Fast 500'000 Kinder auf den Philippinen online missbraucht

Auch Schweizer Täter
Fast 500'000 Kinder auf den Philippinen online missbraucht
Auf den Philippinen werden fast eine halbe Million Kinder zur Produktion von Missbrauchsmaterial gezwungen. Viele Täter sitzen in westlichen Ländern, darunter auch ein verurteilter Schweizer. Eine erschütternde CNN-Recherche deckt die grausame Online-Industrie auf.
Publiziert: vor 18 Minuten
- Hunderttausende Kinder auf den Philippinen für Online-Missbrauch ausgebeutet und gefilmt
- Zwischen 2020 und 2022 zahlten Amerikaner über 7 Millionen Dollar • Oftmals werden die Kinder von weiblichen Familienmitgliedern zu den sexuellen Angeboten gedrängt
Sandra MarschnerRedaktorin News-Desk
Hunderttausende Kinder auf den Philippinen finden sich einer entsetzlichen Realität ausgesetzt. Im minderjährigen Alter werden sie, oftmals von weiblichen Familienmitgliedern, dazu aufgefordert, sexuelles Material zu produzieren und online zu stellen, berichtet CNN. Hinter den Bildschirmen sitzen Männer aus westlichen Ländern, die immer expliziteres Material einfordern.
Eine erschütternde Recherche von CNN zum Online-Missbrauch von Kindern auf den Philippinen wurden durch Daten von Organisationen wie der International Justice Mission (IJM) bestätigt. Laut einem Bericht der IJM von 2023 sind allein in den Philippinen fast 500'000 Kinder betroffen.
Spuren führen auch in die Schweiz
Das Problem offenbart sich weltweit, doch die Philippinen gelten als Epizentrum für die Produktion von Kinderpornografie. Von 2015 bis 2023 waren die USA der grösste Abnehmer dieser Inhalte, zeigen Daten des philippinischen Rats zur Bekämpfung der Geldwäsche (AMLC). Zwischen 2020 und 2022 gaben Amerikaner über sieben Millionen Dollar (rund 5,8 Millionen Franken) für solche Inhalte aus.
Doch auch in Europa finden sich Konsumenten der philippinischen Kinderpornografie. Wie CNN berichtet, stammen die Täter im Alter zwischen 20 und 70 Jahren etwa aus Grossbritannien und Schweden – und auch aus der Schweiz. So wurde etwa die heute 14-jährige «Isa» über Jahre von mehreren Männern online missbraucht. Im Rahmen von Ermittlungen wurden auch ein Schweizer verurteilt.
Die Täter agieren oft anonym über verschlüsselte Plattformen wie Telegram oder WhatsApp. CNN deckte dabei auf, wie einfach es ist, in Gruppen Chats mit Angeboten voller Missbrauchsinhalte einzutreten, die oft zu niedrigen Preisen offeriert werden.
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