ÖV-Subventionen – Kritik am AFA-Bus: Bundesamt für Verkehr sieht Einzelfall

Der Postauto-Skandal hat 2018 den öffentlichen Verkehr in der Schweiz durchgeschüttelt. Damals wurde bekannt, dass Postauto Schweiz in einem komplizierten Firmengeflecht Gewinne manipuliert und zu viele Subventionen bezogen hatte.
Aus diesen Ereignissen habe man gelernt, sagt Andreas Windlinger, Kommunikationschef des Bundesamts für Verkehr (BAV): «Der Fall Postauto hat sehr viel bewirkt, auch beim BAV. Wir haben unsere Aufsicht umfassend reorganisiert.»
Lehren bei der Überprüfung
Schon kurz nach dem Postauto-Skandal haben Bund und Kantone genauer hingeschaut. Dabei haben sie ähnliche Geschäftspraktiken auch bei anderen Unternehmen entdeckt, etwa bei den Verkehrsbetrieben Luzern, bei der Bus Ostschweiz AG oder beim Bahnunternehmen BLS.
Nun hat SRF am Donnerstag publik gemacht, dass es auch beim Adelbodner Busunternehmen AFA Unregelmässigkeiten gibt. Ein Revisionsbericht des BAV hat Interessenskonflikte und mögliche Quersubventionierungen zutage gefördert. Die Ungereimtheiten bei der AFA seien aber im Gegensatz zu den anderen Fällen rasch entdeckt worden, sagt der BAV‑Sprecher. Der finanzielle Schaden sei klein und es folgten keine strafrechtlichen Konsequenzen.
Dass dieser Fall früh entdeckt wurde, sieht Andreas Windlinger als Bestätigung, dass die umfassendere Aufsicht nach dem Postauto-Skandal funktioniert.
Heute schauen wir schon beim Bestellen der Leistungen genauer hin.
Früher habe das BAV vor allem formelle Rechnungsprüfungen durchgeführt. «Heute haben wir ein Controlling-Konzept: Schon beim Bestellen der Leistungen schauen wir genauer hin.» So werde umfassend geprüft, ob die Abgeltungen zweckmässig und subventionskonform eingesetzt würden. Daneben gäbe es in einzelnen Fällen Prüfungen der Revision, wie jetzt bei der AFA Bus AG.
Der Bund bezahlt im regionalen Personenverkehr rund 1.1 Milliarden Franken, ebenso viel kommt von den Kantonen. Das Geld geht an rund 100 Transportunternehmen.
Branche spricht von Einzelfall
Die Frage, ob die Kontrollprozesse jetzt – nach dem Fall AFA-Busse – nachgebessert werden müssten, verneint Windlinger. «Nach all dem, was wir gesehen haben, gehen wir nicht davon aus, dass es in der Branche ein systematisches Problem gibt. Die AFA Bus AG ist ein Einzelfall.»
Es gibt in der ÖV-Branche kein systematisches Problem.
Dies bestätigt der nationale Verband öffentlicher Verkehr (VöV), der die Interessen der ÖV-Branche vertritt. «Es gibt in der ÖV-Branche kein systematisches Problem, was den unrechtmässigen Umgang mit Subventionen anbelangt», sagt VöV-Sprecher Michael Schallschmidt. Abgesehen vom Fall der AFA seien dem Verband keine weiteren Fälle bekannt.
Regionaljournal Bern, Freiburg, Wallis, 11.9.2026, 17:30 Uhr ; swam;vonb;liea
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