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Tuesday, October 6, 2026

So wahrscheinlich ist ein Pest-Ausbruch in der Schweiz

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Ermittlungen nach Todesfall in Russland – Experte ordnet ein

So wahrscheinlich ist ein Pest-Ausbruch in der Schweiz

Eine Laborantin stirbt nahe Irkutsk, fast 200 Kontaktpersonen werden isoliert. Ermittler prüfen, ob sich die 28-Jährige bei einem Laborunfall mit Pestbakterien ansteckte. Kann uns das auch passieren? Ein Experte erklärt, wie gefährlich ein Pest-Ausbruch in der Schweiz wäre.

Publiziert: 05.10.2026 um 19:03 Uhr

  • In Sibirien starb eine Laborantin nach schwerer Infektion.
  • Ein Pest-Laborunfall wird geprüft, 197 Kontakte sind isoliert.
  • Ein Experte nennt Pest gefährlich, aber behandelbar.
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Pauline BouillonRedaktorin News Desk

Mysteriöser Todesfall in Sibirien: Laborantin Daria T.* (†28) stirbt nach einer schweren Infektion im Spital. Hat sich die Mitarbeiterin eines Anti-Pest-Instituts nahe Irkutsk mit der gefährlichen Lungenpest infiziert?

Die Behörden reagieren drastisch: Sie riegeln das Spital in Schelechow sowie vier weitere Kliniken ab, isolieren 197 Kontaktpersonen und sagen öffentliche Events ab. Unbestätigten Medienberichten nach stehen 60 zusätzliche Mitarbeiter des Instituts unter Quarantäne. Sie sollen seit vergangenem Freitag in der Einrichtung schlafen.

Der Verdacht: Pestinfektion

Der Verdacht wiegt schwer: Bei ihrer Arbeit soll die 28-jährige Laborantin ein Reagenzglas mit lebenden Pestbakterien beschädigt und sich dabei mit Lungenpest angesteckt haben. Sie erkrankte kurz darauf schwer, musste künstlich beatmet werden und erlag schliesslich der Infektion. Die Ermittler prüfen auch, ob sie sich bei einer Felduntersuchung ansteckte, wie der «Focus» berichtet.

Die Behörden sorgen indes für Verwirrung: Regional-Gouverneur Alexei Zydenow (50) spricht bereits von Pest. Die Seuchenschutzbehörde wiegelt ab: Proben seien negativ, die Frau an einer Lungenentzündung gestorben. Einen Laborunfall bestreitet die Behörde vehement.

Experteneinschätzung: So gefährlich ist die Pest

Dr. César Metzger, Chef des Fachbereichs Biologie beim Bundesamt für Bevölkerungsschutz, fasst die Gefahr durch die Pest, sollte es denn stimmen, so zusammen: «Der Erreger Yersinia pestis selbst ist hochinfektiös. Unbehandelt ist die Pest rasch tödlich.» Das gilt insbesondere bei einer Infektion der Atemwege: «Isolationsmassnahmen sind erforderlich, wenn man vermutet, dass eine Lungenpest vorliegt. Diese ist über Aerosole hochansteckend.»

Bis die Krankheit ausbricht, vergeht unterschiedlich viel Zeit: «Die Inkubationszeit bei der Pest beträgt wenige Tage bis eine Woche.» Dieser Zeitraum sei jedoch «abhängig vom Zustand der Person, vom Übertragungsweg und der Übertragungsmenge des infektiösen Erregers.»

Labor-Unfall kann gefährlich werden

Sicherheitsmängel bei der Arbeit mit dem Bakterium bergen Gefahren, merkt er an: «Wenn man unsauber mit dem Erreger arbeitet, ist eine Ansteckung möglich.»

Dennoch muss es nicht zu einer Epidemie kommen. Eine wichtige Rolle bei der Verbreitung spielen laut dem Experten die Infrastruktur und der allgemeine Gesundheitszustand der Bevölkerung.

Risiko in der Schweiz?

In der Schweiz gelten klare Vorgaben: «In der Schweiz wird der Erreger als Risikogruppe-3-Erreger klassifiziert.» In der Risikogruppe 3 sind solche Erreger, die für gesunde Menschen tödlich sein können. Dass die Pest nicht in die höchste Risikogruppe fällt, begründet der Experte so: «Sie sind nicht in der Risikogruppe 4, da man noch Massnahmen zur Bekämpfung oder Prophylaxe ergreifen kann.»

In Schweizer Laboren gelten strengste Sicherheitsregeln. Metzger betont: «In der Schweiz ist der Ausbruch einer Pest-Epidemie nicht wahrscheinlich.» Sollte es dennoch zu einem Fall kommen, greifen die Schutzmechanismen sofort: «Man würde einen möglichen Infekt schnell erkennen.»

Auf diese Weise schützt man auch das Umfeld: «Sollte jemand infiziert sein, könnte man durch Isolationsmassnahmen eine Verbreitung verhindern.» Der Experte gibt für die Schweiz Entwarnung: «Die Pest ist gut behandelbar, wenn sie früh erkannt wird.»

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