Technologie außer Rand und Band?: Zuckerberg gegen langsamere Entwicklung von KI

Technologie außer Rand und Band?Zuckerberg gegen langsamere Entwicklung von KI
16.09.2026, 10:25 Uhr

Wendet sich die KI irgendwann gegen ihre Schöpfer? Selbst aus der Tech-Branche gibt es inzwischen scharfe Warnungen und den Ruf, die Entwicklung etwas hinauszuzögern. Meta-Chef Zuckerberg sieht das anders.
Der Chef des Meta-Konzerns, Mark Zuckerberg, hat Rufe nach einer Verlangsamung der KI-Entwicklung abgelehnt. In einem am Dienstag veröffentlichten Beitrag bei X verwies Zuckerberg auf Marktmechanismen und rechtliche Risiken für Entwickler, die seiner Meinung nach ausreichen, um der Technologie Grenzen zu setzen.
"Die Menschen werden keine Modelle nutzen wollen, die nicht auf ihre Interessen abgestimmt sind und nicht das tun, was sie verlangen", schrieb der Chef des Konzerns, zu dem unter anderem Facebook, Instagram und Whatsapp gehören. "Die Forschungslabore haben daher einen starken natürlichen Anreiz, ihre Modelle besser darauf abzustimmen." Würden sie es nicht tun, würden sie ins Hintertreffen geraten.
Zuletzt hatte es aus der Tech-Branche angesichts außer Kontrolle geratener KI-Systeme mehrfach Warnungen gegeben, die Technologie könne unkontrollierbar werden. Der Chef des KI-Pioniers Anthropic, Dario Amodei, hatte am Wochenende zu einer langsameren Entwicklung von KI-Modellen aufgerufen. Unterstützung bekam er von OpenAI-Chef Sam Altman, dem Tech-Unternehmer Elon Musk, der hinter dem KI-Assistenten Grok steht, Microsoft-Chef Satya Nadella sowie DeepMind-Chef Demis Hassabis.
Harte Kritik daran kam wiederum von US-Präsident Donald Trump, der eine staatliche Regulierung von KI ablehnt. Er begründete dies damit, die USA müssten ihren technologischen Vorsprung vor China aufrechterhalten. KI-Skeptiker verunglimpfte er als "Verschwörungstheoretiker" und "Verräter".
OpenAI, Anthropic und Google sprachen sich dann am Dienstag dafür aus, eine unternehmensübergreifende Selbstregulierungsorganisation zu schaffen. Vorbild ist den Angaben zufolge die private Aufsichtsorganisation Finra, die im Auftrag der Börsenaufsicht SEC den Wertpapierhandel in den USA beaufsichtigt.
Meta-Chef Zuckerberg erklärte hingegen, dass potenzielle Gerichtsverfahren Entwickler bereits dazu zwängen, verantwortungsbewusst zu handeln. Als Beispiel nannte er die Entscheidung von Meta, die Einführung seines mit personalisierten Agenten ausgestatteten Systems "Muse AI" um mehrere Monate zu verschieben, um die Sicherheitsvorkehrungen zu verstärken. Aus regierungsnahen Kreisen bekam der X-Beitrag Zuspruch.
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