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Wednesday, October 28, 2026

Bolsonaro erklärt sich selbst zum Wahlsieger - aus den USA

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Flávio Bolsonaro

Illegale Ausreise nach Ermittlungen Bolsonaro erklärt sich selbst zum Wahlsieger - aus den USA

Stand: 28.10.2026 • 22:56 Uhr

Heimlich hat sich der brasilianische Wahlverlierer Flávio Bolsonaro in die USA abgesetzt. Gegen ihn wird wegen Korruption und Geldwäsche ermittelt. Entgegen eindeutiger Ergebnisse hat er sich nun selbst zum Wahlsieger erklärt.

Nach seiner Flucht in die USA hat sich der bei der Präsidentschaftswahl in Brasilien unterlegene Kandidat Flávio Bolsonaro zum Wahlsieger erklärt. "Ich bin der Führer Brasiliens, und die Kriminellen, die die Wahl in Brasilien gestohlen haben, sind Teil einer kriminellen Organisation, die eine Tyrannei errichtet hat", erklärte Bolsonaro am Mittwoch in einer auf X veröffentlichten Stellungnahme. Zunächst hatte er die Formulierung "wahrer gewählter Präsident" genutzt.

Er werde deshalb vom Ausland aus den Kampf für die Demokratie in dem südamerikanischen Land anführen. Er wolle verhindern, dass Lula ein "diktatorisches Regime" in Brasilien festige.

Bolsonaro kritisiert verlängerte Öffnungszeiten der Wahllokale

Bolsonaro sprach von einem vermeintlichen "Wahlbetrug". Unter anderem kritisierte er erneut die verlängerten Öffnungszeiten der Wahllokale.

Die Öffnungszeiten waren auf Antrag des Amtsinhabers Luiz Inácio Lula da Silva um zwei Stunden verlängert worden - wegen Problemen im Nahverkehr. Auch Bolsonaro hatte sich für eine Verlängerung eingesetzt, allerdings nur in bestimmten Bundesstaaten, in denen Regenfälle und Überschwemmungen den Wahlablauf beeinträchtigt hatten.

Lula hatte mit etwa 4,5 Millionen Stimmen gewonnen. Einer Analyse des Insper-Professors Pedro Burgos zufolge wurden in der zusätzlichen Zeit weniger als 35.000 Stimmen oder etwa 0,03 Prozent der Gesamtstimmen abgegeben.

Hinweise auf systematischen Wahlbetrug gibt es entgegen den Behauptungen Bolsonaros nicht. Brasilien hat eines der sichersten Wahlsysteme in der Region.

USA haben Familie Visa zugesagt

Bereits am Wahlabend hatte der Sohn des früheren Präsidenten Jair Bolsonaro angekündigt, rechtliche Schritte einzuleiten. Doch zwei Tage später setzte er sich gemeinsam mit seiner Frau und seinen beiden Töchtern in die USA ab. Der Politiker verließ Brasilien trotz eines Ausreiseverbots des Obersten Gerichtshofs und reiste über Argentinien und Ecuador in die USA.

Das US-Außenministerium hatte der Familie Visa zugesagt. Medienberichten zufolge will Bolsonaro in den USA Asyl beantragen.

Die brasilianische Polizei ermittelt gegen Bolsonaro unter anderem wegen Korruptions- und Geldwäscheverdachts im Zusammenhang mit einem Film über seinen inhaftierten Vater. Dieser war wegen eines Umsturzversuchs nach seiner Wahlniederlage 2022 zu einer mehrjährigen Gefängnisstrafe verurteilt worden.

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