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Monday, September 21, 2026

VDA vor IG-Metall-Protest: VDA-Chefin wirft Gewerkschaft Realitätsverweigerung vor

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VDA vor IG-Metall-ProtestVDA-Chefin wirft Gewerkschaft Realitätsverweigerung vor

20.09.2026, 14:40 Uhr

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VDA-Chefin Müller beklagt die hohen Lohnkosten in Deutschland. (Foto: picture alliance/dpa)

Vor dem Protesttag der IG Metall verschärft der Autoverband den Ton gegenüber den Beschäftigten. Wer sich Veränderungen verweigere, leugne die Realität, schreibt Verbandschefin Müller. Es sei "kein Naturgesetz", dass deutsche Konzerne in Deutschland produzierten.

Mit Blick auf den von der IG Metall ausgerufenen Aktionstag am Montag fordert die Autoindustrie von den Arbeitnehmervertretern mehr Veränderungsbereitschaft. Wer sich dem trotz der aktuellen Krise verweigere, "verleugnet die Realität", schrieb die Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie (VDA), Hildegard Müller, in einem Gastbeitrag für das "Handelsblatt". Der internationale Wettbewerb erfordere Veränderungen von allen.

Die IG Metall hat für Montag bundesweit zu Protesten bei Herstellern und Zulieferern der Autoindustrie aufgerufen. Die Gewerkschaft will gegen Sparpläne und Produktionsverlagerungen ins Ausland protestieren. "Von Managern erwarte ich, dass sie die Zukunft gestalten", sagte IG-Metall-Chefin Christiane Benner dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Es geht um die Rettung dieser Industrie und der Arbeitsplätze bei Herstellern, Zulieferern und Entwicklungsdienstleistern."  Die Gewerkschaft fordert von den Herstellern unter anderem mehr Investitionen in deutsche Werke, etwa in Batteriefertigung und autonomes Fahren.

Produktion in Deutschland sei "kein Naturgesetz", die Auslastung von Werken "kein Selbstläufer", erklärte dazu VDA-Chefin Müller. Die hohen Arbeitskosten und im internationalen Vergleich kürzeren Arbeitszeiten in Deutschland seien bedeutende Wettbewerbsnachteile. Ihren Angaben nach kostet eine Arbeitsstunde in der deutschen Autoindustrie fast 65 Euro, in Tschechien 24 und in Polen 18 Euro. In Deutschland würden durchschnittlich 1300 Stunden im Jahr gearbeitet, in Tschechien 1800 und in Mexiko mehr als 2000 Stunden.

Eine Untersuchung des Beratungsunternehmens EY unterstreicht die Probleme der deutschen Autoindustrie. Die Hersteller Volkswagen, BMW und Mercedes verzeichnen demnach entgegen dem internationalen Markttrend sinkende Umsätze, einen Gewinneinbruch und "Margen im Sinkflug". Der EY-Experte Constantin Gall macht dafür unter anderem die hohen Löhne verantwortlich, darüber hinaus die Energiepreise und die Bürokratie in Deutschland. "Notwendige Veränderungen können hierzulande nicht konsequent umgesetzt werden, daher wird es schwer, die Profitabilität zu steigern und den Anschluss an die Weltspitze wiederherzustellen", erklärte er. "Deutsche Konzerne suchen daher ihr Heil in der Abwanderung an attraktivere Standorte."

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