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Thursday, October 15, 2026

Schmidt: "Nicht jede Diskussion zur Machtfrage machen"

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Über Evan Gershkovichs 491 Tage in einem russischen Gefängnis, den historischen Deal, der zu seiner Freilassung führte, den Rücktritt von Bärbel Bas und die Verhaftung von Ex-BND-Chef Hanning.

15.10.2026 | 45:36 min

Zwei Tage nach dem überraschenden Rücktritt von Bärbel Bas als Bundesarbeitsministerin und SPD-Vorsitzende hält die Debatte über die Hintergründe ihrer Entscheidung an. Bas hatte ihren Rückzug nicht nur mit persönlichen Gründen, sondern auch mit öffentlichen Angriffen aus den Reihen des Koalitionspartners begründet, ohne jedoch konkrete Namen oder Vorfälle zu nennen.

Während SPD-Politiker wie Lars Klingbeil und Manuela Schwesig der Union einen unsensiblen Umgang mit Bas vorwerfen, weisen CDU-Politiker die Vorwürfe zurück. Bundeskanzler Friedrich Merz würdigte die Arbeit der SPD-Politikerin und zeigte Verständnis für ihre persönliche Situation, bestritt jedoch einen Zusammenhang zwischen Kritik aus der Union und ihrem Rücktritt.

Wolfgang Schmidt: Verständnis für den Rücktritt von Bärbel Bas

Für den ehemaligen Kanzleramtschef Wolfgang Schmidt kam der Rücktritt von Bas nach eigener Aussage nicht wirklich überraschend. Am Mittwochabend erklärte er bei "Markus Lanz", dass ein solcher Schritt nachvollziehbar werden könne, wenn jemand über längere Zeit das Gefühl habe, ständig Ziel von Angriffen zu sein.

Und da haben wir dann gesehen, dass alle Politiker und Politikerinnen eben auch Menschen sind und es bei jedem eine unterschiedliche Belastungsgrenze gibt, wie viel man bereit ist, [auszuhalten] oder auch wirklich aushalten kann.

Wolfgang Schmidt, ehemaliger Kanzleramtschef

Alexander Schweitzer (SPD) hat im Bundestag seinen Amtseid als neuer Bundesminister für Arbeit und Soziales abgelegt. Die geplante Rentenreform will er zügig auf den Weg bringen.

14.10.2026 | 0:25 min

Lanz zeigte wenig Verständnis für die aktuellen Angriffe von SPD-Politikern auf den Koalitionspartner. Er sagte, es habe viel Kritik an Bas gegeben, die zum Teil auch berechtigt gewesen sei. Andere Kritik sei möglicherweise unfair gewesen, räumte er ein, betonte jedoch, dass dies zur Politik gehöre. Die massiven Vorwürfe gegen die Union, insbesondere von Schwesig gegenüber dem eigenen Koalitionspartner, ließ Lanz nicht gelten.

SPD-Politiker Schmidt wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die scharfe Kritik von Schwesig möglicherweise auch damit zu erklären sei, dass sie als Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern aus taktischen Gründen die Union besonders deutlich attackiere. Dies entspreche einem Muster, das zwischen Landesregierungschefs und der Bundespolitik immer wieder zu beobachten sei: "Es lohnt sich für diejenigen, die in den Ländern Verantwortung tragen, häufig mal ein bisschen Abstand zum Bund zu halten. Gerade wenn eine Koalition nicht so gut läuft."

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) dankt in seiner Regierungserklärung der zurückgetretenen Ministerin Bärbel Bas (SPD). Und er sagt der Ukraine die Unterstützung Deutschlands zu.

14.10.2026 | 25:02 min

Diskussion ja, Machtfrage nein

Der ehemalige Kanzleramtschef warb bei "Lanz" dafür, "dass wir alle noch mal einen Schritt zurücktreten sollten".

Lasst uns nicht jeden Streit oder jede Diskussion gleich zu so einer Machtfrage und einer Charakterfrage machen.

Wolfgang Schmidt, ehemaliger Kanzleramtschef

Das häufig angespannte Verhältnis zwischen den Koalitionspartnern erklärte Schmidt damit, dass Deutschland seit 2005 nahezu durchgehend von "lagerübergreifenden Bündnissen" regiert werde.

Nach dem Rücktritt von Bärbel Bas steht die Bundesregierung weiter unter Druck. Bei den Rentenplänen oder den Arbeitszeitregelungen liegen Union und SPD weit auseinander.

13.10.2026 | 2:10 min

Koalitionen als Dauerbelastung für Parteien

Die unterschiedlichen politischen Vorstellungen der beteiligten Parteien führten zwangsläufig zu inhaltlichen Auseinandersetzungen, in denen immer wieder Kompromisse gefunden werden müssten. Die Spannungen seien daher auch Ausdruck des ständigen Ringens um gemeinsame Lösungen. Im politischen Alltag würden sich die Parteien dabei immer wieder aneinander aufreiben.

Für Schmidt gehören unterschiedliche Auffassungen und das Ringen um Kompromisse zum Wesen der Politik. "Aber für viele ist das extrem anstrengend."

Lanz konfrontierte Schmidt mit der These, hinter dem Vorgehen der SPD könne eine strategische Überlegung stehen: Die Union solle gezielt geschwächt werden, damit die Sozialdemokraten davon profitierten und künftig wieder den Kanzler stellen könnten.

Schmidt wies diese Interpretation jedoch zurück. Er kenne die handelnden Personen in der SPD gut genug und traue ihnen eine solche Strategie nicht zu. Stattdessen verwies er auf ein grundsätzlicheres Problem des deutschen Parteiensystems. Wenn Wähler sehr unterschiedliche Parteien in eine gemeinsame Regierung schickten, die eigentlich nicht zusammengehörten, führe dies zwangsläufig zu Spannungen und Konflikten:

Das ist doch die Krux und das Dilemma in unserem ausdifferenzierten Parteiensystem.

Wolfgang Schmidt, ehemaliger Kanzleramtschef

"Ich befürchte, wir werden uns daran gewöhnen müssen. Und deswegen ja immer wieder mein Appell: 'Lasst uns nicht so aufgeregt darüber diskutieren.'"

Über dieses Thema berichtete "Markus Lanz" am 15.10.2026 ab 00:00 Uhr.

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