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Thursday, October 15, 2026

Einbrecher markieren Türen mit Klebefädeli – so schützt du dich

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  • Die Hamburger Polizei warnt vor Klebefäden an Türen, mit denen Einbrecher prüfen sollen, ob jemand zu Hause ist.
  • In der Schweiz ist die Methode kaum bekannt: Die Kantonspolizeien Aargau, St. Gallen, Bern und Basel-Stadt melden keine Fälle.
  • Eher bekannt sind Zweige in Türspalten sowie dunkle, verlassen wirkende Häuser als Hinweis auf Abwesenheit.
  • In der dunklen Jahreszeit steigen die Einbrüche, im Aargau nehmen die Dämmerungseinbrüche aktuell wieder zu. Die Polizei rät zu Zeitschaltuhren, verschlossenen Türen und Fenstern sowie aufmerksamen Nachbarn.

Zwischen Tür und Rahmen hängt ein dünner Faden. Was im ersten Moment nach Schmutz aussieht, kann bewusst dort angebracht worden sein: Einbrecher können damit prüfen, ob jemand zu Hause ist.

Wie «Focus» unter Berufung auf die Hamburger Polizei berichtet, befestigen Täter dafür feine Klebefäden zwischen Türblatt und Türrahmen. Wird die Tür geöffnet, reisst der Faden oder wird entfernt. Bleibt er über mehrere Tage unversehrt, kann das auf eine längere Abwesenheit hindeuten.

Doch ist diese Masche auch in der Schweiz ein Thema?

In der Schweiz kaum festgestellt

Der Kantonspolizei Aargau sind keine solchen Fälle bekannt. Auch die Kantonspolizeien St. Gallen und Bern berichten von keinerlei entsprechenden Feststellungen in der Ostschweiz. Die Kantonspolizei Basel-Stadt teilt mit, die beschriebene Methode werde in Basel kaum beobachtet.

Ähnliche Vorgehensweisen sind den Polizeien hingegen vertraut. Die Kapo St.Gallen verweist auf kleine Zweige, die in Türspalten gesteckt werden. Liegen sie bei einer späteren Kontrolle am Boden oder fehlen sie, kann das darauf hindeuten, dass jemand die Tür benutzt hat. Dieses Jahr sei die Methode in der Ostschweiz allerdings noch kein Thema gewesen.

Wurde bei dir schon eingebrochen?

Die Aargauer Polizei verweist zudem auf sogenannte Gauner-Zinken: vermeintlich codierte Zeichen an Hausfassaden, mit denen sich Täter über Bewohner oder mögliche Beute verständigen sollen. In der polizeilichen Praxis zeige sich aber vielmehr, dass sich Einbrecher an dunklen Häusern orientierten, die insgesamt verlassen wirkten. Auch die Kantonspolizei Bern stelle in letzter Zeit keine Häufung fest.

Was tun, wenn etwas an der Tür auffällt?

Wer einen auffälligen Faden, einen eingeklemmten Zweig oder eine andere mögliche Manipulation entdeckt, sollte den Fund zunächst dokumentieren. Die Kantonspolizei St. Gallen empfiehlt:

  • Ein Foto machen: Halte fest, was wo entdeckt wurde.
  • Aufnahmen sichern: Falls eine eigene Überwachungskamera vorhanden ist, prüfe und sichere mögliche relevante Aufzeichnungen.
  • Die Polizei informieren: Besprich mit ihr das weitere Vorgehen. Bleibt es bei einer rein informativen Meldung, soll die Auffälligkeit anschliessend entfernt werden.
  • Verdächtige Personen sofort melden: Bei verdächtigen Beobachtungen oder einem Einbruchsverdacht die Polizei verständigen.

Anstieg der Dämmerungseinbrüche in der dunklen Jahreszeit

Für einen Hinweis auf Abwesenheit braucht es nicht unbedingt einen Faden oder Zweige an der Tür. Ein voller Briefkasten und eine Wohnung, in der abends nie Licht brennt, können ebenfalls auffallen, sagt unter anderem Stefan Schmitt, Sprecher der Kapo Basel-Stadt.

Die Dunkelheit helfe Tätern dabei gleich doppelt: Sie bietet Schutz vor Entdeckung und macht leichter erkennbar, ob jemand zu Hause sein könnte. Genau deshalb hätten Einbrüche im Herbst und Winter Hochsaison. So verzeichnet die Kantonspolizei Aargau nach eigenen Angaben aktuell wieder einen Anstieg der Dämmerungseinbrüche. Auch die Berner Kantonspolizei gibt an, dass die Einbrüche in der dunklen Jahreszeit tendenziell zunehmen würden.

So schützt du dein Zuhause

Die Empfehlungen der drei Polizeien setzen vor allem darauf, Anwesenheit zu signalisieren, den Zutritt zu erschweren und aufmerksam zu bleiben:

  • Licht gezielt einschalten: Zeitschaltuhren können dafür sorgen, dass Wohnräume auch bei Abwesenheit in den Abendstunden beleuchtet sind. Bewegungsmelder helfen, Bereiche ums Haus auszuleuchten.
  • Türen und Fenster verriegeln: Denk daran, auch Keller- und Garagentüren zu verschliessen. Gekippte Fenster sollten beim Verlassen des Hauses geschlossen werden. Mechanische Zusatzsicherungen können den Zutritt zusätzlich erschweren.
  • Werkzeuge und Leitern wegräumen: Lass im Aussenbereich nichts liegen, was als Einbruchshilfe dienen könnte.
  • Die Nachbarschaft einbeziehen: Bitte bei längerer Abwesenheit eine vertraute Person, den Briefkasten zu leeren und gelegentlich nach dem Rechten zu sehen. Gegenseitige Aufmerksamkeit helfe, Verdächtiges früh zu bemerken.
  • Schwachstellen prüfen lassen: Die Kantonspolizei Aargau bietet individuelle Schwachstellenanalysen an. Wer unsicher ist, wie gut Fenster und Türen gesichert sind, kann sich beraten lassen.
  • Sofort melden: Wer etwas Verdächtiges beobachtet, sollte mit der Meldung nicht warten. Die Aargauer Polizei betont: Eine schnelle Verständigung über 117 ist entscheidend für den Fahndungserfolg.

Carolin Teufelberger

Carolin Teufelberger (cat) arbeitet seit 2024 für 20 Minuten als Redaktorin beim Ressort News, Wirtschaft & Videoreportagen.

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