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Saturday, September 12, 2026

Fahrzeugsicherheitsexperte zu Busunfall im Engadin: «Die Gurtentragpflicht in den Cars wird schlecht umgesetzt»

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Fahrzeugsicherheitsexperte zu Busunfall im Engadin

«Die Gurtentragpflicht in den Cars wird schlecht umgesetzt»

Der schwere Car-Unfall im Engadin wirft auch Fragen zur Sicherheit an Bord von Reisebussen auf. Ein Experte erklärt, wieso Gurte so wichtig sind und wie man sich am besten schützt.

Publiziert: 00:43 Uhr

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft

  • Reisebus-Unfall im Engadin: Fünf Tote, 40 Verletzte am Donnerstagabend
  • Experte kritisiert mangelhafte Umsetzung der Gurtentragpflicht in Reisebussen
  • 80 Prozent Verletzungsrisiko ohne Gurt, 20 Prozent mit Beckengurt laut Studie

Am Donnerstagabend verunfallte ein Reisebus im Engadin schwer. Ersten Erkenntnissen nach kollidierte er mit der Leitplanke und kippte auf die Seite, bevor er auf einer Wiese zum Stillstand kam. Fünf Personen starben dabei, 40 weitere wurden verletzt. Professor Raphael Murri, Dozent für Fahrzeugmechanik und -sicherheit an der Berner Fachhochschule, vermutet, dass diese traurige Statistik auch mit wenig genutzten Sicherheitsgurten zu tun hat.

Murri sagt zu Blick: «Sicherheitsgurte sind etwas vom Wichtigsten. Insbesondere wenn sich der Bus überschlägt, sind die Gurte das A und O.» Wie viele der 45 Personen im Car zum Unfallzeitpunkt angeschnallt waren, ist nicht bekannt. «Wenn alle im Bus angegurtet gewesen wären, hätten sie eine absolut hohe Überlebenschance», steht für den Experten jedoch fest.

Die 80/20-Regel

Bleiben die Gurte ungenutzt, würden die Passagiere bei einem Unfall allenfalls «zufällig durch den Bus» fliegen. «Als Vergleich: Wenn jemand aus 2 Metern Höhe mit dem Kopf auf den Boden fällt, dann kann das eine tödliche Verletzung verursachen – im Bus passiert dasselbe», so Murri.

Die Beckengurte, die man in Bussen und Cars häufig vorfindet, seien zwar nicht ideal, aber sicher besser als nichts. Benutzen soll man sie in allen Fällen, da sie das Überleben in einer Unfallsituation wahrscheinlicher machen. In Fachkreisen hat man dafür einen bestimmten Namen: die 80/20-Regel. «Das heisst 20 Prozent Wahrscheinlichkeit, dass sich ein angegurteter Passagier verletzt. 80 Prozent bei nicht angegurteten Passagieren», klärt der Experte auf.

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In Reisebussen besteht Gurtentragpflicht

In Reisecars und Vereinsbussen müssen vorhandene Sicherheitsgurte grundsätzlich getragen werden. Der Chauffeur sei dabei verpflichtet, die Passagiere vor der Abfahrt auf die Gurtentragpflicht aufmerksam zu machen. «Er muss aber nicht wie ein Polizist alle kontrollieren, ob die Gurte auch angeschnallt sind», erklärt Murri. Deshalb herrscht letztlich das Prinzip der Eigenverantwortung. «Die Einhaltung der Gurtentragpflicht liegt in der Verantwortung der Passagiere – bei jedem Einzelnen», so der Experte. 

«Es ist kein Geheimnis, dass die Gurtentragpflicht in den Cars in der Realität schlecht umgesetzt wird», sagt Murri. Dies stellt ein grosses Problem in der Branche dar – bei Schweizer und bei ausländischen Cars. «Für viele Passagiere kommt in einem Reisebus ein ÖV-Feeling auf. Man spürt die Fahrt, die Geschwindigkeit nicht real. Viele denken: Im Zug oder Bus muss man sich auch nicht angurten, wieso also im Reisebus?»

Positiv: Car nicht zerdrückt

Während die Frage nach den Sicherheitsgurten im vorliegenden Fall im Engadin bisher nicht geklärt wurde, ist jedoch klar: Der Bus wurde trotz Überschlagens nicht zerdrückt. Das spricht immerhin für eine sauber geprüfte Zulassung. «In der Regelung für die Zulassung eines Cars muss man einen Überschlag nachweisen können», erklärt Murri.

Der Car darf dabei weder zerdrückt noch zerquetscht werden. «Das ist in diesem Fall nicht passiert und positiv zu werten, obwohl der Bus gekippt ist.»

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Blick durfte ihn filmen:So sieht der Bus nach dem Unfall aus

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