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Monday, September 28, 2026

Fina holt WM-Gold, Robin Silber: «Es flossen Tränen»

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Als Fina (22) gefragt wird, wem sie für ihren WM-Titel in «Hotel-Reception» besonders danken möchte, kommen ihr die Tränen.WorldSkills

Darum gehts

  • Die Schweiz kehrt von den WorldSkills in Shanghai als beste europäische Nation zurück – mit viermal Gold, zweimal Silber und sechsmal Bronze.
  • Fina Niebergall (22) aus Zürich holte Gold in der Disziplin «Hotel Reception» und konnte ihren Titel kaum fassen.
  • Maurer Robin Hollenstein gewann Silber – sein Coach Ruedi Signer bezeichnet das Ergebnis angesichts der starken Konkurrenz als «oberaffengeil».

Die Schweiz kehrt von den WorldSkills in Shanghai als beste europäische Nation zurück. Für die 42 Talente gab es viermal Gold, zweimal Silber und sechsmal Bronze. Hinter den Medaillen liegen Wettkampftage unter enormem Druck und Momente, die die jungen Berufsleute nicht vergessen werden.

Schweizer Medaillengewinner von Shanghai

Fina (22): «Mein Kopf und Körper waren nicht mehr miteinander verbunden»

Als feststand, dass Fina Niebergall im Beruf Hotel-Rezeptionistin Weltmeisterin geworden war, ging alles schnell. «Als ich vor dem Podest stand, konnte ich es gar nicht glauben», erzählt die Zürcherin. «Mein Kopf und mein Körper waren irgendwie nicht mehr miteinander verbunden. Das ganze SwissSkills-Team hat für mich geschrien», sagt sie.

Sie habe nur noch gedacht: «Oh mein Gott, du bist Weltmeisterin. Ist das gerade echt?» Ihr Vater Carsten, ihre Mentalcoachin und Vorgesetzte Anna-Lena Kötner sassen im Publikum: «Als ich ich nach der Zeremonie zu ihnen rannte und sie umarmte, flossen die Tränen» Mit ihrem letzten Handy-Akku rief sie anschliessend ihren Freund in der Schweiz an – auch dabei habe sie geweint.

Dabei hatte die 22-Jährige nach dem ersten Wettkampftag noch gezweifelt. Während vier Tagen musste sie Informationen über ein fremdes Hotel und einen ihr unbekannten Ort abrufen, gleichzeitig individuell auf jeden Gast eingehen und von morgens bis abends konstant gute Leistung zeigen.

Ihr Coach Egidio Marcato baute sie auf: «Er sagte, ich solle den Moment geniessen und alles geben, unabhängig vom Ergebnis.» Der Titel sei deshalb für beide eine grosse Belohnung: «Wir haben beide so hart dafür gearbeitet», sagt Niebergall.

«Die letzten fünf Minuten waren magisch»

Der Maurer Robin Hollenstein aus Bütschwil SG gewann Silber: «Es ist der verdiente Lohn für eine harte Vorbereitung. Ich habe auf viel Freizeit und Zeit mit meinen Liebsten verzichtet.» Besonders in Erinnerung bleibe ihm der Wettkampfabschluss: «In den letzten fünf Minuten haben mich zahlreiche mitgereiste Schweizer Fans lautstark unterstützt.» Als alles vorbei gewesen sei, habe er den Moment erstmals richtig aufnehmen können. «Es war einfach magisch.»

Sein Experte und Coach Ruedi Signer (51) hatte mit einem Platz unter den ersten fünf gerechnet – mit viel Glück mit Bronze. «Dass er fast alle fünf Favoriten überflügelt und sogar Silber gewinnt, ist oberaffengeil», sagt Signer.

Nach der Siegerehrung ging es für beide an die Afterparty, am Montag will das Team in Hongkong nochmals anstossen. Wenn der 20-Jährige am Mittwoch in der Schweiz zurückkehrt, will er mit Familie, Freundin, Arbeitskollegen und Verwandten feiern.

Svenja (19): Ein Punkt fehlte zum Podest

Floristin Svenja Simmerle (19) aus Schmerikon SG verpasste Bronze um einen einzigen Punkt. «Ich war schon enttäuscht», sagt die 19-Jährige zu 20 Minuten. Gleichzeitig sei sie stolz auf ihre «Medal of Excellence». Emotional sei es während einer Aufgabe geworden, als ihr Aufbau nicht besonders stabil war.

Die grösste Herausforderung sei ohnehin gewesen, an allen vier Tagen volle Leistung abzurufen, sagt Simmerle. Doch die WorldSkills hätten ihr viel mehr gebracht als eine Platzierung: «Das war eine unglaubliche Chance, so etwas erleben zu dürfen», sagt sie. Die Weltmeisterschaft sei ein sehr guter Start für ihre Berufskarriere. Ihren vierten Rang will sie daheim im kleinen Kreis mit Familie und Freunden feiern.

Wie beurteilst du die starke Schweizer Bilanz an den WorldSkills in Shanghai?

Thomas Sennhauser

Thomas Sennhauser (ths), arbeitet seit 2020 für 20 Minuten. Er begann als Videojournalist und wechselte nach zwei Jahren ins Ressort News wo er über gesellschaftliche Themen und Analysen zu Geschehnissen im Ausland schreibt.

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