וואלהצה"ל צפוי לבצע גל תקיפות בלבנון; הדי פיצוצים יישמעו בגלילESPN DeportesBills presentarán oficialmente su nuevo estadio ante LionsThe Jerusalem PostIs the Saudi defense pact misunderstood amid Houthi attacks? - analysisRTP DesportoDono do Milan convoca Ruben Amorim para reunião de urgênciaESPNHow fatherhood has changed Jared GoffCollider‘SNL UK’s Cast Reveals the Unhinged Stories They Want To Turn Into SketchesDeadlineRichard Gadd, Rhenzy Feliz, Ismael Cruz Córdova, & Rubén Blades Among 11 Joining Bad Bunny In Residente Film ‘Porto Rico’NME‘Monster: The Lizzie Borden Story’ review: more maniacal melodrama from Ryan MurphyWirtualna PolskaNiemcy przyjechali na wymianę doświadczeń. Prezes ostatniego PGR stracił posadę na tydzieńIl Fatto QuotidianoCrosetto: “La Marina garantirà il passaggio delle nostre navi a Bab el-Madeb. Non aspetteremo la missione Aspides”Premium TimesWhat Dangote IPO signals – NGX ChairmanSportstarNihal delivers decisive win as India beats Indonesia 2.5-1.5 at Chess Olympiad
The Daily Newsstand · Free, Always
Thursday, September 17, 2026

Neu im Kino: «Tristan Forever» – Ins Bett mit Pinguinen? So lebt es sich auf Tristan da Cunha

Translate

Ein winziger Punkt im Südatlantik: Tristan da Cunha. Rund 230 Menschen leben hier, Tausende Kilometer vom nächsten Kontinent entfernt. Für Loran Bonnardot ist die Insel seit 30 Jahren ein Zufluchtsort. Der Franzose lebt in Paris und arbeitet für Médecins Sans Frontières in Krisengebieten. Umso verständlicher ist sein Wunsch nach einem Ort, an dem er zur Ruhe kommen kann. Dieses Mal erwägt er, zu bleiben.

Ein Sehnsuchtsort

Im Film «Tristan Forever» nimmt der Schweizer Regisseur Tobias Nölle Bonnardots Geschichte zum Ausgangspunkt für eine grössere Frage: Ist Tristan da Cunha eine der letzten Utopien unserer Zeit? Mit dieser Frage reisen Nölle und sein Protagonist und Co-Regisseur Loran Bonnardot auf die Insel.

Schiff auf dem Meer in der Nähe einer Küstenlandschaft mit Bergen im Hintergrund.
Legende: Tristan da Cunha: Die zum britischen Überseegebiet gehörende Insel ist von Kapstadt aus nach rund sechs Tagen Schiffsreise erreichbar. Anderdog Film

Entdeckt wurde sie 1506 vom portugiesischen Seefahrer Tristão da Cunha. Dauerhaft besiedelt ist sie erst seit Beginn des 19. Jahrhunderts. Bis heute prägt die gemeinsame Geschichte ihrer ersten Bewohner den aussergewöhnlichen Zusammenhalt der Inselgemeinschaft. Die extreme Abgeschiedenheit hat eine Gesellschaft hervorgebracht, in der gegenseitige Hilfe unverzichtbar ist.

Ich habe selten eine so herzliche und warme Gemeinschaft erlebt.

Tobias Nölle, der sich zweimal länger auf der Insel aufhielt, zeigt sich begeistert: «Ich habe selten eine so herzliche und warme Gemeinschaft erlebt. Viele der Inselbewohner stammen von Schiffbrüchigen und Seefahrern ab, die hier einst ein neues Leben begannen. Vielleicht erklärt das ihren Zusammenhalt, ihre Dankbarkeit und ihre Solidarität.»

Kurzkritik zu «Tristan Forever»

Box aufklappen Box zuklappen

Person liegt auf einem Bett neben einem Pinguin in einem schlichten Raum.
Legende: Anderdog Film

Mit «Tristan Forever» haben Tobias Nölle und Loran Bonnardot einen Film geschaffen, der sich jeder eindeutigen Einordnung entzieht. Ausgehend von Bonnardots Aussage, er sei sich manchmal nicht sicher, ob Tristan da Cunha überhaupt existiere, verwischt der Film die Grenzen zwischen Traum und Wirklichkeit.

Dokumentarische Beobachtungen verbinden sich mit Momenten des magischen Realismus: Ein Pinguin wird zum Mitbewohner, Bonnardot erscheint in napoleonischer Uniform vor einer Schulklasse. Besonders die in langen Plansequenzen eingefangene Natur verleiht dem Film eine beinahe mystische Atmosphäre. So entsteht ein berührendes Werk über Sehnsucht, Fantasie und die Kraft von Utopien.

Zusammenhalt als Lebensprinzip

Wer sich nur vorübergehend auf der Insel aufhält, erlebt vorwiegend die Vorzüge des engen Gemeinschaftslebens. Doch überwiegen diese auch dann, wenn man sein ganzes Leben dort verbringt? Wie sich das Leben auf Tristan tatsächlich anfühlt, weiss Karen Lavarello aus eigener Erfahrung. Die gebürtige Tristanerin lebt seit 2005 in der Schweiz und ist, soweit bekannt, die einzige Tristanerin hier im Land.

«Das Leben auf Tristan da Cunha ist hart, aber auch schön», sagt sie. «Es gibt immer etwas zu tun, sei es auf den Kartoffelfeldern oder anderswo. Konflikte gibt es auch bei uns. Doch die Menschen sind aufeinander angewiesen und finden immer wieder einen Weg, miteinander auszukommen. Dieser Zusammenhalt prägt das Leben auf Tristan da Cunha bis heute.»

Ein anderes Tempo

Vielleicht besteht Tristans Besonderheit weniger darin, der Moderne entkommen zu sein. Vielmehr hat sich dort etwas erhalten, das vielerorts rar geworden ist: das Bewusstsein, aufeinander angewiesen zu sein, und eine Gelassenheit, die anderswo oft verloren gegangen ist.

Auf Tristan ist der Alltag anders.

Karen Lavarello vermisst sie bis heute. «Das Leben in der Aussenwelt, wie wir sie nennen, ist oft hektischer und komplizierter und bietet unzählige Möglichkeiten. Ich kann ins Kino gehen oder in die Ferien fahren. Auf Tristan ist der Alltag anders. Jeder muss seine Zeit selbst gestalten, oft gemeinsam mit anderen. Man geht tanzen oder spielt miteinander. Es ist einfach ein ganz anderes Leben.»

Ist Tristan da Cunha also eine der letzten Utopien unserer Zeit? Vielleicht nicht ganz. Aber die Insel erinnert daran, wie viel entstehen kann, wenn Menschen füreinander Verantwortung übernehmen.

View the original on SRF News

KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.