Wandel in der Autobranche – Geely – der unbekannte Riese auf Europas Strassen

Die Marke Geely ist zwar neu in Europa, nicht aber die Firma, wie Aiden He betont, der Europachef von Geely: «Wir haben schon vor 20 Jahren begonnen, in Europa zu investieren. Heute beschäftigen wir in unseren Forschungszentren in Frankfurt und Göteborg rund 1000 Ingenieure.»
Die schwedische Stadt Göteborg war für Geely in Europa der Startpunkt: 2010 hat die Firma Volvo übernommen und die darniederliegende Marke wieder aufblühen lassen. Seither hat Geely von dort aus weitere Automarken in Europa lanciert: 2017 Polestar, 2021 Zeekr und 2024 die Marke mit dem Namen Lynk & Co. Und jetzt folgt Geely.
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Bild 1 von 4. Geely ist längst ein Gigant im europäischen Autogeschäft. In Europa verkaufen sie Elektroautos (im Bild) und Hybrid-Fahrzeuge. Bildquelle: SRF / Matthias Heim.
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Bild 2 von 4. Die elektrischen schwarzen Taxis auf Londons Strassen kommen eigentlich aus China – sie gehören zu Geely. Bildquelle: IMAGO / UIG.
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Bild 3 von 4. Geely gehört auch die Hälfte an Smart. Die andere Hälfte gehört Mercedes-Benz. Bildquelle: ZVG / Smart.
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Bild 4 von 4. An der deutschen Luxusmarke ist Geely im Übrigen ebenfalls beteiligt, mit zehn Prozent. Bildquelle: SRF / Matthias Heim.
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Die zentrale Frage ist, wie sich Geely von der Konkurrenz abgrenzen will, nicht zuletzt auch von Marken aus dem Geely-Universum. Aiden He ist überzeugt, dass das gelingt: «Jede Marke ist komplett anders und hat eine eigene Positionierung. Gleichzeitig braucht es fünf bis sieben Jahre, um eine Marke zu etablieren.» Dank der verschiedenen Marken könne man voneinander lernen und so schneller vorwärtszukommen, sagte er anlässlich des Autosalons in Paris.
Harter Wettbewerb in Europa
Doch Geely ist längst nicht der einzige neue Autohersteller, der nach Europa kommt, laufend kommen neue Marken hinzu. Allerdings könnte sich genau diese Vielfalt noch als Bumerang erweisen. «Ich glaube, dass alle chinesischen Hersteller mit ihrer Produkt- und Markenflut ein Stück weit aufpassen müssen, dass sie sich nicht kannibalisieren», sagt Stefan Bratzel, Professor für Automobilwirtschaft am Center of Automotive Management in Bergisch Gladbach.
Ein neues Auto werde längst nicht nur aus Kostengründen gekauft, sondern auch wegen der Emotionen, die damit verbunden seien. Für Stefan Bratzel heisst das: «Ich glaube, dass das Markenvertrauen längerfristig wieder an Bedeutung gewinnen wird.» Oder mit anderen Worten: Das könnte ein Pluspunkt für europäische Marken sein.
Von China nach Europa
Aktuell importiert Geely seine Autos noch aus China. Doch das soll sich ändern: Ab 2028 will der Konzern einen Teil der Fahrzeuge im spanischen Valencia produzieren, zusammen mit Ford. Aktuell sei man daran, die Lieferketten aufzubauen, so Aiden He, Europachef von Geely. Darüber hinaus bestehen Pläne, gewisse Oberklassemodelle in den Volvo-Werken zu fertigen.
Auch wenn die Firma erst am Anfang steht, Aiden He hat eine klare Vorstellung, wo es hingehen soll: «Ich habe immer gesagt, dass man ein Prozent Marktanteil haben muss, um zu überleben. Wir gehen jetzt schrittweise voran.» Wenn die Firma in fünf Jahren einen Marktanteil von vier oder fünf Prozent hätte, wäre das «ein guter Wert».
Auf die Schweiz bezogen würde das heissen, dass Geely rund 10'000 Autos pro Jahr verkaufen müsste, um dieses Ziel zu erreichen. Damit würde das Unternehmen zu den mittelgrossen Marken in der Schweiz gehören, vergleichbar mit Hyundai oder Renault.
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