CNN TürkHava Durumu (31-10-2026)The Jerusalem PostQatari mediators hold over 12 hours of talks aimed at renewing direct US-Iran negotiations - reportPunchMorning recap: Heatwave bites hard, Sowore Ekiti attack, FG’s transport allowance debate, other top storiesESPN⚾ Sights and sounds from Brewers' championship parade한겨레제주도의회 “안창호, ‘4·3 북한 배후설’ 발언 철회하고 사과하라”InquirerCatholic bishop lauds election of BARMM chief minister MacacuaUOLRota de fuga de Flávio abriga foragido do 8/1 e foi usada por bolsonaristas que deixaram paísZDF heuteEntdecken Sie das ZDF-NachrichtenstudioRTL BoulevardTrumps harde immigratiebeleid geen succes onder kiezersХабрИнтеграция без хаоса: почему настроить обмены между системами недостаточно경향신문장동혁 “이 대통령, 이 정도면 ‘황제골프’ 넘어 ‘민폐골프’”SRF NewsInnovation in der Medizin – Winzige Drohnen fliegen dank Ultraschall durch den Körper
The Daily Newsstand · Free, Always
Saturday, October 31, 2026

Die endlose Absurdität der globalen Ölmärkte

Translate

Ob Öl künftig günstiger wird, entscheidet sich nicht an der Anlage. Es hängt von Frachtkosten, chinesischer Nachfrage und der Lage im Iran-Konflikt ab.

Ob Öl künftig günstiger wird, entscheidet sich nicht an der Anlage. Es hängt von Frachtkosten, chinesischer Nachfrage und der Lage im Iran-Konflikt ab.Getty Images

Acht Monate nach Beginn des Iran-Kriegs wird das Rätsel um den Ölmarkt immer grösser. Seit Anfang September sind die Exporte aus dem Nahen Osten gestiegen. In der Woche bis zum 23. Oktober lagen sie laut Schätzungen des Datenunternehmens Vortexa bei über 17’000’000 Barrel pro Tag (b/d) – nur 4’000’000 b/d unter dem Niveau von 2025. Dennoch ist der Preis für Brent-Futures, die internationale Referenz für Rohöl, im gleichen Zeitraum um ein Fünftel auf 115’000’000 Dollar pro Barrel gestiegen und nähert sich damit seinem Höchststand vom April (siehe Grafik).

China

Drei Faktoren erklären, warum Öl so teuer ist, angefangen bei einer Veränderung der chinesischen Nachfrage nach Rohöl. Im März verbot die chinesische Regierung aus Sorge um die Versorgung den Export von Raffinerieprodukten. Die Raffinerien griffen auf ihre Lagerbestände zurück, und die Konsumenten verbrauchten weniger Treibstoff. Die Folge war, dass sich die Rohölimporte zwischen Februar und Juni um 6’000’000 Barrel pro Tag fast halbierten. Dies war ein wesentlicher Grund dafür, dass der grösste Ölversorgungsschock der Geschichte die Preise nicht in die Höhe trieb.

Im Juni führte eine Entspannung zwischen dem Iran und den USA zu einem Preisrückgang. Chinesische Raffinerien setzten sich für die Aufhebung des Exportverbots ein: Da die Exporte aus der Golfregion weiterhin blockiert waren und russische Raffinerien durch die Ukraine schwer getroffen wurden, erreichten die Margen der Raffinerien anderswo Rekordwerte. Ab Juli nahm China die Exporte wieder auf, und die Importe erholten sich. In den drei Wochen bis zum 16. Oktober lagen sie mehr als 3’000’000 Barrel pro Tag über dem Niveau vom Juni – genug, um einen Teil des Anstiegs der Exporte aus dem Nahen Osten aufzufangen, wie Neil Crosby von der Beratungsfirma FGE NexantECA feststellt.

Frachtkosten

Die Importe aus China sind seitdem leicht zurückgegangen. Doch ein zweiter Faktor – steigende Frachtkosten – treibt die Preise weiterhin in die Höhe. Die Art und Weise, wie China eingekauft hat, hat dabei eine Rolle gespielt: Anstatt nach vorab vereinbarten Zeitplänen einzukaufen, hat das Land auf dem Spotmarkt nach besseren Preisen gesucht, was laut Tom Reed von Argus Media, einer Agentur für Preisberichterstattung, zu einer Nachfrage nach Tankern führte, die schwerer zu planen und kostspieliger zu sichern war.

Unterdessen hat der Anstieg der Exporte aus der Golfregion über die Strasse von Hormus die Nachfrage nach Tankern weiter erhöht. Für solche Fahrten sind Flotten staatseigener Tanker erforderlich, die heimlich durch die Strasse fahren, Ladung aufnehmen und diese dann im Golf von Oman auf andere Schiffe umladen, die unter Umständen tagelang warten müssen. Dadurch werden mehr Schiffe gebunden, was die Frachtkosten weltweit in die Höhe treibt. Diese machten früher vier bis sieben Prozent der Kosten für die Lieferung von Öl an chinesische Abnehmer aus; im Oktober beliefen sie sich bereits auf 25 bis 30 Prozent.

Diese Kosten haben sich auf den gesamten Markt ausgewirkt. Produzenten in Lateinamerika und Westafrika, die weiter von den Abnehmern entfernt sind, haben ihre Rohölpreise gesenkt, um wettbewerbsfähig zu bleiben; Bohrunternehmen in der Nordsee hingegen erzielen einen höheren Preis. Diese «geografische Prämie» hat zu einer Preisdifferenz zwischen den billigsten und den teuersten Sorten geführt, die sich kürzlich auf fast 60 Dollar belief – und den Brent-Preis etwas nach oben getrieben.

Unsicherheit

Doch Nachfrage und Frachtvolumen erklären nicht vollständig, warum der Brent-Preis weit über dem «fairen» Wert liegt, den die Bank JPMorgan Chase auf rund 20 Dollar unter dem aktuellen Kurs ansetzt. Diese Differenz spiegelt den dritten Faktor wider: die Befürchtung, dass weitere Gewalt die Exporte aus der Golfregion erneut bremsen könnte. Im Oktober hat der Iran mindestens 30 Schiffe angegriffen – die mit Abstand höchste monatliche Zahl seit Kriegsbeginn. Die Houthi-Rebellen im Jemen haben Städte, Flughäfen, Raffinerien und die (kürzlich reparierte) Ost-West-Ölpipeline Saudi-Arabiens angegriffen. Im Monat bis zum 22. Oktober gab es an sieben der acht Tage, an denen sich der Brent-Preis um mehr als 2.50 Dollar pro Barrel bewegte, Nachrichten über Friedensgespräche oder sich verschärfende Spannungen, wie die Bank Morgan Stanley feststellte.

Trump hat angedeutet, dass er nach den amerikanischen Zwischenwahlen am 3. November erneut einen Angriff auf den Iran starten könnte. Die Märkte warten ab, ob er dies tatsächlich tun wird: Die geringen Handelsvolumina bei den Brent-Futures verleihen jeder bullischen Wette ein überproportionales Gewicht. Sollte er davon absehen, werden die Preise wahrscheinlich innert weniger Tage wieder zurückfallen. Doch gross angelegte Bombardements, gepaart mit massiven Angriffen seitens des Irans und der Houthis, könnten die Preise auf 130 bis 140 Dollar pro Barrel treiben, schätzt Jim Burkhard vom Datenunternehmen S&P Global.

China verfügt über umfangreiche Ölvorräte, und die reichen Länder halten strategische Reserven vor; beide werden wahrscheinlich in Anspruch genommen, sollten die Preise so stark ansteigen. Und die Brent-Terminkurve, die Raffineriemargen sowie die Fracht-Terminpreise deuten darauf hin, dass die Märkte befürchten, die Versorgungsengpässe könnten bis weit ins Jahr 2027 andauern. Im April waren die Händler kurz vor der Panik. Jetzt sind sie eher resigniert.

The Economist

Von Economist.com, übersetzt von 20 Minuten, veröffentlicht unter Lizenz. Der Originalartikel in englischer Sprache ist auf www.economist.com verfügbar.

View the original on 20 Minuten →

KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.