Besuch in der Kläranlage – Vom WC in die Limmat: Was passiert mit unserem Geschäft?

Wir gehen aufs WC, betätigen die Spülung, waschen die Hände, und die Sache mit der Notdurft ist für uns erledigt. Doch wo landen eigentlich unsere kleinen und grossen Geschäfte? In der Kläranlage Werdhölzli in Zürich finden sich die Antworten. Eine Reise in fünf Schritten der etwas anderen Art.
1. WC-Spülung an und ab die Post Richtung Kläranlage
Nach der WC-Spülung fliesst das Abwasser zur Kläranlage. Dort landet es in einer grossen Halle. Am Ende des Kanals befindet sich ein Rechen. Feste Teile im Wasser, wie Kot, WC-Papier oder Essensreste, bleiben in diesem Rechen hängen.
Oder auch Dinge, die eigentlich nicht ins WC gehören. «Es landen Wanderschuhe, Kleider oder Hüte bei uns», erzählt Christoph Mahlstein, Mediensprecher der Kläranlage Werdhölzli.
Der Rechen befördert dann diesen Abfall auf ein Fliessband, das die Teile zu einer Tonne transportiert. Die festen Teile werden verbrannt, doch das Abwasser ist weiterhin nicht sauber. Es fliesst weiter in den Öl- und Sandfang. Der Sand setzt sich am Boden ab. Das Öl schwimmt oben auf und wird abgeschöpft.
Danach fliesst das Wasser in runde Vorklärbecken. Dort trennt sich der grobe Schlamm vom Wasser und alles landet in einem grossen Becken.
2. Kleine Helfer mit grosser Wirkung
Das Wasser wird in grossen, langen Becken biologisch gereinigt. Das heisst: Viele Bakterien fressen den Dreck im Wasser.
Damit die Bakterien gut mit Sauerstoff versorgt sind, blasen Pumpen am Rand des Beckens Luft ins Wasser.
3. Von Braun zu fast klar
Das Wasser fliesst nach der bakteriellen Reinigung weiter in die sogenannten Nachklärbecken. Wenn man nichts riechen würde, könnte man denken, man sei im Schwimmbad. Das Wasser sieht schon sehr klar aus.
In diesen Becken setzen sich die Bakterien und der restliche Schlamm am Boden ab. Grosse Maschinen saugen den Schlamm und die Bakterien vom Boden weg.
4. Wasserproben mit spannenden Informationen
Nun schwimmen im Wasser immer noch winzige Rückstände herum, die mit dem Auge nicht sichtbar sind. Sie kommen beispielsweise von Medikamenten oder Dünger. Mit Wasserproben können die Expertinnen und Experten im Abwasser messen, welche Medikamente die Bevölkerung gerade vermehrt einnimmt.
Um diese Rückstände aus dem Wasser zu entfernen, wird das Wasser in geschlossene Becken gefüllt. Ozon erledigt die Restarbeit: Es zerstört die Rückstände.
5. Zurück zur Natur
Zum Schluss wird das Wasser noch einmal gefiltert. Es sickert ähnlich wie das Grundwasser in der Natur durch eine Sandschicht. Diese Schicht fängt die letzten Schlammpartikel aus dem Abwasser auf.
Das Wasser ist wieder sauber und bereit für die Limmat. Zum Trinken taugt es allerdings noch nicht.
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