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Wednesday, November 4, 2026

Midterms in den USA – Machtwechsel im Kongress: Die Ergebnisse auf einen Blick

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Die Demokraten fahren einen Erdrutschsieg ein: Bei den Midterms in den USA kam es zu einer blauen Welle: Die Demokraten holten sich nicht nur die Mehrheit im Repräsentantenhaus zurück, sondern auch im Senat. Im Senat konnten sie sich bisher 54 Sitze sichern (51 Sitze waren für die Mehrheit nötig), zwei Bundesstaaten stehen noch aus. Auch im Repräsentantenhaus sind noch einige Posten offen, jedoch haben sie auch dort die Mehrheit bereits deutlich erreicht.

Midterms 2026: Aktuelle Resultate zum Senat

Darum kam es zur blauen Welle: «Es ist eine Abrechnung. Eine Abrechnung mit Donald Trump, mit seiner Politik, mit seinem Machtanspruch, mit allem, was Trump ausmacht», sagt USA-Korrespondent Pascal Weber. Aber es gehe über Trump hinaus: «Was die Demokraten zurück in den Kongress spült, ist eine allgemeine Wut über das Establishment. Das Polit-Establishment, das Wirtschaftsestablishment, die Tech-Oligarchen.» Ironischerweise hatte genau diese Wut Trump zweimal ins Weisse Haus getragen – «nun wurde Trump selbst zum Establishment.» Viele Wählende leiden zudem unter Trumps Wirtschaftspolitik, sagt Pascal Weber, ein Grund beispielsweise für Farmer in Kansas, die Republikaner nicht mehr zu wählen. «Die Gleichgültigkeit von Trump gegenüber den Sorgen der Bevölkerung hat sie sich von ihm abwenden lassen.»

Midterms 2026: Aktuelle Resultate zum Repräsentantenhaus

Diese Bundesstaaten sorgten beim Senat für besonders grosse Überraschungen: Die Demokraten feierten historische Erfolge in Bundesstaaten, in denen sie zum Teil über Jahrzehnte nicht gewinnen konnten. Darunter etwa Texas: James Talarico ist der erste demokratische Sieger seit fast 40 Jahren. In Kansas wurde gar letztmals 1932 ein Demokrat in den Senat gewählt, nun sicherte sich Adam Hamilton den Posten. In Ohio gewann Sherrod Brown den Sitz, den bis vor zwei Jahren der heutige republikanische Vizepräsident J.D. Vance hielt. Durch den Sieg im hart umkämpften Michigan wird der linke Demokrat Abdul El-Sayed zum ersten Muslim im Senat.

Eine Hand hält einen Aufkleber mit der Aufschrift „I Voted“ und einer US-Flagge.
Legende: Bereits beim Early Voting (der Früh- und Briefwahl) gab es einen Midterms-Rekord bei der Wahlbeteiligung: Mehr als 61.7 Millionen US-Amerikanerinnen und Amerikaner gaben ihre Stimme ab. AP

So reagiert US-Präsident Trump: Trump zeigte sich zuerst einsichtig. Er werde «mit den Demokraten zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass die Dinge für unser Land gut laufen», sagte der US-Präsident in einer Livesendung des Magazins «Politico». Als persönliche Niederlage sieht Trump die Schlappe bei den Midterms allerdings nicht. «Ich stand nicht auf dem Wahlzettel», erklärt er auf Truth Social. Trump verwies auch auf die «ultimative Macht» seines Vetorechts.

Das bedeutet die blaue Welle für die US-Politik: Mit ihren Mehrheiten im Kongress können die Demokraten Trumps Politik zwar nicht ohne Weiteres umkehren – aber zumindest empfindlich stören. Hebel dafür sind unter anderem Budgetbestimmungen, Richter- oder Ministerernennungen oder das Anstossen von Untersuchungen. Dem US-Präsidenten bleibt aber das Veto gegen neue Gesetzesvorlagen. Und um dieses zu übersteuern, braucht der Kongress eine Zweidrittelmehrheit in beiden Kongresskammern.

Zahlreiche Regierungen haben bereits auf den Midterms-Ausgang reagiert, darunter auch Machthaber aus Nahost und Russland. Die Demokraten stehen für eine stärkere Unterstützung der Ukraine. Entsprechend zurückhaltend äusserte sich der Kreml: Trump bleibe Präsident und Moskau rechne fest damit, dass er auch «seine Friedensbemühungen fortsetze», sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow.

Ganz anders die Reaktion aus dem Iran: «Die Amerikaner haben ‹Nein zu Krieg› gesagt», behauptet der iranische Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf auf X. Das geistliche Oberhaupt Modschtaba Chamenei hingegen erklärte, Washingtons Haltung gegenüber Teheran werde sich nicht ändern.

SRF 4 News Spezial, 4.11.2026, 12:45 Uhr ;  srf/sche;schm;noes

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