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Friday, October 9, 2026

Hinrichtung im Livestream – Wie Pentagon-Chef Pete Hegseth die Aufmerksamkeit lenkt

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US-Verteidigungsminister Pete Hegseth weiss, wie er für Schlagzeilen sorgen kann. Der ehemalige Fox-News-Moderator hat angekündigt, einen zum Tode verurteilten Attentäter erschiessen zu lassen und die Hinrichtung per Livestream zu übertragen.

Die Reaktionen darauf sind heftig: «Will er die Terrormiliz ISIS nachahmen?», fragt ein demokratischer Senator. Und ein republikanischer Senator schreibt, das sei mehr als widerwärtig. Öffentliche Exekutionen gebe es vielleicht in Diktaturen wie dem Iran oder Afghanistan, aber nicht in den USA.

Dazu kommen etliche Berichte in Medien rund um die Welt. Die geplante Hinrichtung ist somit bezeichnend dafür, wie Hegseth die öffentliche Aufmerksamkeit steuert.

1. Provozieren

Hegseth bespielt regelmässig Themen, die Teile der Gesellschaft vor den Kopf stossen. Als er erklärte, wie er das US-Militär nach seinen Vorstellungen von Männlichkeit und Stärke umbauen will, sagte er: «Wir sind nicht mehr das Woke-Departement oder das Schwach-Departement. Einfach gesagt heisst das: Keine Fettsäcke, keine Transen, keine Bärte, keine Spinner, keine Weicheier, keine Radikalen.»

Ein Mann in Anzug gestikuliert neben einem Rednerpult vor einer amerikanischen Flagge.
Legende: US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hält im September seine jährliche Ansprache zur Strategie des US-Militärs. Keystone

Noch bevor er Verteidigungsminister wurde, nahm er öffentlich jene in Schutz, die am 6. Januar 2021 das US-Kapitol stürmten. «Das sind keine Verschwörungstheoretiker. Sie lieben Freiheit und freie Märkte. Sie sehen, wie die anti-amerikanische Linke unsere Kinder indoktriniert, die Grenzen geöffnet und Sichtweisen zensiert hat.»

2. Klare Botschaften senden

In zehn Jahren bei Fox News hat sich Hegseth offenkundig eine Strategie angeeignet, Botschaften so zu verpacken, dass sie einfach zu verstehen sind. Dazu gehört eine ausgeprägte Bildsprache. Die Strategie der US-Streitkräfte im Irankrieg beschrieb er so: «Tod und Zerstörung aus dem Himmel. Wir schlagen sie, während sie am Boden sind.»

Eine weitere Eigenheit von Hegseths Kommunikation ist, dass er sich regelmässig salopp oder vulgär äussert. Nach der Entführung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro sagte er gegenüber den Medien: «He f'd [fucked] around and found out», was sich mit «Er hat Scheisse gebaut und gesehen, was passiert» übersetzen lässt.

3. Im Rampenlicht stehen

Hegseth versteht es, sich selbst und damit auch seine Botschaften in Szene zu setzen. Zum Beispiel lässt er sich regelmässig dabei fotografieren und filmen, wie er gemeinsam mit den US-Streitkräften trainiert.

Und nachdem er gemeinsam mit US-Präsident Trump das Verteidigungsdepartement in «Kriegsdepartement» umbenannt hatte, inszenierte er sich dabei, wie er das neue Namensschild höchstpersönlich ans Gebäude schraubte.

4. Die Basis ansprechen

Pete Hegseth versteht sich auch darauf, die christlich-nationale Wählerbasis der Trump-Regierung so zu adressieren, dass sie ihre Ansichten und Werte in seinen Auftritten reflektiert sehen.

Bei einer Anhörung vor dem Senat leitete er seine Rede mit dem Satz ein: «Alle Ehre gebührt unserem Herrn und Erlöser Jesus Christus.» Und als er in einem Interview das Vorgehen der USA im Irankrieg erklärte, sagte er, die Vorsehung des allmächtigen Gottes sei mit den Truppen und beschütze sie.

«Die Mobilisierung der christlichen Rechten findet in Pete Hegseth quasi ihren personifizierten Höhepunkt», sagt dazu der USA-Experte Thomas Jäger. Dass er Dinge so kommunizieren könne, dass sie bei Trumps Wählerschaft ankämen, sei entscheidend dafür gewesen, dass Trump ihn überhaupt in seine Regierung geholt habe.

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