Nach Carunfall: Fünf Todesopfer wurden identifiziert

- Die fünf Todesopfer des Reisecar-Unglücks bei Zernez sind identifiziert: vier Frauen (71–80 Jahre) und ein 75-jähriger Mann aus verschiedenen Provinzen der Niederlande.
- Der Car mit 45 Personen kollidierte am Donnerstag auf der Strasse zwischen Zernez und Susch mit einer Leitplanke und blieb seitlich liegen.
- Botschaftsvertreter der Niederlande unterstützen Hinterbliebene und den Reiseveranstalter.
- Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln zur Unfallursache.
Nach dem schweren Reisecar-Unfall bei Zernez sind die fünf Todesopfer identifiziert worden. Wie die niederländischen Behörden mitteilen, handelt es sich um vier Frauen im Alter von 71, 75, 79 und 80 Jahren sowie einen 75-jährigen Mann. Die Frauen stammten aus Rotterdam, Maastricht, Haarlem und der Provinz Nordbrabant; der Mann lebte in der Provinz Groningen. Die Angehörigen seien informiert worden.

«Die Menschen stehen unter Schock»
Die niederländische Botschafterin Karin Mössenlechner und ihr Team setzen am Samstag ihre Besuche bei den Verletzten in verschiedenen Spitälern fort. Bereits am Vortag hatte das Team mit Angehörigen der Todesopfer gesprochen. «Die Menschen stehen unter Schock», sagte Mössenlechner, die selbst mit einigen Betroffenen gesprochen hat. Angehörige, die an der Reise teilnahmen, seien über das Schicksal ihrer Liebsten informiert worden.

Mössenlechner war am Freitagmorgen vor Ort und zeigte sich tief bewegt. «Ich war selbst Teil des MH17-Teams, das war ein ähnliches Gefühl», sagte sie zum Telegraaf. An der Unfallstelle traf sie auch die Frau des Carchauffeurs an und konnte kurz mit ihr sprechen, wie 20 Minuten bereits berichtete. Bei der Begegnung mit der Frau des Chauffeurs umarmten sich die beiden, die Betroffenheit war ihnen deutlich anzusehen.
Botschaftsteam aus Wien unterstützt ebenfalls
Das Botschaftsteam unterstützt auch den Reiseveranstalter bei der möglichst raschen Rückführung der überlebenden Reisenden. Mitarbeiter der niederländischen Botschaft in Wien trafen am Freitagabend im Hotel der Reisegruppe im österreichischen Nauders (A) ein und helfen ebenfalls bei der Rückreise, wie es heisst. Erste Personen befinden sich schon auf dem Rückweg in die Niederlande.
Die verunglückte Reisegruppe befand sich auf einer Tour durch die Alpen und war am Donnerstag von Österreich aus ins Engadin gefahren, um mit dem Bernina-Express zu fahren. Bei der Rückreise kam es zum tragischen Unfall.
Ermittlungen laufen
Der Reisecar mit 45 Personen war am Donnerstag kurz vor 17 Uhr auf der Engadinerstrasse zwischen Zernez und Susch verunfallt. Der Bus kollidierte mit einer Leitplanke, kam von der Strasse ab und blieb seitlich liegen. Fünf Menschen starben, drei wurden schwer, sieben mittelschwer und 30 leicht verletzt. Sie wurden mit sieben Rettungshelikoptern und 13 Ambulanzen in verschiedene Spitäler gebracht.
Nach bisherigen Erkenntnissen war kein weiteres Fahrzeug am Unfall beteiligt. Der Bus war mit einer niederländischen Reisegruppe unterwegs. Die Ursache des Unfalls ist weiterhin Gegenstand der Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft. Gesichert wurden unter anderem der Fahrtenschreiber sowie ein Tablet mit Streckenaufzeichnungen; auch eine auf den Chauffeur ausgerichtete Kamera wird untersucht. Zudem wird abgeklärt, welche Passagiere angeschnallt waren.
Jeremias Büchel (jeb) arbeitet seit 2015 im Ressort Ostschweiz in St. Gallen und ist seit 2026 als Korrespondent tätig.
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