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Friday, November 6, 2026

Klimaschutz – Basler Verwaltung droht ambitioniertes Klimaziel zu verpassen

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Basel-Stadt will Vorreiterin sein beim Klimaschutz; die Verwaltung sollte bis 2030 klimaneutral sein. Ein Zwischenziel für 2026 wäre, die Treibhausgasemissionen um ein Viertel zu senken. Dies wurde «nicht erreicht», wie die Regierung in einem Zwischenbericht festhält. Geschafft hat sie erst die Hälfte, rund 12 Prozent.

Modernes dunkles Bürogebäude zwischen historischen Häusern an einer sonnigen Strasse.
Legende: Mit dem 2021 eingeweihten Amt für Umwelt und Energie unweit der Schifflände wollte der Stadtkanton zeigen, dass Sonnenstrom auch an Fassaden an ungünstigen Lagen erzeugt werden kann. Bilddatenbank BS/Sabine Schneeberger

Die Regierung nennt drei Hindernisse auf dem Weg zum Netto-Null-Ziel. Erstens schreite der Ersatz von Öl- und Gasheizungen langsamer voran als erhofft. So wollte der Kanton bis letztes Jahr 71 eigene Gebäude von fossil auf erneuerbar umstellen. Geklappt hat das nur bei 60 Gebäuden, wie der Leiter der Klimafachstelle, Till Berger, zu SRF sagt.

Harzige Dekarbonisierung

Beim zweiten Thema, dem Umrüsten der Fahrzeugflotte auf Elektroantrieb, wurde die angestrebte Quote von 46 Prozent um vier Prozentpunkte verpasst. Es gebe noch viele fossile Fahrzeuge, und diese «werden sehr intensiv benutzt», sagt Berger; so blieben die Emissionen hoch. Möglicherweise würden sogar teils immer noch Verbrenner bevorzugt, obwohl E-Fahrzeuge verfügbar wären.

Drittens ist bei Gebäuden neben dem Heizen auch das Kühlen ein Faktor. Kälteanlagen etwa für Museen oder Spitäler sollten daher systematisch überprüft und gegebenenfalls optimiert werden, doch bis dato wurde damit, laut Berger, noch nicht begonnen. Unter dem Strich ist das Erreichte für ihn «ernüchternd».

Das ist ein fatales Zeichen.

Aus der Politik sind die Reaktionen breit negativ. Für die Grünen sind die Erklärungen zwar plausibel, zeigten aber, dass sich der Kanton zu wenig anstrenge. Verpasste Ziele schadeten der Glaubwürdigkeit, sagt Grossrat Jérôme Thiriet; «Das ist ein fatales Zeichen.»

Von «etwas realitätsfernen» Zielen spricht die LDP. Unrealistische Ziele könnten kontraproduktiv sein, warnt die FDP. Verpasse der Kanton diese, könnten Private sagen: «Wenn nicht einmal der Kanton das schafft, wie soll ich das denn schaffen», mahnt Grossrat Luca Urgese.

Klimaziele für Bürgerliche unrealistisch

SVP-Grossrat Joël Thüring schlägt in dieselbe Kerbe: «Schreibtischtäter in einer Klimaabteilung schreiben irgendwelche Ziele auf Papierchen.» Seine Partei sehe sich in ihrer Warnung bestätigt, Klimaziele mit Jahreszahlen zu verknüpfen. Thüring rät Basel-Stadt zu weniger ambitionierten Klimazielen, wie in anderen Kantonen, die dann auch erreicht würden.

Die Stimmberechtigten hätten das kantonale Klimaziel ja unterstützt, sagt Michael Hug von der Liberaldemokratischen Partei LDP. Dies im Wissen, dass für den Fernwärmeausbau die halbe Stadt umgegraben werde – Basel sei eben pionierhafter.

Für die SP zeigt das verpasste Zwischenziel, dass die Ambitionen hoch seien. «Jetzt muss man dranbleiben», sagt Grossrat Stefan Wittlin. Die Verwaltung müsse als Vorbild an ihrem Ziel bis 2030 festhalten, damit das Ziel Klimaneutralität bis 2037 für den ganzen Kanton möglich bleibe.

Wir glauben, dass das möglich ist.

Die Regierung bestätigt das Ziel «Netto-Null» bis 2030 und verspricht, das Tempo zu verschärfen. «Wir glauben, dass das möglich ist», sagt Berger. Nach diesem Hitzesommer sei allen klar, wie wichtig Klimaschutz ist.

Mehr Tempo

Der Zwischenbericht sei hilfreich: «Das erlaubt uns jetzt, eine Kurskorrektur vorzunehmen.» Die Ziellücken seien darin mitsamt Handlungsbedarf benannt. Wie gut das klappt, soll der nächste Zwischenbericht 2028 zeigen. Schon im kommenden Frühling will die Basler Regierung ihre aktualisierte Klimastrategie publizieren.

Regionaljournal Basel Baselland, 4.11.2026, 17:30 Uhr ;  lanr;buec;noes

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