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Monday, November 2, 2026

Rettung dauert 14 Stunden: Deutsche lassen Kumpel in 2600 Metern Höhe in den Alpen zurück

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Rettung dauert 14 StundenDeutsche lassen Kumpel in 2600 Metern Höhe in den Alpen zurück

02.11.2026, 10:53 Uhr

imageVon Stephanie Schulze

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Unter den widrigsten Wetterbedingungen kämpfen sich die Bergretter zu dem 20-Jährigen vor. (Foto: Bergrettung Mühlbach)

Drei deutsche Bergsteiger machen sich auf den Weg, den Hochkönig in den österreichischen Ostalpen zu bezwingen - trotz Warnung und schlechter Wetterbedingungen. 300 Meter vor dem Ziel kommt ein Mitglied der Gruppe nicht mehr weiter. Seine Begleiter klettern kurzerhand ohne ihn weiter.

Ein 20 Jahre alter Bergsteiger ist in der Nacht von Samstag zu Sonntag vom Hochkönig in den Österreicher Alpen gerettet worden. Seine beiden Begleiter hätten ihn kurz vor dem Gipfel in 2600 Metern Höhe allein zurückgelassen, berichtete die Bergrettung Mühlbach. Sie machten sich demnach allein auf den Weg an die Spitze. Der Deutsche musste die Nacht ausharren und wurde stark unterkühlt bei einem 14 Stunden andauernden Rettungseinsatz in Sicherheit gebracht.

Das deutsche Bergsteigertrio soll sich am Samstagnachmittag auf den Weg gemacht haben, den knapp 3000 Meter hohen Gipfel des Hochkönigs zu bezwingen. Der Berg ist ein beliebtes Ziel von Urlaubern im Salzburger Land. Eine erfahrene Kletterin warnte die Männer noch, die Route anzutreten - es sei viel zu spät und das Wetter nicht optimal. Doch die Männer wollten nicht hören. Im Bereich des Notausstiegs, gegen 19 Uhr, kam der 20-Jährige nicht mehr weiter. Er war zu erschöpft und setzte daraufhin den Notruf ab. Die anderen beiden Männer ließen ihn zurück und erreichten noch in der Nacht die bereits geschlossene Berghütte, das Matrashaus.

Hubschrauber konnte nicht fliegen

Die alarmierten Bergretter machten sich nach dem Eintreffen des Notrufs sofort auf den Weg. "Bereits der Aufstieg war aufgrund der herrschenden Witterungsbedingungen auch für unsere Einsatzkräfte fordernd", sagte der Einsatz- und Ortsstellenleiter von Mühlbach, Wolfgang Haggenmüller. Der Einsatz eines Rettungshubschraubers sei nicht möglich gewesen. Per Telefon wurde der Kontakt zu dem 20-Jährigen gehalten. "Wir haben dem Deutschen erklärt, dass er sich bewegen muss und keinesfalls allein absteigen darf", so Haggenmüller.

Während die Retter auf dem Weg waren, kam es zu einem weiteren Kälteeinbruch mit viel Schneefall. Stundenlang kämpfte sich das Team zu dem 20-Jährigen vor und erreicht ihn erst kurz vor Mitternacht. Doch damit war der Einsatz noch lange nicht vorbei. Der Verletzte wurde für den Abstieg im Tiefschnee angeseilt. "Der Steig war nicht mehr sichtbar, es herrschte Absturzgefahr, die Wegfindung war sehr schwierig", sagte der Einsatzleiter. Eine lebensgefährliche Situation für alle Beteiligten. Erst am Sonntag gegen 8.18 Uhr erreichte die Mannschaft eine sichere Hütte.

Der örtliche Bezirksleiter von Pongau übte scharfe Kritik an den Bergsteigern. Sie hätten eine lebensbedrohliche Situation aufgrund von Selbstüberschätzung, falscher Tourenplanung und Missachtung der Warnungen in Kauf genommen. "Bergsteigen bedeutet auch, rechtzeitig umzukehren. Die Berge laufen nicht davon." Weshalb die Bergsteiger ihren Begleiter zurückließen, ist noch unklar. Die Alpinpolizei ermittelt zum Einsatz.

Immer wieder kommt es am Hochkönig zu tödlichen Unglücken. 2016 starb ein Stuttgarter, als er beim Abstieg vom Matrashaus in die Tiefe stürzte. Im Jahr 2010 verunglückte ein 50 Jahre alter Bayer in etwa 2000 Metern Höhe, als er auf dem steil abfallenden Weg ausrutschte. Zudem war erst Ende September eine 32 Jahre alte Frau beim Klettern in den italienischen Alpen ums Leben gekommen.

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