Ist die Luxus-Suchtklinik schuld an Presleys Tod?

- Presley Gerber, Sohn von Cindy Crawford, ist im Alter von 27 Jahren in einer Rehabilitationsklinik in Santa Monica gestorben.
- US-Medien berichten von einer mutmasslichen Überdosis – die genaue Todesursache ist noch nicht geklärt.
- Ein Zürcher Suchtmediziner warnt zudem vor Ibogain, das Gerber laut eigenen Angaben in seiner Therapie einsetzte und Herzprobleme verursachen kann.
Presley Gerber ist im Alter von 27 Jahren gestorben. Laut US-Medien steht eine mutmassliche Überdosis im Fokus der Ermittlungen. Dies sorgt für Fragezeichen, denn der Sohn von Cindy Crawford (60) befand sich zum Zeitpunkt seines Todes in einer Rehabilitationsklinik für seine Drogensucht.
Im Netz wird darüber spekuliert, wie es möglich sein kann, dass eine Person in einer Suchtklinik an einer Überdosis stirbt. Für viele ist klar, dass die Einrichtung schuld an Presleys Tod hat.
«Der häufigste Grund, wieso Personen in einer Einrichtung an einer Überdosis sterben, ist, dass die Einrichtung nicht sauber arbeitet», erklärt Tiktoker Michael Pezzullo, der laut eigenen Angaben selbst in Rehas gearbeitet hat. Viele Einrichtungen, in denen er tätig war, hätten keine regelmässigen Durchsuchungen gemacht.
Presley Gerber machte Entzug in Luxus-Klinik
«Sie haben Drogenkonsum nicht erlaubt, haben aber nicht gut genug kontrolliert», berichtet er von seinen Erfahrungen. Gute Einrichtungen führen regelmässige Drogentests mit ihren Patienten durch und lassen die Zimmer von Spürhunden checken. Eine gute Einrichtung sei zudem nicht immer die teuerste, so Pezzullo.
Presley war Patient in der luxuriösen Resolutions Living Facility in Santa Monica, Kalifornien. Die Einrichtung bietet massgeschneiderte Programme für ihre Patienten an, verfügt über ein privates Kino, ein Gym und einen Koch.
Führte Ibogain-Therapie zu Presleys Tod?
Laut der Website der Klinik durchlaufen Bewohner ein dreiphasiges Genesungsprogramm, das auf ihre spezifischen Bedürfnisse zugeschnitten ist und Aktivitäten zur Zielsetzung, Freiwilligenarbeit und Übungen zur Charakterbildung umfasst. Dabei werden sie von einem Team aus zertifizierten Beratern, Ärzten, Psychiatern, Psychologen, Therapeuten, Yogalehrern, einem Akupunkteur und einem Hypnotherapeuten unterstützt.
Noch ist die Todesursache nicht geklärt. Viele User sehen als weitere Möglichkeit Presleys Ibogain-Therapie. Er sprach auf Instagram offen darüber, das Halluzinogen in seiner Suchttherapie zu nutzen. Dr. med. Thilo Beck, Chefarzt am Arud Zentrum für Suchtmedizin in Zürich, bestätigte gegenüber 20 Minuten, dass die Substanz mit Risiken kommt: «Ibogain kann Herzprobleme verursachen, die im schlimmsten Fall tödlich enden. Die Substanz stört die elektrische Reizleitung im Herzen, wodurch Vorhofflimmern entstehen kann.»
Unter medizinischer Aufsicht sei das Risiko relativ gering. Ibogain ist aber noch wenig erforscht und in der Schweiz nicht zugelassen.
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Die Ermittlungen rund um Presleys Tod laufen aktuell noch. Am Montag wurde eine Autopsie durchgeführt. Es werden aber noch zusätzliche Tests benötigt, so die Gerichtsmedizin in einer Mitteilung. Erst diese werden abschliessend klären können, wie es zum tragischen Todesfall kommen konnte.
Trauerst du oder trauert jemand, den du kennst?
Hier findest du Hilfe:
Seelsorge.net, Angebot der reformierten und katholischen Kirchen
Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147
Pro Senectute, Beratung älterer Menschen in schwierigen Lebenssituationen
Hast du oder hat jemand, den du kennst, ein Problem mit Suchtmitteln?
Hier findest du Hilfe:
Safezone.ch, anonyme Onlineberatung bei Suchtfragen
Feel-ok, Informationen für Jugendliche
Infodrog, Information und Substanzwarnungen
Vergiftungsnotfälle, Tel. 145
Leonie Projer (pro), Jahrgang 1997, ist stellvertretende Leiterin im Ressort People und arbeitet seit Oktober 2022 bei 20 Minuten. Ihre ersten journalistischen Erfahrungen sammelte sie bei Tele M1 und «ArgoviaToday».
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