Luzerner System soll Sepsis erkennen, bevor es zu spät ist

- Das Luzerner Kantonsspital (Luks) startet im Oktober einen Pilotversuch mit einem digitalen Frühwarnsystem gegen Sepsis.
- Das System überwacht Vitalwerte wie Puls, Blutdruck und Atemfrequenz und warnt das Behandlungsteam bei auffälligen Verschlechterungen.
- In der Schweiz werden jährlich rund 20'000 Menschen wegen Sepsis hospitalisiert, fast 4000 sterben daran.
Als J.* mit Husten und leichtem Fieber zum Arzt kommt, scheint die Sache zunächst klar: Influenza. Doch sein Zustand verschlechtert sich immer mehr, wie seine Mutter im Juli gegenüber 20 Minuten berichtet. Auch im Notfall seien sie zunächst wieder nach Hause geschickt worden. Erst als der Vater später auf eine Blutuntersuchung besteht, folgt die Diagnose: Sepsis.
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Eine solche Diagnose ist in der Schweiz keine Seltenheit: Rund 20'000 Menschen werden in der Schweiz jährlich mit einer Sepsis hospitalisiert. Fast 4000 Betroffene sterben im Spital.
Das Luzerner Kantonsspital (Luks) will eine Sepsis deshalb früher erkennen, wie die «Luzerner Zeitung» schreibt. Im Oktober startet es einen Pilotversuch mit einem digitalen Frühwarnsystem.
«Medizinische Entscheidung bleibt beim Personal»
Das System wertet verschiedene Gesundheitswerte wie Puls, Blutdruck und Atemfrequenz aus. Verschlechtert sich der Zustand einer Patientin oder eines Patienten auffällig, wird das Behandlungsteam darauf aufmerksam gemacht und prüft unter anderem, ob eine Sepsis vorliegen könnte.
Die Diagnose stellt das System allerdings nicht. «Die medizinische Entscheidung bleibt beim Behandlungsteam», sagt Projektleiter Benjamin Hess gegenüber der «Luzerner Zeitung».
Was ist eine Sepsis?
Eine Sepsis ist ein lebensgefährlicher Notfall. Sie entsteht, wenn der Körper extrem auf eine Infektion reagiert und dabei die eigenen Organe schädigt. Warnzeichen können Fieber oder Untertemperatur, starke Schwäche, Verwirrtheit, schnelle Atmung oder Kreislaufprobleme sein.
Betroffene können sich etwa ungewöhnlich schwer krank fühlen. Besonders gefährdet sind Babys, ältere und immungeschwächte Menschen sowie chronisch Kranke. Bei Verdacht sollte sofort medizinische Hilfe geholt werden.
Zunächst wird das System auf drei Abteilungen getestet. Bis Ende Jahr soll es am gesamten Standort Luzern eingesetzt werden. Das Luks ist gemäss der Zeitung das erste Pilotspital, das den vom «Swiss Sepsis Program» entwickelten Ablauf im Klinikalltag erprobt.
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Jasmin Steiger (jst) arbeitet seit 2026 für 20 Minuten. Sie arbeitet am Newsdesk und schreibt über verschiedenste Themen.
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