13-jährige Chinesin bricht beinahe Schwimm-Weltrekord

- Die 13-jährige Chinesin Yu Zidi hat an den Asien-Spielen in Tokio den Weltrekord über 200 m Lagen um nur vier Zehntelsekunden verpasst.
- Sie schwamm die Strecke in 2:06,10 Minuten – zwei Jahre zuvor hatte sie noch 2:14 Minuten gebraucht.
- Trotz ihres Erfolgs hatte Zidi mit zwölf Jahren wegen Erschöpfung ans Aufhören gedacht, liess sich aber von Familie und Trainern umstimmen.
In der Schwimmwelt wäre es beinahe zu einer riesigen Sensation gekommen. Die 13 Jahre alte Yu Zidi aus China kratzte an den Asien-Spielen in Tokio am Weltrekord über 200 m Lagen.
Zidi absolvierte die vier Längen in 2:06,10 Minuten. Zum Weltrekord von Summer McIntosh fehlten nur vier Zehntelsekunden. Die Leistung der jungen Chinesin ist auch ohne Weltrekord mehr als bemerkenswert.
Beste Schwimmerin der Welt ist ihr Vorbild
Die Mega-Zeit kam jedoch nicht aus dem Nichts. Zidis Entwicklung in den letzten Jahren ist bemerkenswert. Mit elf Jahren schwamm sie 2024 die Strecke noch in 2:14 Minuten, ein Jahr später war sie bereits fast drei Sekunden schneller. An der Weltmeisterschaft (der Erwachsenen!) in Singapur belegte sie mit dieser herausragenden Leistung den vierten Platz.
Ihre grösste Inspiration ist ausgerechnet die Frau, der sie um ein Haar den Weltrekord wegschnappte: Summer McIntosh. Die 20-jährige Kanadierin ist derzeit die wohl beste Schwimmerin der Welt. Zu ihrem Palmarès zählen unter anderem drei Olympia-Goldmedaillen, acht WM-Titel und vier Kurzbahn-WM-Titel.
Auch McIntosh war schon sehr früh sehr erfolgreich. Mit gerade einmal 14 Jahren qualifizierte sie sich für die Olympischen Spiele in Tokio 2021. Wenn Zidi so weitermacht, würde sie mit 15 Jahren bei Olympia 2028 in Los Angeles um Medaillen schwimmen – genau das ist auch ihr Ziel.
Karriere beinahe aufgegeben
Die sehr vielversprechende, junge Karriere drohte vor einem Jahr zu scheitern. Nach ihrem vierten Rang bei der WM 2025 in Singapur hatte Zidi öffentlich gemacht, dass sie wegen Erschöpfung durch das viele Training und ihr Studium ans Aufhören gedacht habe – kleiner Reminder: Damals war sie gerade einmal zwölf Jahre alt.
Ihre Trainer, Teamkolleginnen, Freunde und Eltern konnten sie aber wieder umstimmen und sie zur Fortsetzung ihrer Karriere bewegen. Ihre grossen Erfolge in jungen Jahren sorgen aber auch für Kritik. Siobhan Haughey aus Hongkong sieht darin einen Trend. Immer mehr junge Athletinnen würden bereits in Teenagerjahren Weltklasse-Zeiten schwimmen. Die 28-Jährige gehört im Vergleich zu Zidi schon zum alten Eisen.
Die junge Chinesin gehört ohne Zweifel zu den grössten Schwimmtalenten auf diesem Planeten. Es wird wohl nur eine Frage der Zeit sein, bis sie definitiv zur Weltspitze gehört.
Nino Vinzens (nvi) arbeitet seit 2024 für 20 Minuten. Seine Expertise verteilt sich hauptsächlich auf die Sportarten Fussball, Ski Alpin und Eishockey.
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