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Saturday, October 24, 2026

Arbeitsplätze der Zukunft? – Hier sollen sich Angestellte im Büro so wohlfühlen wie zu Hause

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In diesem Bürogebäude in Baden AG waren Traditionsfirmen wie ABB, Alstom und GE einquartiert; nun ist es umgebaut und will Angestellten von Firmen eine andere Art von Arbeitsplatz bieten. Das Bürogebäude mit dem Namen «Konnex» in Baden Nord wurde für über 70 Millionen Franken aufgewertet. Auf 42'000 Quadratmetern wurden Arbeitsplätze eingerichtet, bei denen man das Gebäude eigentlich nicht mehr verlassen müsste.

Städtische Strasse mit modernen Gebäuden, Bäumen und geparkten Fahrrädern.
Legende: Das Konnex-Gebäude in Baden stand lange leer. Jetzt sei es lebhaft, sagen Mietende gegenüber SRF. SRF / Stefan Ulrich

Die Idee: Statt Homeoffice will das Konnex-Gebäude ein «Home im Office» sein. Ein Ort also, an dem sich die Firmenangestellten so wohlfühlen wie zu Hause.

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  • Bild 1 von 5. Visualisierung der Büros – flexible Arbeitsplätze für möglichst verschiedene Firmen. So stellen sich das die Besitzerinnen vor. Bildquelle: Nightnurse Images.

  • Bild 2 von 5. Im Konnex sollen sich die Leute zu Hause fühlen. Es soll hier eine urbane Gemeinschaft zusammen und nebeneinander arbeiten. Bildquelle: Till Forrer, Zürich.

  • Bild 3 von 5. Das Glas- und Stahlgebäude wurde umfassend saniert und umgebaut. Bildquelle: Till Forrer, Zürich.

  • Bild 4 von 5. Nebst Gastroangeboten (im Bild das Restaurant im Haus) hat es im Konnex auch Fitness, Wohnungen und Duschen für Angestellte, die über Mittag Sport treiben wollen. Bildquelle: SRF / Stefan Ulrich.

  • Bild 5 von 5. Die Wohnungen sind möbliert und für Personen gedacht, die befristet in Baden arbeiten. Bildquelle: SRF.

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Das Ziel sei eine urbane Business- und Lifestyle-Community, sagt Anke Claussen, die für die Vermarktung der Flächen zuständig ist: «Das ist unsere Stadt-in-Stadt-Philosophie. Das Konzept von Büroflächen verändert sich. Es ist eine Gemeinschaft. Die Mitarbeiter sollen zurückgeholt werden.»

Bank Cembra verlässt dafür Zürich

Der neueste Zuwachs im Konnex-Gebäude in Baden ist die Konsumkreditbank Cembra. Sie verlegt ihren Hauptsitz und bringt damit rund 600 Arbeitsplätze ins Konnex-Gebäude in Baden.

Früher war das Stahlgebäude abgeschottet; Zutritt gab es nur für Angestellte. Gebaut hat es Stararchitekt Theo Hotz in den 1990er Jahren. Er hat einen für damals futuristischen Komplex erstellt, mit einem Querbau, sieben Stockwerke hoch und vier Flügelgebäuden.

«Man wollte damals möglichst viele Leute am selben Ort haben. Homeoffice war kein Thema. Jeder Einzelne hatte wenige Quadratmeter», erinnert sich Thomas Lütolf, Standortförderer der Stadt Baden.

Diese Art von Bürogebäude hat aber über die Jahre immer weniger funktioniert. GE und Alstom haben Stellen abgebaut, die Büroflächen blieben leer. Mit der Coronapandemie verwaiste das Konnex-Gebäude zusehends.

Urbane Gemeinschaft

Die Besitzerinnen, die Pensionskasse Basel-Stadt und die Pensionskasse der UBS, haben deshalb ein neues Konzept erarbeitet. Der Konnex ist praktisch bereits voll vermietet.

Jana Z’Rotz, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Kompetenzzentrum Regionalökonomie, forscht an der Hochschule Luzern zum Thema Telearbeit. Sie sagt auf Anfrage: «Wenn mehrere Unternehmen Infrastruktur und Räume tatsächlich gemeinsam nutzen, könnten vorhandene Flächen besser ausgelastet werden. Die Nähe zum Bahnhof bietet zudem gute Voraussetzungen für eine Anreise mit dem öffentlichen Verkehr. Gastronomie und Freizeitangebote am Standort könnten zusätzliche Fahrten vermeiden, sofern sie andernorts unternommene Wege ersetzen.»

Vorteil bescheiden?

Das Homeoffice sei nach wie vor beliebt, sagt Thomas Bauer, Leiter Wirtschaftspolitik Dachverband Travail Suisse, auf Anfrage: «Unsere Befragungen im Rahmen des ‹Barometer Gute Arbeit› zeigen, dass es verschiedene Faktoren gibt, welche Homeoffice bei vielen Angestellten beliebt machen. Dazu gehört insbesondere der Wegfall der Pendeldistanzen. Bei Arbeitnehmenden mit Kindern im Kindergarten- oder Schulalter ist dies besonders wichtig.»

Bauer fügt an, dass die Fokussierung im Homeoffice besser möglich sei als in einem Bürogebäude. Und es bestehe die Gefahr, dass man im «Office-Home» Arbeits- und Privatleben weniger gut trennen könne. Die Vorteile des Konnex seien im Vergleich zum Homeoffice «relativ bescheiden».

Im Konnex gibt es Wohnungen, Fitness, Gastroangebote und vor allem: Nicht mehr eine einzige Firma belegt die Flächen, sondern viele verschiedene. Die Innenhöfe wurden begrünt. Wer über Mittag Sport treibt, findet Duschen und Garderoben im Gebäude vor. Hinzu kommt die Nähe zum Bahnhof Baden.

Lebhafter Arbeitsort

Konkret sind im Konnex-Gebäude IT-Firmen untergebracht, Firmen aus der Energiebranche, eine Privatschule, ein Boxcenter, eine Firma, die Zubehör für Smartphones verkauft, eine Arztpraxis, ein Ambulatorium der Psychiatrischen Dienste des Kantons Aargau und auch ein Restaurant. Gleich nebenan wird gewohnt, in möblierten Wohnungen.

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  • Bild 1 von 2. Sitzungsräumlichkeiten für Seminare und Events – im Konnex-Gebäude in Baden findet man solche. Auch klassische Büroarbeitsplätze gibt es hier. Bildquelle: Till Forrer, Zürich.

  • Bild 2 von 2. Begrünte Innenhöfe bieten Sichtschutz im grossen Gebäude aus Glas und Stahl. Hier finden zum Beispiel auch Apéros statt. Bildquelle: Nightnurse Images.

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«Das Gebäude bietet für Mitarbeiterinnen und Patienten viel. Es ist sehr lebhaft geworden, mit Möglichkeiten zum Essen und Food-Festivals», sagt Ärztin Carolina de Bakker. Sie führt hier eine Praxis für Magen-Darm-Behandlungen und beschäftigt 13 Angestellte. Sie finde dank der Lage und des Umfelds des Konnex einfacher Personal, sagt sie. «Das Personal schätzt es sehr. Die Lage, die Möglichkeiten, die es gibt. Man steckt mittendrin.»

Die Vision der «Stadt in der Stadt» scheint im Badener Beispiel zu funktionieren. Aber gemäss Dachverband Travailsuisse dürfte es «in dieser Form eine Nische bleiben», sagt Thomas Bauer, Leiter Wirtschaftspolitik. Die gemeinsame Nutzung von Infrastruktur und die Schaffung von Communitys könnten aber Potenzial haben.

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Regionaljournal Aargau Solothurn, 19.10.2026, 17:30 Uhr ;  buec;ulrs;ledn;liea

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