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Tuesday, October 13, 2026

Multiple Krisen – Konsumentenstimmung in der Schweiz bleibt im Tief

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Quietschende Schweinchen, Speis und Trank sowie die Aussicht auf Messe-Rabatte sorgen auch dieses Jahr für glückliche Gesichter an der Olma in St. Gallen. Die historisch schlechte Konsumentenstimmung in der Schweiz passt irgendwie so gar nicht in dieses Bild. Erst auf Nachfrage erfährt man bei den Besucherinnen und Besuchern, wo der Schuh drückt.

«Die Krankenkassenprämien und Wohnungspreise steigen, dann bleibt nicht mehr viel übrig für Spontankäufe», sagt ein Elektroingenieur. «Früher hatte man immer das Gefühl, es gehe dann schon wieder vorwärts. Heute ist das nicht mehr so. Das verunsichert», sagt ein Pensionierter.

«Die Krisen im Nahen Osten und der Ukraine machen Angst. Und die Preise steigen. Entsprechend überlegen sich die Leute zweimal, ob sie etwas kaufen oder nicht», ergänzt ein Bauverwalter.

Eine Krise jagt die Nächste

Tatsächlich ist die Kadenz von Krisen aktuell ausserordentlich hoch: Covid-Pandemie, Krieg in der Ukraine, hohe Energiepreise, Zollstreit mit den USA, CS-Untergang und nun auch noch der Iran-Krieg.

«Wir sind in den letzten Jahren einfach nie mehr in ruhigere Fahrwasser gekommen. Das drückt auf die Stimmung», stellt Ökonom Ronald Indergand fest, der beim Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) die Direktion für Wirtschaftspolitik leitet.

Person mit Brille betrachtet einen Artikel im Ladengeschäft und hält einen grünen Einkaufskorb.
Legende: Die historisch schlechte Stimmung beim Konsum führt aber nicht zwangsläufig dazu, dass auch weniger konsumiert wird. iStock

Zu den Krisen kommen die erwähnten Preiserhöhungen für diverse Produkte im Alltag. Auch sie verunsichern und drücken auf die Stimmung, obwohl die Preissteigerungen «historisch betrachtet nicht aussergewöhnlich» seien, bemerkt er. Wir kämen aber aus einem Jahrzehnt mit moderaten Inflationsraten. Sprich: Wir sind uns nicht mehr gewohnt, dass die Preise auch mal etwas stärker steigen können.

Schlechte Stimmung, aber stabiler Konsum

Immerhin: Die historisch schlechte Stimmung bedeutet nicht automatisch, dass auch weniger konsumiert wird. «Das Benzin ist teurer geworden, trotzdem fahren die Leute weiterhin Auto», stellt ein Messe-Besucher fest.

Der Seco-Ökonom stimmt ihm zu. Der private Konsum sei immer noch eine wichtige Stütze für die hiesige Wirtschaft. Aber: «Es ist nicht auszuschliessen, dass irgendwann auch die Konsumneigung zurückgeht.»

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