Wie die US-Justiz bei Hinrichtungen versagt

Betrunkene Henker und Kurzschluss – 7 Fälle des Versagens
Wie die US-Justiz bei Hinrichtungen versagt
Der Fall Christa Pike beweist: Die US-Todesmaschinerie pfuscht regelmässig. Ob Strom, Giftgas oder Giftspritze – immer wieder überleben Verurteilte die Exekution und erleiden lange Qualen. Diese sieben Fälle zeigen das brutale Versagen der US-Henker.
Publiziert: vor 19 Minuten
- Zwei Giftspritzen töteten Christa Pike in Tennessee nicht.
- Sie kam ins Spital; Gouverneur Bill Lee ordnete Ermittlungen an.
- Sieben frühere US-Fälle zeigen ähnliches Versagen.
Guido FelderAusland-Redaktor
Zwei Giftspritzen reichten nicht aus, um die verurteilte Mörderin Christa Pike (50) zu töten. Nach den misslungenen Versuchen wurde die Frau im US-Bundesstaat Tennessee in ein Spital gebracht. Jetzt hat der republikanische Gouverneur Bill Lee (66) eine Untersuchung angeordnet. Die Hinrichtung soll auf keinen Fall mehr dieses Jahr stattfinden.
Christa Pike ist kein Einzelfall. Auch hier haben die amerikanischen Henker versagt.
Willie Francis (1946)
- Hinrichtungsgrund: Mord an einem Apotheker in Louisiana.
- Methode: Elektrischer Stuhl.
- Was schieflief: Die Wachen installierten den elektrischen Stuhl im trunkenen Zustand fehlerhaft. Als der Strom eingeschaltet wurde, schrie der 17-jährige Francis unter der Haube vor Schmerzen und blieb am Leben. Die Hinrichtung wurde abgebrochen. Ein Jahr später wurde er in einem zweiten Versuch hingerichtet.
Jimmy Lee Gray (1983)
- Hinrichtungsgrund: Entführung und Mord an einem dreijährigen Mädchen in Mississippi.
- Methode: Gaskammer.
- Was schieflief: Nach dem Freisetzen des Giftgases erstickte Gray nicht sofort, sondern kämpfte acht Minuten lang um Luft und schlug dabei verzweifelt mit dem Kopf gegen ein Stahlrohr. Die Zeugen wurden daraufhin aus dem Raum evakuiert.
Jesse Tafero (1990)
- Hinrichtungsgrund: Mord an zwei Polizisten in Florida.
- Methode: Elektrischer Stuhl.
- Was schieflief: Ein synthetischer Schwamm wurde fälschlicherweise anstelle eines Naturschwamms verwendet. Dies führte zu einem Kurzschluss: Während der Stromzufuhr schossen bis zu 15 Zentimeter hohe Flammen aus Taferos Kopf. Es brauchte drei Stromstösse, bis sein Herz aufhörte zu schlagen.
Romell Broom (2009)
- Hinrichtungsgrund: Vergewaltigung und Mord an einer 14-Jährigen in Ohio.
- Methode: Giftspritze.
- Was schieflief: Das Hinrichtungsteam versuchte zwei Stunden lang vergeblich, eine geeignete Vene zu finden. Nach 18 schmerzhaften Einstichen und Weinkrämpfen des Verurteilten wurde das Unterfangen abgebrochen. Broom starb 2020 im Gefängnis an einer Covid-Infektion, bevor ein zweiter Versuch unternommen werden konnte.
Clayton Lockett (2014)
- Hinrichtungsgrund: Mord an einer 19-jährigen Frau in Oklahoma.
- Methode: Giftspritze (neues, unerprobtes Medikamentengemisch).
- Was schieflief: Die Infusionsnadel wurde falsch platziert, woraufhin die Medikamente ins Gewebe statt in die Vene gelangten. Lockett wachte nach der Betäubung teilweise wieder auf, wand sich vor Schmerzen, krampfte und versuchte zu sprechen. Er starb schliesslich 43 Minuten nach Beginn der Prozedur an einem Herzinfarkt.
Joseph Wood (2014)
- Hinrichtungsgrund: Doppelmord an seiner Ex-Freundin und deren Vater in Arizona.
- Methode: Giftspritze.
- Was schieflief: Der Vorgang sollte etwa zehn Minuten dauern. Wood rang jedoch fast zwei Stunden lang nach Luft und schnappte mehr als 600 Mal nach Atem. Während Anwälte einen Notfallantrag einreichten, wurden ihm 15 Dosen des Giftcocktails verabreicht, bevor er schliesslich verstarb.
Joe Nathan James Jr. (2022)
- Hinrichtungsgrund: Mord an seiner Ex-Freundin in Alabama.
- Methode: Giftspritze.
- Was schieflief: Die Vorbereitung dauerte über drei Stunden – die längste dokumentierte misslungene Hinrichtung der US-Geschichte. Autopsieberichte zeigten, dass das Personal extreme Schwierigkeiten hatte, Venen zu finden, und Muskelgewebe sowie Knöchel punktierte.
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