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Sunday, October 18, 2026

Nutzt du «1234» als Passwort? Das meint der Experte dazu

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  • Eine Analyse geleakter Schweizer Passwörter zeigt «123456» auf Platz eins, gefolgt von «1234» und «12345».
  • Solch einfache Passwörter lassen sich laut Experte Nicolas Mayencourt innert Sekunden knacken.
  • Sicherer ist eine Passphrase, die mindestens zehn Zeichen lang ist und Zahlen und Sonderzeichen enthält.

Fürs Handy, den Laptop bei der Arbeit oder das Bankkonto: Überall braucht es Passwörter. Eigentlich sollte man für jeden Zugang ein anderes Passwort verwenden. Und persönliche Informationen gehören auch nicht hinein. Eigentlich. Doch im Alltag halten sich viele nicht immer daran und greifen der Einfachheit halber zu «1234».

Das Passwort «123456» gehört zu den meistgenutzten Passwörtern in der Schweiz, wie Content Creator Manuel Bürge in einem Tiktok-Video erklärt. Er habe geleakte Schweizer Passwörter aus dem Darknet analysiert. Das Ergebnis: Auf Platz eins liegt «123456», gefolgt von «1234» und «12345». Erst ab Platz fünf weicht die Kombination von diesem Muster ab.

Auch Namen und Daten werden häufig verwendet und zählen als Tabu

Die Liste zeigt zudem, dass Passwörter wie «hallo» oder «passwort» sowie persönliche Angaben häufig vorkommen. Darunter sind etwa Kombinationen aus Firmennamen und dem aktuellen Jahr oder aus Vor- und Nachnamen. Auch solche Passwörter tauchen in den geleakten Daten auf.

Moderne Computer können solche einfachen Passwörter innert Sekunden knacken, erklärt Cybersecurity-Experte Nicolas Mayencourt. «Einfache Passwörter, welche noch nicht auf einer solchen Liste sind, werden mittels Testen in sogenannten ‹Bruteforce-Attacken› durchprobiert», sagt er. Bei solchen Angriffen werden zahlreiche mögliche Passwortkombinationen automatisiert ausprobiert.

«Wir Menschen sind schlecht darin, uns komplexe Passwörter zu merken»

Cybersecurity-Experte Nicolas Mayencourt

Auch persönliche Informationen wie Namen von Haustieren, Geburtsdaten oder Wohnorte hält der Experte in Passwörtern für «sehr problematisch». «Angreifer können sich solche Informationen relativ einfach aneignen und diese dann als Grundlage fürs Bruteforcing-Wörterbuch nutzen. Dies ist eine gängige Praxis der Angreifer.»

So sieht ein sicheres Passwort aus

Warum verwenden trotzdem so viele Menschen einfache Passwörter? Für Mayencourt ist der Grund klar: «Wir Menschen sind schlecht darin, uns komplexe Passwörter zu merken.»

Ein sicheres Passwort sollte laut dem Experten folgende Kriterien erfüllen:

  • Mindestens zehn Zeichen enthalten – je länger, desto sicherer.
  • Nicht einfach zu erraten sein und keine bekannten Namen oder Geburtsdaten enthalten.
  • Aus Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen bestehen.

Der Cybersecurity-Experte Nicolas Mayencourt empfiehlt statt eines Passworts eine Passphrase: «Ich kann mir das sehr einfach merken, für einen Angreifer ist dies ein sehr komplexes Passwort, welches wirtschaftlich sinnvoll nicht mehr geknackt werden kann.»

Der Cybersecurity-Experte Nicolas Mayencourt empfiehlt statt eines Passworts eine Passphrase: «Ich kann mir das sehr einfach merken, für einen Angreifer ist dies ein sehr komplexes Passwort, welches wirtschaftlich sinnvoll nicht mehr geknackt werden kann.»Dreamlab

Doch wie soll man sich ein kompliziertes Passwort wie «C34Dhu*87!dP» merken? Statt solcher Kombinationen empfiehlt Mayencourt eine sogenannte Passphrase. «Ein Satz, der etwas bedeutet, aber keine persönlichen Informationen enthält. Zum Beispiel ‹IcharbeiteamliebstenamMontag26!›. Ich kann mir das sehr einfach merken, für einen Angreifer ist dies ein sehr komplexes Passwort, welches wirtschaftlich sinnvoll nicht mehr geknackt werden kann.»

Sind Passwortmanager und Multi-Faktor-Authentifizierung die bessere Lösung?

Moderne Geräte und Browser bieten immer häufiger automatisch generierte Passwörter an, die sich direkt speichern lassen. «Passwortmanager sind eine sehr gute und praktische Erfindung, ihr Einsatz wird empfohlen», sagt Mayencourt. Wichtig sei jedoch, dass auch der Passwortmanager selbst sicher ist. Von typischen Browser-Lösungen rät der Experte ab.

Einen besonders hohen Schutz biete auch die Multi-Faktor-Authentifizierung. «Sie entspannt die Passwortfrage», erklärt Mayencourt. «Selbst wenn ein Passwort bekannt werde, brauche es für den Zugriff zusätzlich einen weiteren Faktor.» So sei der Zugang für Hacker beinahe unmöglich. Voraussetzung ist allerdings, dass der jeweilige Anbieter diese Funktion auch anbietet.

Wie gehst du bei deinen Passwörtern vor?

Entscheidend sei nicht nur, wie sicher ein Passwort ist, sondern auch, wie oft es geändert wird. Mayencourt rät: Je häufiger man das Passwort nutzt und je sensibler der Zugang ist, desto häufiger sollte man es wechseln. «Ein neues Passwort sollte sich auch dringend vom alten komplett unterscheiden.» Denn Computer könnten kleine Änderungen an bestehenden Passwörtern, etwa eine andere Zahl am Ende, sehr schnell durchprobieren, erklärt er.

Das A und O bei der Cybersicherheit ist für Mayencourt jedoch klar: «Für jeden Dienst und jeden Account sollte ein eigenes, einzigartiges Passwort oder eine Passphrase erstellt werden – am besten in Kombination mit einer Multi-Faktor-Authentifizierung.»

Melissa Greiter

Melissa Greiter (mgr) arbeitet seit 2024 für 20 Minuten. Sie ist seit Februar 2025 Redaktorin im Ressort News, Wirtschaft und Videoreportagen.

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