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Saturday, September 12, 2026

"Flaschenpfand?" Wie eine Koreanerin Deutschland erlebt

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Die Koreanerin Jihye Jung studiert in Deutschland und teilt ihre Erlebnisse in den sozialen Medien. Mit ihrer Faszination und ihrem Blickwinkel für Deutschland erreicht sie viele Fans.

19.08.2026 | 6:09 min

Was ist "Flaschenpfand?" Warum funktionieren manche Rolltreppen in beide Richtungen? Und was bitteschön ist ein "Taxi-Teller"? Es sind solche und andere Fragen, die sich Jihye Jung jeden Tag stellt. Jihye ist 25 Jahre alt und kommt aus Südkorea.

In Deutschland kann man Fenster "kippen"

Vor ein paar Monaten ist sie nach Deutschland gezogen, nach Essen, ins Ruhrgebiet. Alles ist neu, alles ist hier anders als in ihrer Heimatstadt Seoul. Und was ihr in Deutschland so alles auffällt, teilt Jihye in den sozialen Medien. Dass man hier Fenster "kippen" kann - zuerst dachte Jihye, ihr Fenster sei kaputt.

Und dann die Sache mit dem "Flaschenpfand": Man kann hier Flaschen in Bargeld verwandeln? Doch dann spukt der Automat nur einen "Pfandbon" aus. Was für eine Enttäuschung. Dass man den einlösen kann, kriegt Jihye aber später noch heraus.

Es ist ihr ganz eigener Blick auf Deutschland und die Deutschen. Manchmal ist Jihye von dem Land verzaubert, manchmal verwirrt. Und genau das mögen ihre Fans und Follower. Jemand habe ihr geschrieben, dass er Deutschland durch ihre Sicht auf das Land neu entdeckt habe, erzählt Jihya Jung. Er habe wieder gesehen, wie schön es hier eigentlich sei.

Ich glaube, die Menschen hier in Deutschland mögen es, ihr Land durch meine Brille zu sehn.

Jihye Jung, Influencerin

Sie stehen im Rampenlicht, die Männer organisieren den Rest: Die Insta-Boyfriends von Franziska Nazarenus und Charlott Josefin Heinze sind die heimlichen Helfer hinter dem Erfolg.

09.07.2026 | 4:26 min

Warum Jihye ein One-Way-Ticket nach Deutschland buchte

Ein Jahr will Jihye in Deutschland bleiben. Im Ausland zu leben, eine fremde Kultur zu entdecken und eine neue Sprache zu lernen - mit diesen Erfahrungen würde sie sich weiterentwickeln und wachsen, sagt Jihye. Warum sie ihre Heimat Südkorea verlassen hat, erzählt sie in ihrem allerersten Video. Der enorme gesellschaftliche Druck in Südkorea, eine erfolgreiche Karriere machen zu müssen - zu groß. Die Aussicht auf 16 bis 18 Stunden-Arbeitstage: so wollte Jihye nicht leben.

"Ich hatte einen Job in einer Marketing-Firma. Ich habe hart gearbeitet und von früh morgens bis spät in die Nacht vor einem Bildschirm gesessen. Ich habe gehasst, was aus mir geworden war. Also habe ich ein One-Way-Ticket gebucht. Nach Deutschland."

Sex, Drogen und jede Menge Selbstbestimmung: Mit ihrem provokativen Style polarisiert Rapperin Ikkimel und hat es in der Popwelt ganz nach oben geschafft. Im moma ist „Mutter Ikki“ zu Gast mit „Fußballmänner“.

06.07.2026 | 1:56 min

Aber warum eigentlich ausgerechnet Deutschland? Sie finde die Natur hier so schön und auch die vielen alten Städte, sagt sie. Und außerdem, und dabei muss Jihye lachen:

Ich liebe Bier.

Jihye Jung, Influencerin

Mit Döner und deutschen Eigenheiten zum Millionenpublikum

140.000 Follower hat sie inzwischen auf Instagram, auf YouTube sind es fast 60.000. Es sind die ganz einfachen Dinge, die ihre Fans und Follower begeistern. Zum Beispiel wenn Jihye ihren ersten Döner isst: über eine Million Mal wurde das Video geklickt. Genauso wie Jihyes erster Gang zur Apotheke. Was für ein Abenteuer, und anfangs hatte sie vor diesem Abenteuer auch ein bisschen Angst.

In Korea habe ich so viele Dinge über die Deutschen gehört, dass sie so kalt sind und doch eher zurückhaltend. Aber das stimmt überhaupt nicht.

Jihye Jung, Influencerin

Die Deutschen seien nett und freundlich, und sie gäben ihr immer so viel Liebe - vor allem ihre Follower, erzählt Jihye Jung.

Auch wenn es schon erste Sponsoren gibt - leben kann die 25-Jährige von ihrem Dasein als "Influencerin" nicht - sie lebt von dem, was sie sich für diese Reise zusammengespart hat.

Das stillgelegte Kraftwerk im brandenburgischen Plessa ist ein sogenannter „Lost Place“. Seit März sind dort Touren erlaubt. Das lassen sich sogenannte "Lost Placer" nicht zweimal sagen.

10.06.2026 | 2:26 min

Deutsche Bahn und Bürokratie sorgen für Ernüchterung

Völlig unkritisch ist ihr Blick auf Deutschland nicht - ihre Erfahrung mit der Deutschen Bahn zum Beispiel. Jihye und die Bahn: nicht immer die ganz große Liebe.

Genauso wie ihre Begegnungen mit der deutschen Bürokratie. Wenn man wie Jihye aus einem Land kommt, wo praktisch alles digital funktioniert, sind Papiere oft einfach nervig. Und auch das wird dann eben geteilt. Sie versuche, sich selbst zu sein und wolle den Leuten nichts vormachen, erklärt die Influencerin.

Und ich versuche ehrlich zu sein. Ich teile mein echtes Leben und meine echten Emotionen.

Jihye Jung, Influencerin

Was die Zukunft bringt? Alles offen. Bis Weihnachten will Jihye auf jeden Fall in Deutschland bleiben. Denn auf das Schlendern über die Weihnachtsmärkte - darauf will Jihye auf keinen Fall verzichten.

Widersprüche in der Mediennutzung

:Warum Jugendliche die Generationen vor Social Media beneiden

Fast die Hälfte der 14- bis 17-Jährigen beneidet Generationen, die ohne Social Media aufwuchsen. Dennoch gehören Instagram und Co. zum Alltag. Was hinter diesem Widerspruch steckt.

von Luisa Billmayer und Marie Ries

mit Video2:21

Ein Junge liegt auf einem Bett, ein anderer lehnt daran. Beide schauen auf ihr Smartphone. Über dem Foto liegt ein Balkendiagramm.

Grafiken

Über dieses Thema berichtete das ZDF in der Sendung "Volle Kanne" am 19.08.2026 ab 09:05 Uhr.

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