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Sunday, October 11, 2026

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SRF kürzt bei der «Samstagsrundschau», unbequeme Journalistinnen müssen gehen – wenn der Direktor des Senders jetzt nicht Gegensteuer gibt.

Publiziert: 00:30 Uhr

Raphael RauchBundeshausredaktor

SRF-Direktor Roger Elsener ist nicht zu beneiden. Ihm muss die Quadratur des Kreises gelingen: Sparen, ohne dass die Qualität leidet. Und er muss ein Konzept umsetzen, an dem «400 interne Expertinnen und Experten» gefeilt haben sollen. Dass Hunderte darüber hirnen, wo bei dem Gebührensender der Rotstift anzusetzen wäre, spricht Bände – von Unsummen für externe Berater ganz zu schweigen.

Elsener wurde geholt, weil er den Biss aus der Privatwirtschaft mitbringt. Doch seine Bilanz fällt bisher enttäuschend aus. Warum SRF bei der «Samstagsrundschau» kürzt, versteht niemand. Das spart kaum Geld, gefährdet aber die Erfüllung des Informationsauftrags. Kaderstellen werden abgebaut, doch die Führungsstruktur bleibt verschachtelt – allein in der Kulturabteilung haben etwa 40 Leute irgendeinen Führungsauftrag, während Reporter fehlen. Am Leutschenbach werden «People Pool Manager» intern als Bademeister verspottet – solche Jobbezeichnungen sind eines Service public unwürdig.

Susanne Wille musste als Kulturchefin lernen, dass es sich rächt, wenn man alles abnickt, was Nathalie Wappler sagt – so beim Aus für die Literatursendung «52 beste Bücher». Was danach kam, floppte. Roger Elsener sollte weiteren Unsinn stoppen, auch wenn den zig Experten ausgeheckt haben.

Dass unbequeme, profilierte Journalistinnen wie Karin Bauer und Susanne Brunner den Sender verlassen müssen, ist ein verheerendes Signal. SRF ist drauf und dran, das Wertvollste zu opfern: journalistische Unabhängigkeit, zu der auch Ecken und Kanten gehören.

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