Umgehung von Seeweg: Saudi-Arabien muss Ost-West-Pipeline nach Angriffen schließen

Umgehung von SeewegSaudi-Arabien muss Ost-West-Pipeline nach Angriffen schließen
12.09.2026, 05:32 Uhr
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Bisher konnte Saudi-Arabien die Störungen in der Straße von Hormus mithilfe einer Pipeline umgehen. Nach einem Drohnenangriff muss Riad sie stilllegen. Zusammen mit der Kontrolle der Huthi über die Meerenge Bab al-Mandab verschärft sich die Lage für das Königreich.
Nach Drohnenangriffen hat Saudi-Arabien die wichtige Ost-West-Pipeline vorübergehend geschlossen. Das saudiarabische Außenministerium erklärte, die Erdölpipeline sei in den Regionen Riad und Medina mit "mehreren aus dem Irak kommenden Drohnen" angegriffen worden. Es habe Verletzte und materielle Schäden gegeben.
Als Reaktion auf einen Drohnenangriff auf Saudi-Arabien hat die irakische Regierung einen Militärkommandeur in der Provinz Maisan abgesetzt und den Grenzübergang Schalamtscheh zum Iran geschlossen. Das Außenministerium in Riad erklärte, man habe auf Ersuchen des irakischen Ministerpräsidenten bislang von einem Vergeltungsschlag abgesehen, behalte sich jedoch das Recht vor, "alle erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen", um die Interessen Saudi-Arabiens zu schützen. Zuvor hatten beide Länder bestätigt, dass die Attacke auf die Ost-West-Ölpipeline von irakischem Staatsgebiet ausging, wo vom Iran unterstützte Milizen operieren. Im Irak wurde zwei Insidern zufolge zudem eine groß angelegte Fahndung nach den Tätern eingeleitet.
Bis zu ihrer Stilllegung hatte die 1200 Kilometer lange Leitung in den vergangenen Monaten täglich vier bis fünf Millionen Barrel transportiert, etwa vier bis fünf Prozent des weltweiten Ölangebots. Sie half Saudi-Arabien bislang, den Seeweg durch die Straße von Hormus zu umgehen, wo der Tankerverkehr wegen des Krieges zwischen den USA und dem Iran fast zum Erliegen gekommen ist.
Zusammen verschärften die vorübergehende Stilllegung der Pipeline, die Störungen in der Straße von Hormus und die Kontrolle der Huthi über die Meerenge Bab al-Mandab die Lage auf dem Weltölmarkt und trieben den Ölpreis wieder auf mehr als 100 Dollar je Barrel. Die jüngsten Angriffe könnten die Lage gefährlich eskalieren lassen, zumal diplomatische Bemühungen um ein Ende des Krieges ins Stocken geraten sind.
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