Angriffe auf Rechtsextremisten: Polizei nimmt mögliches Mitglied der "Hammerbande" fest

Angriffe auf RechtsextremistenPolizei nimmt mögliches Mitglied der "Hammerbande" fest
16.10.2026, 13:39 Uhr

In Deutschland finden bereits Verfahren gegen die sogenannte Hammerbande statt. Die Linksextremisten sollen 2023 in Ungarn Rechtsextremisten angegriffen haben - unter anderem mit einem Hammer. Nun stellt sich ein weiterer Verdächtiger. Er hofft auf ein faires Verfahren in Deutschland.
Im Zusammenhang mit den Angriffen mutmaßlicher Linksextremisten in Budapest im Februar 2023 hat die Bundesanwaltschaft einen weiteren Verdächtigen festnehmen lassen. Der Mann habe sich zuvor bei einer Polizeidienststelle in Hannover gemeldet, heißt es in einer Mitteilung der Karlsruher Behörde. Sie wirft ihm Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung und gefährliche Körperverletzung vor.
Der albanische Staatsangehörige soll Teil der Gruppe gewesen sein, die im Februar 2023 in der ungarischen Hauptstadt mutmaßlich Personen angriffen, die aus ihrer Sicht dem rechten Spektrum zuzuordnen waren. Die Vorfälle ereigneten sich anlässlich des sogenannten "Tags der Ehre", zu dem Rechtsextremisten aus ganz Europa jedes Jahr nach Budapest reisen.
Der Beschuldigte soll laut Bundesanwaltschaft gemeinsam mit anderen Gruppenmitgliedern zwei Personen mit Pfefferspray, Schlagstöcken und einem Hammer angegriffen haben. Er soll nun dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs in Karlsruhe vorgeführt werden, der über die Untersuchungshaft entscheidet.
Der Berliner Rechtsanwalt Lukas Theune sagte, der Beschuldigte habe sich der Polizei gestellt, weil er auf ein faires Verfahren hoffe. Die Bundesanwaltschaft habe zugesagt, dass eine Auslieferung nach Ungarn nicht mehr in Betracht komme, sondern dass das Strafverfahren in Deutschland stattfinden solle. Zuvor sei der Beschuldigte in Frankreich gewesen, wo ein zweites Auslieferungsverfahren anhängig gewesen sei. Theune geht von einer "zeitnahen" Anklageerhebung aus.
Weitere mutmaßliche Anhänger der Gruppe, die die Bundesanwaltschaft als militant-linksextremistische kriminelle Vereinigung einstuft, stehen seit etwa einem Jahr in Dresden und Düsseldorf vor Gericht. Die Bundesanwaltschaft wirft den Beschuldigten unter anderem Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung beziehungsweise Unterstützung derselben, sowie zum Teil gefährliche Körperverletzung, vor. Unter den Angeklagten ist auch der mutmaßliche Kopf der Gruppe, Johann G.
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