7.000 Mitarbeiter
Nestlé hatte seine Geschäfte in Russland auch nach Beginn des Ukraine-Kriegs in Russland fortgesetzt und dies damit begründet, als Lebensmittelhersteller lebenswichtige Güter zu liefern. Der Schweizer Konzern betreibt in Russland sechs Fabriken, in denen unter anderem Kaffee, Tiernahrung und Säuglingsnahrung hergestellt werden.
Gemäß den letzten verfügbaren Zahlen beschäftigte Nestlé im Jahr 2021 etwa 7.000 Mitarbeiter in dem Land und erwirtschaftete dort rund zwei Prozent des Konzernumsatzes.
Vorgehen Russlands gegen "unfreundliche" Regierungen
Nach Beginn des Krieges in der Ukraine hat Russland die Kontrolle über ausländische Vermögenswerte verschärft. Möglich ist das durch ein Dekret aus dem Jahr 2023, das Moskau erlaubt, Vermögenswerte aus Ländern, die von der Regierung als "unfreundlich" eingestuft werden, unter vorübergehende Verwaltung zu stellen.
Auch andere Unternehmen wie der französische Lebensmittelkonzern Danone, die dänische Brauerei Carlsberg und das niederländische Unternehmen Heineken waren so bereits unter staatliche Verwaltung gestellt worden. Später hatten sie ihr Russland-Geschäft verkauft. So veräußerte Heineken 2023 seine sieben Standorte zum symbolischen Preis von einem Euro. Unter dem Strich bedeutete dieser Rückzug einen Verlust von etwa 300 Millionen Euro für das Unternehmen.
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