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Wednesday, October 28, 2026

Skigebiet öffnet Piste schon im Oktober: «Absoluter Schwachsinn»

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  • Wegen gelagerten Schnees kann der Skinachwuchs in Adelboden schon im Oktober ohne Schneekanonen trainieren.
  • Die Tschentenalp hat am 24. Oktober 2026 eine Piste eröffnet, was in den sozialen Medien Kritik auslöst.
  • Auf Anfrage erklärt die Medienagentur der Tschentenalp, dass es sich teilweise um falsche Annahmen handelt, und verweist auf den Verein Trainingszentrum Adelboden. Dieser betreibe das Angebot der Nachwuchsförderung.

Hier kannst du bereits die ersten Schwünge der Saison ziehen: Das Skigebiet Tschentenalp in Adelboden im Kanton Bern hat seine erste Piste geöffnet. Jeden Samstag ist sie während drei Stunden zwischen 13.30 Uhr und 16.30 Uhr auch für die Öffentlichkeit zugänglich – und das schon im Oktober. Doch nicht alle sind zufrieden darüber.

«Ein Skibillett kostet 50 Franken. Wer einen ‹Alpspass› besitzt, kann die Piste ohne Aufpreis nutzen», teilt die Medienagentur der Tschentenalp auf Anfrage von 20 Minuten mit. Bei der Saisoneröffnung am vergangenen Samstag hätten rund zehn Privatpersonen die Piste genutzt. Der Schnee stammt aus dem vergangenen Winter. Das Skigebiet hat ihn über den Sommer gelagert. Diese Methode nennt sich Snowfarming.

Wie funktioniert Snowfarming?

Beim Snowfarming lagert das Trainingszentrum Adelboden Naturschnee über den Sommer. Dafür sammelt es im Winter überschüssigen Schnee auf der Tschentenalp und verdichtet ihn. Anschliessend deckt es die Schneemassen mit Planen und Spezialvlies ab. Diese schützen den Schnee vor Sonne, Regen und Wind. Eine zusätzliche Kühlung braucht es nicht.

Laut der Website Tschentenalp.ch bleiben so bis zu 80 Prozent des Schnees erhalten. Im Herbst verteilt und präpariert das Trainingszentrum den Schnee. So entsteht eine Skipiste, die vor allem Nachwuchs- und Rennfahrer nutzen.

Angebot dient primär der Nachwuchsförderung

In den Kommentaren unter einem Facebook-Beitrag der Tschentenalp zur Saisoneröffnung werfen viele Nutzerinnen und Nutzer dem Skigebiet vor, es wolle damit bloss seine Einnahmen durch mehr Ticketverkäufe steigern. «Ich bin eine leidenschaftliche Skifahrerin, aber das hier ist ja absoluter Schwachsinn» oder «Und darauf ist man noch stolz? Es ist Oktober», gibt es etwa zu lesen.

Wie stehst du dazu, dass die Skipiste auf der Tschentenalp bereits im Oktober geöffnet ist?

Allerdings zeigen andere Personen auch Verständnis und Wertschätzung. «Warum wird jede innovative Idee vorneweg kritisiert?» oder «Das Umdenken muss eben kommen – wir müssen uns der Natur anpassen und nicht die Natur uns», schreiben Befürworterinnen und Befürworter.

«Einige Kommentare beruhen auf falschen Annahmen»

Auf Anfrage äussert sich die Medienagentur zur Kritik der Facebook-Nutzer: «Wir verstehen, dass eine Skipiste im Oktober auf den ersten Blick Fragen aufwirft. Einige Kommentare beruhen jedoch auf falschen Annahmen.»

Die Piste sei zwar zeitweise öffentlich zugänglich, aber nicht auf den kommerziellen Skibetrieb ausgerichtet. «Das Angebot dient primär der Nachwuchsförderung», heisst es. Betrieben werde es nicht von den Bergbahnen, sondern vom Verein Trainingszentrum Adelboden.

Dieser wolle dem Skinachwuchs ermöglichen, im Herbst günstiger und in der Heimatregion zu trainieren. So werde der Skirennsport auch für Kinder und Jugendliche zugänglich, die nicht auf dem Gletscher trainieren können.

Schnee aus dem Vorjahr macht Training möglich

Um dies zu ermöglichen, sammelte das Skigebiet im vergangenen Winter rund 30’000 Kubikmeter Schnee und lagerte ihn über den Sommer ein. Im Herbst seien davon noch mehr als 20’000 Kubikmeter übrig gewesen, teilt die Marketingagentur der Tschentenalp mit. «Der Schnee wird mit einer isolierenden Abdeckung geschützt», erklärt die Agentur. So überstehe er den Sommer ohne zusätzliche Kühlung.

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Maurin Vonplon

Maurin Vonplon (mav), Jahrgang 2006, arbeitet seit August 2026 bei 20 Minuten als Praktikant im Ressort Bern.

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